Das Wachsen, Blühen und Gedeihen von MS-Foren (Allgemeines)
Seit vielen Jahren habe ich das mit den MS-Foren beobachtet. Es war wie eine Evolution im Kleinen, etwas, das sich durch Versuch und Irrtum entwickelte, und etwas, wobei der Stärkere zu überleben schien. Aber etwas, das Korallenriffe, Schmetterlinge und Antilopen hervorbrachte, entstand nicht, ich meine damit, dass sich nichts Schönes und Überraschendes entwickelte. Eher das Gefühl, dass ein MS-Forum ein MS-Forum ein MS-Forum ist.
Das ist es ja auch! Wenn alles gut läuft, ist es ein Forum, wo man sich trifft, um sich auszutauschen. Das hat meistens etwas mit der MS zu tun: Welche Kapriolen die Krankheiten schlägt, wie neue Therapien anschlagen oder welche neuen Theorien entwickelt worden sind.
Aber man kann sich manchmal auch nur über das Wetter, das eigene Befinden oder das unterhalten, worüber alle reden. Warum nicht? Weil sich in einem solchen Forum ja nette Leute treffen, mit denen man sich gern austauscht.
So ein MS-Forum ist also so etwas wie eine große Familie, wo jeder das sagt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, aber man keine Angst haben muss, Betrügern in die Hände zu fallen. Das ist beruhigend und angenehm.
Aber manchmal hat man auch das Gefühl, man käme nicht richtig vom Fleck, man kreise immer um denselben Brei. Ich glaube, das ist eine Täuschung. So etwas gibt es in jeder netten Familie, gehört sogar dazu. ES sind die APOTHEKEN-UMSCHAU und die ÄRZTE-ZEITUNG, die meinen, sie müssten jede Woche etwas Neues und Spannendes berichten.
In einem Forum geht es um etwas Anderes. Dass man sich gegenseitig vertraut und ganz sicher sein kann: Wenn etwas Neues in der MS-Szene entsteht, eine neue Therapie oder ein neuer Behandlungsansatz, dann kann man sicher sein, dass dieses hier besprochen und kommentiert wird.
Es ist eben wie in einer Familie, die mitten im Leben steht, und wo nichts verloren geht, was wichtig ist. Und wo man sich aufeinander verlassen kann.
W.W.
Trotzdem meinte Stefan früher:
Nicht, weil die MS langweilig wäre, sondern weil sie mitten im Leben steht!!!
Weil man sonst keinen oder keine finden würde, die es so gut macht wie die Bestbezahlten.

Aber wenn das so ist, dann ist das Leben doch nicht absurd?! Man muss doch nicht sterben wie der 'Fremde' oder Sartre, sondern man sterben wie Camus. Ich habe das Gefühl, das würde reichen. Ohne jede Sentimentalität.