Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können! (Allgemeines)

W.W., (vor 3502 Tagen)

Es gibt Dinge, die man statistisch beweisen kann, weil sie gut zu definieren und zu messen sind. Dann gibt es Dinge, die man statistisch schlecht beweisen kann, weil sie sich einem statistischen Nachweis entziehen. Sie lassen sich kaum definieren und nur schwer messen. 'Stress' ist ein Beispiel.

Wenn man sagen würde, glückliche Menschen haben statistisch weniger MS bzw. einen günstigeren MS-Verlauf, dann wäre das eine ziemlich lächerliche Aussage. Warum eigentlich? Weil sie nichts bedeutet? Oder weil sie etwas behauptet, was man nicht nachweisen kann?

Optimal wäre es, wenn das, was wichtig ist, statistisch erfassbar wäre, und das, was unwichtig ist, auch statistisch nicht nachweisbar ist. Ich fürchte aber, es ist genau umgekehrt: Was wirklich wichtig ist, kann man statistisch nicht messen; nur das, was unwichtig ist.

Man kann Schübe oder Herde zählen, aber es gibt keine Kurtzke-Skala für das Glück und noch nicht einmal eine halbwegs akzeptable Definition von Stress. Ich denke, man wird der MS naturwissenschaftlich nicht beikommen können!:-(

Aber wenn es 'naturwissenschaftlich' nicht geht, könnte es nicht doch 'wissenschaftlich' gelingen? Oder ist Wissenschaft = Naturwissenschaft?

W.W.

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Gefahrenhinweis: Vorsicht Paranoia oder Allmachtsphantasie! und ein anderer Ausweg, anderes Glück

stefan ⌂, Berlin, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Wenn man sagen würde, glückliche Menschen haben statistisch weniger MS bzw. einen günstigeren MS-Verlauf, dann wäre das eine ziemlich lächerliche Aussage. Warum eigentlich?


Weil es so beliebig ist und nur Teuflisches draus folgt.

Glücklichere Menschen haben einen günstigeren Verlauf, entspannte Menschen, geliebte Menschen, schöne, kluge oder dumme?

Optimal wäre es, wenn das, was wichtig ist, statistisch erfassbar wäre, und das, was unwichtig ist, auch statistisch nicht nachweisbar ist. Ich fürchte aber, es ist genau umgekehrt: Was wirklich wichtig ist, kann man statistisch nicht messen; nur das, was unwichtig ist.


Und dann sollte das Glück und die Liebe gemessen und gewogen werden?

Und wenn ich einen schlechten Verlauf habe, dann haben mich meine Liebsten nicht ausreichend geliebt, ich war zu unglücklich, unzufrieden, unentspannt, bin zu hässlich, dumm oder klug?

Was für einen Nutzen und welche Folgen haben diese Betrachtungsweisen für meine MS? Für die Welt, die wir uns erzählen?

Dass wir alle versuchen, unser Leben möglichst aus unserer Sicht gut, schön, zufriedenstellen einzurichten, das geht doch gar nicht anders.

Und schlägt die MS zu, dann gilt es in der Weiheschen Logik irgendeinen Schuldigen, Verursacher zu finden. Irgendwas ist falsch gelaufen.

Diese Ideen halte ich für gefährlich, schwarz psychosomatisch, grundfalsch und krank.

Sie behindern eine gesunde Grundeinstellung zu mir selbst, zu meinem Leben, meiner Lebendigkeit, dass ich auch weiterhin der Welt offen begegne. Am Ende führen sie zu einer Paranoia oder Allmachtsphantasie - ich weiß was meine MS verschlimmert oder bessert..., jetzt habe ich Kontrolle - jetzt weiß ich es.... wie armselig, bzw. ich ertrage es nicht, dass es eben so ist, wie ist es, mir ein Stück vom Himmel auf den Kopf gefallen ist, ich kann nichts tun, niemand ist schuld.

Alles ist gut, sagt Sisyphos, rafft sich wieder auf in Götterverachtung, erträgt sein Schicksal, rollt weiter seinen Stein, bis er eben daran zerbricht. Absurd, aber wir sollten, müssen? uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen, rät Camus.

Das Glück des Sisyphos von Camus, das scheint mir soo ganz anders als jenes, das Du hier am liebsten messen möchtest.

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Umkehrung und ein anderer Ausweg, anderes Glück ?

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3502 Tagen) @ stefan

Glücklichere Menschen haben einen günstigeren Verlauf, entspannte Menschen, geliebte Menschen, schöne, kluge oder dumme?

Hab ich nen entspannten Verlauf weil das obige stimmt,
oder bin ich entspannt, weil ich einen (scheinbar) günstigen Verlauf hab.

Der Sohn (32, mitten im männlichen Leben) eines langjährigen Freundes hat mich letzthin bei nem gemeinsamen Grillen nach dem dritten oder vierten (oder fünften Bier) gefragt, was die Krankheit mit mir so anstellt:

"Ob das auch in die Hose geht, oder sich in der Hose bemerkbar macht" (war schon etwas krasser formuliert) und er fände das einfach toll, wie ich mit der Krankheit umginge und "vor Lebenslust strotze"

Ich erwiderte (nach ein paar persönlichen Worten zum o.g. Thema), dass ich es toll fände, was er so entwickelt, dass er schon während des Studiums ein Patent angemeldet habe (was jetzt im nächsten Jahr auf den Markt kommt)

"Ich hab halt die Ideen, da mach ich was draus, das ist doch normal, oder ?" war seine Gegenrede.

"Ich hab halt die Krankheit
da nutze ich das, was mir bleibt
da streck ich mich nach meiner Decke

da leb ich trotzdem"

Das hat er verstanden, glaub ich!

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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Umkehrung und ein anderer Ausweg, anderes Glück ?

stefan ⌂, Berlin, (vor 3502 Tagen) @ naseweis


"Ich hab halt die Krankheit
da nutze ich das, was mir bleibt
da streck ich mich nach meiner Decke

da leb ich trotzdem"


Ob das was in die Hose geht - das ist schon eine direkte, anteilnehmende Frage, von Stigma und Pein.

Aber es geht weiter, gerade so ein Verstehen, Weitermachen, trotz voller Hose, diese Widerständigkeit, der Trotz dem Schicksal gegenüber.

Gestern, um 4:42Uhr aufgestanden, zur Arbeit, 15:30 war ich dann bei VW, wollte kurz ein Kleinteil erneuern, wanke gerade so rein, wieder raus, fahre wieder los und plötzlich vermeldet das Auto Bremsanlage defekt, ich also zurück.

Muss diagnostiziert werden und ich sitze fest, Hoffen und Bangen - was das wohl kostet, wie lange es dauert - das Gefühl von Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Stress. Das WC dort über eine lange Treppe im Obergeschoss - behindertengerecht ist anders, ich zweimal hoch und wieder runter, das Auto muss dort bleiben, und nun?

4 km von zuhause weg - ich bin unglücklich, gleiche dem Sisyphos, dessen Stein wieder ganz im Tal - und dann dieser Moment - die Frage nach einem Mietwagen oder Taxi - ich erinnere mich an früher, dass ich mal durch ganz Europa getrampt- es ist an der Zeit für Alternativen, meinen Trotz.

Mein Nachbar geht nicht ans Telefon, voller Zuversicht wanke ich raus an die Strasse, schon auf dem Weg frage ich zwei weitere Kunden, ob sie nicht in die Richtung fahren, ich setze mich an den Strassenrand, dem zweiten Kunden fällt doch auf, dass er in die gleiche Richtung fährt, er nimmt mich mit, es stellt sich raus, es ist quasi mein Nachbar in der Nebenstrasse, 5 Minuten später bin ich zuhause.

Besonders wertvoll ist mir aber vor allem dieses Aufbäumen, die Idee, es geht nicht wie gedacht, dann geht es eben anders, ich finde meinen Weg, und nun bin ich heute zuhause, hoffe, dass mir mein Auto heute wieder repariert wird gebracht.

Es ist Solidarität in der Welt, ich bin mir (meist) gut, ganz egal woher die MS oder der Bremsanlagendefekt nun kommt - es geht weiter, Du hast vollkommen recht,

"Ich hab halt die Krankheit
da nutze ich das, was mir bleibt
da streck ich mich nach meiner Decke

da leb ich trotzdem"


Danke!

--
Alles was lebt ist heilig.

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Gefahrenhinweis: Allmachtsphantasie!

Zoe, tieef im Weeeeesten, (vor 3502 Tagen) @ stefan

Na ja, so ne leichte Form von MS könnte ich mir bei Sysiphos´ glücklichem Job durchaus vorstellen....: Wahrscheinlich hat er ganz bescheiden kein Aufhebens davon gemacht ( weil er ja noch den Stein aufheben wollte), oder niemand hat ihn lumbal punktiert und ins MRT geschoben...
Wenn Sysi noch nen dementen Vater nebenherlaufen gehabt hätte und eine Dreijährige zu versorgen hätte, die immer Gefahr liefe unter den Stein zu geraten..., dann wäre sein ausbalanciertes Gleichgewicht wahrscheinlich schon bald im Eimer...gewesen.
:wink: Zoe

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Glück!

stefan ⌂, Berlin, (vor 3502 Tagen) @ Zoe

Na ja, so ne leichte Form von MS könnte ich mir bei Sysiphos´ glücklichem Job durchaus vorstellen....: Wahrscheinlich hat er ganz bescheiden kein Aufhebens davon gemacht ( weil er ja noch den Stein aufheben wollte), oder niemand hat ihn lumbal punktiert und ins MRT geschoben...
Wenn Sysi noch nen dementen Vater nebenherlaufen gehabt hätte und eine Dreijährige zu versorgen hätte, die immer Gefahr liefe unter den Stein zu geraten..., dann wäre sein ausbalanciertes Gleichgewicht wahrscheinlich schon bald im Eimer...
:wink: Zoe


Sysi ist nicht ausbalanciert, im Gleichgewicht oder cool. (Das totale Gegenteil vom ausgeglichenen, stressfreien Weiheschen Ideal - und angeblich doch der Klügste und Weiseste unter den Sterblichen) Er schuftet, und rackert, schwitzt, hofft und bangt, flucht, blutet, hat Schwielen an den Händen, sein Rücken schmerzt..., und dann all die Verzweiflung - fast war es geschafft - und dann kam der Stein ins Rollen, und nun ist er wieder im Tal.

Sysi ist zutiefst verzweifelt, unglücklich, am Boden zerstört - geht es noch schlimmer?

Und DANN dieser Moment, diese Götterverachtung, der Entschluss, ich mache weiter, diesmal schaffe ich es!

Nur dieser eine Moment, dieser Augenblick, wo Sysi sich auflehnt, den Kampf aufnimmt - das meint Camus wohl mit "Glück". Die Treue zu sich selbst, die Verachtung der Schickssalsschläge, er ignoriert die Götter, er fragt eben nicht nach dem Warum, er macht weiter und weiter, ganz egal - wie dement der Vater, wie dreijährig die Tochter, wie lästig diese MS. Sysi macht weiter, er macht sich keine sinnlosen Gedanken über das warum und woher, er opfert diesen Göttern damit nicht, er kämpft für das Seine, seinen Vater, seine Tochter, seinen Stein - und auch wenn er den Gipfel, all seine Ziele nie erreichen wird, er kämpft dafür, er leugnet die Götter und wälzt den Stein. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen.

Ich finde das so schön erzählt :-)

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Glück!

Zoe, tieef im Weeeeesten, (vor 3502 Tagen) @ stefan

...er ignoriert die Götter, er fragt eben nicht nach dem Warum, er macht weiter und weiter, ganz egal - wie dement der Vater, wie dreijährig die Tochter, wie lästig diese MS. Sysi macht weiter, er macht sich keine sinnlosen Gedanken über das warum und woher, er opfert diesen Göttern damit nicht, er kämpft für das Seine, seinen Vater, seine Tochter, seinen Stein - und auch wenn er den Gipfel, all seine Ziele nie erreichen wird, er kämpft dafür, er leugnet die Götter und wälzt den Stein. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen.


Ich schlage eine kleine Änderung in der letzten Zeile vor: Männerherz..... Dies wollte ich in meinem Alternativtext zum Ausdruck bringen. ;-)

Danke, für deine :herzle: Erläuterung und Deutung, Stefan!flowers
:wink: Zoe

Wer von euch ohne Sünde ist, rolle jetzt den ersten Stein auf mich: Rock ´n Roll!

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Glück!

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Zoe

...er ignoriert die Götter, er fragt eben nicht nach dem Warum, er macht weiter und weiter, ganz egal - wie dement der Vater, wie dreijährig die Tochter, wie lästig diese MS. Sysi macht weiter, er macht sich keine sinnlosen Gedanken über das warum und woher, er opfert diesen Göttern damit nicht, er kämpft für das Seine, seinen Vater, seine Tochter, seinen Stein - und auch wenn er den Gipfel, all seine Ziele nie erreichen wird, er kämpft dafür, er leugnet die Götter und wälzt den Stein. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen.


Ich schlage eine kleine Änderung in der letzten Zeile vor: Männerherz.....

Ausgezeichnet!:-) flowers

W.W.

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Ist Glück bei Frauen anders? @ Zoe

stefan ⌂, Berlin, (vor 3502 Tagen) @ Zoe

...er ignoriert die Götter, er fragt eben nicht nach dem Warum, er macht weiter und weiter, ganz egal - wie dement der Vater, wie dreijährig die Tochter, wie lästig diese MS. Sysi macht weiter, er macht sich keine sinnlosen Gedanken über das warum und woher, er opfert diesen Göttern damit nicht, er kämpft für das Seine, seinen Vater, seine Tochter, seinen Stein - und auch wenn er den Gipfel, all seine Ziele nie erreichen wird, er kämpft dafür, er leugnet die Götter und wälzt den Stein. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen.


Ich schlage eine kleine Änderung in der letzten Zeile vor: Männerherz..... Dies wollte ich in meinem Alternativtext zum Ausdruck bringen. ;-)

Danke, für deine :herzle: Erläuterung und Deutung, Stefan!flowers
:wink: Zoe

Wer von euch ohne Sünde ist, rolle jetzt den ersten Stein auf mich: Rock ´n Roll!

Du meinst, Sysi ist ein Mann und keine Frau?

Eine Männergeschichte?

Wie müsste sie umerzählt werden, wenn Sysi eine Frau wäre?

Frauen erkämpfen sich keine Gipfel, sondern?

Wofür auch immer so ein "Gipfel" steht, was ist bei Frauen da anders?

Warum hier so die Betonung auf die Geschlechterrolle, im Manifest ist nur von Patienten die Rede....

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7 Fragen am Stück....

Amy, (vor 3502 Tagen) @ stefan

Da will es einer ganz genau wissen;-)


schonmal mit "selber denken" versucht, Stefan?;-) :-D

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Ist Glück bei Frauen anders?

Zoe, tieef im Weeeeesten, (vor 3502 Tagen) @ stefan

Du meinst, Sysi ist ein Mann und keine Frau?
Eine Männergeschichte?

Ja, Sysiphos ist ein Mann und es ist eine ganz typische Männergeschichte: von Männern für Männer.

Wie müsste sie umerzählt werden, wenn Sysi eine Frau wäre?
Sysi würde immer wieder die Waschmaschine ein und ausräumen, und die Baby- und Altenpopos wischen.

Frauen erkämpfen sich keine Gipfel, sondern?

Freiräume, Freizeit. (Gleichberechtigung = partnerschaftliche Aufteilung der Alltagspflichten Kinder, Küche, ...) Frauen kämpfen zwar gegen Widerstände, aber möglichst für etwas, für andere etc..


Wofür auch immer so ein "Gipfel" steht, was ist bei Frauen da anders?
Das fällt mir am schwersten zu beantworten, aber ich will nicht kneifen:
Frau würde evt. auch mal den Stein nen halben Tag unten liegen lassen, wenn der alte Vater aus der Puste geraten ist, oder die Dreijährige zum Kindergarten soll, kann darf, will. (Ich weiß allerdings nicht, wie sich das Bild mit der Bestrafung des Sysiphos verbinden lässt)

Warum hier so die Betonung auf die Geschlechterrolle,
Um dich zu pieksen :hungry: Der Text wirkte so "verräterisch" :-D

Im Manifest ist nur von Patienten die Rede....
Von mir aus können wir das Wort Patienten auch durch "Menschen" ersetzen.

:heelsr: Zoe:heelsr:

Ich kenne `ne Menge Männer, an denen ist glatt `ne Frau verlorengegangen :-D

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Ist Glück bei Frauen anders?

stefan ⌂, Berlin, (vor 3502 Tagen) @ Zoe

Du meinst, Sysi ist ein Mann und keine Frau?
Eine Männergeschichte?

Ja, Sysiphos ist ein Mann und es ist eine ganz typische Männergeschichte: von Männern für Männer.

Wie müsste sie umerzählt werden, wenn Sysi eine Frau wäre?
Sysi würde immer wieder die Waschmaschine ein und ausräumen, und die Baby- und Altenpopos wischen.

Frauen erkämpfen sich keine Gipfel, sondern?

Freiräume, Freizeit. (Gleichberechtigung = partnerschaftliche Aufteilung der Alltagspflichten Kinder, Küche, ...) Frauen kämpfen zwar gegen Widerstände, aber möglichst für etwas, für andere etc..


Wofür auch immer so ein "Gipfel" steht, was ist bei Frauen da anders?
Das fällt mir am schwersten zu beantworten, aber ich will nicht kneifen:
Frau würde evt. auch mal den Stein nen halben Tag unten liegen lassen, wenn der alte Vater aus der Puste geraten ist, oder die Dreijährige zum Kindergarten soll, kann darf, will. (Ich weiß allerdings nicht, wie sich das Bild mit der Bestrafung des Sysiphos verbinden lässt)

Warum hier so die Betonung auf die Geschlechterrolle,
Um dich zu pieksen :hungry: Der Text wirkte so "verräterisch" :-D

Im Manifest ist nur von Patienten die Rede....
Von mir aus können wir das Wort Patienten auch durch "Menschen" ersetzen.

:heelsr: Zoe:heelsr:

Ich kenne `ne Menge Männer, an denen ist glatt `ne Frau verlorengegangen :-D


Der Unterschied ist vielleicht ein anderer und ja, es ist eine Männergeschichte.


Frauen wissen ganz genau, dass die Windel am nächsten Tag oder schon in der Nacht wieder voll, der Staub wieder da, dass der Stein auf dem Berg nie ankommt bzw. sie machen ihre Arbeit und oft nicht so ein Gewese darum.

Das was für Sysi als Strafe auserkoren wurde, ist eine Männerstrafe, es ist Männergeheule, die Angst von Männern, nicht zum Gipfel zu kommen...

Gut, dass Du darauf hingewiesen hast. :herzle:

Wie also könnte eine wirkliche Sysi Strafen für Frauen aussehen? Männer und deren Eigenarten seid ihr ja schon gewohnt, bzw. noch eine Strafe mehr? ;-)

Es gibt ja noch die Tantalus-Qual, den Kummer der Niobe...

aber hilft das nun weiter, und eine Männergeschichte ist eine Männergeschichte, und gut, hier ein paar weitere Facetten herausgearbeitet zu haben. die parallel das auch etwas relativieren, als männlich aufzeigen.

Grundsätzlich geht es in der Geschichte vom Camus um das Absurde, die Unzumutbarkeiten des Lebens, die eigentliche Frage dreht sich um Suizid. Ich denke, auch für Frauen kann die Geschichte Sinn machen, oder?

Danke für Deine Anregungen!

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Ist Glück bei Frauen anders?

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Zoe

Du meinst, Sysi ist ein Mann und keine Frau?
Eine Männergeschichte?

Ja, Sysiphos ist ein Mann und es ist eine ganz typische Männergeschichte: von Männern für Männer.

Wie müsste sie umerzählt werden, wenn Sysi eine Frau wäre?
Sysi würde immer wieder die Waschmaschine ein und ausräumen, und die Baby- und Altenpopos wischen.

Frauen erkämpfen sich keine Gipfel, sondern?

Freiräume, Freizeit. (Gleichberechtigung = partnerschaftliche Aufteilung der Alltagspflichten Kinder, Küche, ...) Frauen kämpfen zwar gegen Widerstände, aber möglichst für etwas, für andere etc..

Ja, ich glaube auch: Sisyphos ist ein typischer Mann! Aber Gott sei Dank sind nicht alle Männer typische Männer.;-)

W.W.

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Gefahrenhinweis: Allmachtsphantasie!

Idefix, Körbchen, wenn ich nicht gerade rumflitze, (vor 3502 Tagen) @ Zoe

Stimmt Zoe so ist das wahre Leben...

Man ist mit vielem so nebenher konfrontiert was so gar nichts zu tun hat. Trotzdem kann man ein inneres Gleichgewicht haben. Das ist manchmal auch durcheinander. Das Geheimnis ist wieder in dieses Gleichgewicht zurückkommen...
Wir haben in unserem Leben Stürme, die wir alle nebenher so bewältigen trotz MS. Wir haben schließlich noch ein normales Leben zu bewältigen.

Ganz banal, ich bin gerade beim Balkonputzen und bin gerade volle Kanne auf die Brüstung gesegelt...
Aber was hilft es der Tag geht weiter... Oder :-)

rofl :ok:

Idefix
:heelsr: :heelsr:

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Ist der Thread irreführend und überflüssig?

motorschiffbesitzer, (vor 3502 Tagen) @ stefan

Dass wir alle versuchen, unser Leben möglichst aus unserer Sicht gut, schön, zufriedenstellen einzurichten, das geht doch gar nicht anders.

Wenn "wir" alle meint - Nicht-MSler eingeschlossen - ist der Thread

Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

überflüssig!

Er ergibt erst dann Sinn, wenn eine Person im Zwiespalt ist, weil sie eigentlich für sich unzufrieden leben möchte, MS hat und dafür vielleicht ein Gefühl von Zufriedenheit positiv kranheitsbeinflussend wäre.

PS Für mich ist hier zufrieden leben können und zufrieden leben wollen Einerlei.
PSS Andere Baustellen, die vom TS geschaffen werden sollen, habe ich mal ausgeblendet.

--
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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

W.W., (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Ich bin schon etwas überrascht, wie man mich missverstanden hat. Ich wollte eigentlich darauf hinaus, dass es - imho - keine Möglichkeit gibt, das, was man nicht definieren und messen kann, (Natur)wissenschaftlich zu begründen.

Man wundert sich immer, wie gut man Schübe und Herde zählen kann, aber 'die Psychologen' keine Gegenstudie vorlegen, um ihr Stress- und Glückskonzept zu belegen.

Ich meine, es ist unmöglich statistisch nachzuweisen, dass glückliche Menschen seltener an MS erkranken. Ich glaube zwar, dass es so ist, aber statistisch nachweisen kann man es nicht.

Übrigens glaube(!) ich auch, dass Christen, die mit ihrem Gott im Reinen sind, leichter sterben, aber das wird sich jeder Statistik entziehen. Ist damit meine Aussage unsinnig? Ich glaube nicht!

Was wirklich wichtig ist bei der MS, kann man nicht messen! Aber ist es damit unwissenschaftlich, wenn man darüber reden will?

W.W.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

Zoe, tieef im Weeeeesten, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Würde es Ihnen etwas ausmachen, das "man" groß und mit doppel "n" zu schreiben? ;-)
Zoe

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Zoe

Ja! Ich würde es bestimmt nie tun!

Oder doch? Jeder weiß doch, dass ich als Mann schreibe, auch wenn ich 'man' sage. Oder sollte ich lieber man/frau schreiben? Mein Freund Herr von Bassewitz und ich finden, man/frau kann es mit der politischen Korrektheit übertreiben!

Und wenn mich der Hausmeister auffordern würde, nur noch schreiben, wenn ich man/frau schreiben würde, dann würde ich nicht mehr schreiben.

W.W.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

Idefix, Körbchen, wenn ich nicht gerade rumflitze, (vor 3502 Tagen) @ Zoe

Du hast Recht Zoe, ich glaube Männer haben eine andere Wahrnehmung von Zufriedenheit. Das sehe ich gerade an einem Kumpel, die MS ist an allem Negativen schuld. Man muß auch mal über den Tellerrand schauen. Das Gute was man hat wahrnehmen... ;-D

Idefix
:heelsr: :heelsr:

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

Boggy, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Ich meine, es ist unmöglich statistisch nachzuweisen, dass glückliche Menschen seltener an MS erkranken. Ich glaube zwar, dass es so ist, aber statistisch nachweisen kann man es nicht.
W.W.

Wieso begreifen Sie eigentlich nicht, daß Ihre Aussage eine ziemliche Unverschämtheit, bzw. ein unerhörte Diffamierung von MS-Patienten ist?!

Und wann erklären Sie uns endlich,
was genau denn ein "glücklicher Mensch" ist, und wie wir leben müssen, damit wir "glücklich" werden,

damit wir es unseren Kindern und Enkeln erklären können, und wir sie so davor bewahren können, an MS zu erkranken.

Und sagen Sie doch bitte auch, ob man dafür immer gücklich sein muß, oder reicht auch, sagen wir, zwei bis dreimal in der Woche für rund 37 Minuten?

(Übrigens sind Sie von "Zufriedenheit" in der Überschrift ins "glücklich" gerutscht, was ja wohl auch noch ein Unterschied ist.)


Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Boggy

Ich meine, es ist unmöglich statistisch nachzuweisen, dass glückliche Menschen seltener an MS erkranken. Ich glaube zwar, dass es so ist, aber statistisch nachweisen kann man es nicht.
W.W.


Wieso begreifen Sie eigentlich nicht, daß Ihre Aussage eine ziemliche Unverschämtheit, bzw. ein unerhörte Diffamierung von MS-Patienten ist?!

Und wann erklären Sie uns endlich,
was genau denn ein "glücklicher Mensch" ist, und wie wir leben müssen, damit wir "glücklich" werden,

damit wir es unseren Kindern und Enkeln erklären können, und wir sie so davor bewahren können, an MS zu erkranken.

Das ist mein Punkt: Man kann Glück nicht definieren!

(Übrigens sind Sie von "Zufriedenheit" in der Überschrift ins "glücklich" gerutscht, was ja wohl auch noch ein Unterschied ist.)

Diese Unterscheidung pflegt man nur in der Pubertät zu machen.

W.W.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

Boggy, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Ich meine, es ist unmöglich statistisch nachzuweisen, dass glückliche Menschen seltener an MS erkranken. Ich glaube zwar, dass es so ist, aber statistisch nachweisen kann man es nicht.
W.W.


Wieso begreifen Sie eigentlich nicht, daß Ihre Aussage eine ziemliche Unverschämtheit, bzw. ein unerhörte Diffamierung von MS-Patienten ist?!

Und wann erklären Sie uns endlich,
was genau denn ein "glücklicher Mensch" ist, und wie wir leben müssen, damit wir "glücklich" werden,

damit wir es unseren Kindern und Enkeln erklären können, und wir sie so davor bewahren können, an MS zu erkranken.


Das ist mein Punkt: Man kann Glück nicht definieren!

(Übrigens sind Sie von "Zufriedenheit" in der Überschrift ins "glücklich" gerutscht, was ja wohl auch noch ein Unterschied ist.)


Diese Unterscheidung pflegt man nur in der Pubertät zu machen.

W.W.

Sie antworten nicht auf meinen Hauptkritikpunkt: nämlich daß Ihre Aussage im Grunde eine Diffamierung von MS-Patienten darstellt, denen Sie unterstellen, sie hätten nicht glücklich genug gelebt.

Sollte ich Sie grundlegend mißverstehen, bitte ich um Aufklärung.

Gruß
Boggy

--
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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Boggy

Sie antworten nicht auf meinen Hauptkritikpunkt: nämlich daß Ihre Aussage im Grunde eine Diffamierung von MS-Patienten darstellt, denen Sie unterstellen, sie hätten nicht glücklich genug gelebt.

Sollte ich Sie grundlegend mißverstehen, bitte ich um Aufklärung.

Manchmal sind sie so zäh wie der kleine Prinz!:-( Ja, ich glaube, dass glückliche Menschen seltener an MS erkranken, und dass ihre MS besser verläuft. Das glaube(!), werde es aber niemals beweisen können, schon allein deswegen nicht, weil ich 'Glück' nicht definieren kann.

Und dennoch halte ich meinen Glauben, so lächerlich er erscheinen mag, nicht für unsinnig. Denn wenn ich das nicht glauben würde, hätte ich keine Hoffnung.

Alles, was ich predige, läuft doch darauf hinaus, dass man (wenn man nicht allzu sehr 'verstrickt' ist) mit seiner MS besser umgehen kann, und dass diese vernünftigere Umgangsweise den Verlauf der MS günstiger beeinflusst als Betainterferone.


Aber der Punkt ist: Ich behaupte etwas, was ich nicht beweisen kann. Und ich glaube dennoch daran und versuche es anderen gegenüber plausibel zu machen. Ich persönlich finde ja, dass 'schwarze Psychosomatik' anders aussieht.

W.W.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

Boggy, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Alles, was ich predige, läuft doch darauf hinaus, dass man (wenn man nicht allzu sehr 'verstrickt' ist) mit seiner MS besser umgehen kann, und dass diese vernünftigere Umgangsweise den Verlauf der MS günstiger beeinflusst als Betainterferone.

Das sind alles leere Worte, solange Sie nicht darlegen können, was konkret Sie denn damit meinen. Welche konkreten Ratschläge Sie zur Lebensführung geben.

Das tun Sie nicht, nie. Sie bleiben nebulös.
Das ist das Hauptproblem.

Und dieses nebulöse Leere kann mit allem Möglichen gefüllt werden, auch mit "schwarzem".
Das macht Ihre Aussagen gefährlich.

Und wiederum enthält Ihre Aussage die Unterstellung, wer einen schlechten Verlauf hat, hat was "falsch" gemacht. Wieso können Sie das nicht sehen?

Gruß
Boggy

--
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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Boggy

Das tun Sie nicht, nie. Sie bleiben nebulös.
Das ist das Hauptproblem.

Und dieses nebulöse Leere kann mit allem Möglichen gefüllt werden, auch mit "schwarzem".
Das macht Ihre Aussagen gefährlich.

Ja, auch das war der Punkt: Es gibt keine Definition und keine Messungen, die das, was ich meine präzisieren könnten. Und dennoch - glaube ich - sage ich etwas, was Betroffenen Mut geben könnte, weil ich es als jemand sage, der viele Jahre lang seine Erfahrungen mit MS-Patienten gesammelt hat. Mag sein, dass ich vieles verzerrt gesehen habe, aber ich spreche von meinen ganz persönlichen Erfahrungen. Natürlich wird sie nicht jeder akzeptieren! Aber dennoch muss ich das sagen, weil es meine Meinung und meine Erfahrung ist.

Und wiederum enthält Ihre Aussage die Unterstellung, wer einen schlechten Verlauf hat, hat was "falsch" gemacht. Wieso können Sie das nicht sehen?

1. glaube ich, dass man oft so 'verstrickt' ist, dass man keinen Ausweg mehr findet (auch mit psychotherapeutischer Hilfe nicht) und 2. würde ich es für verrückt halten, wenn jemand der 2 Hirnblutungen gehabt hat, Hirnblutungen hasst wie die Pest. Es muss eine bessere Möglichkeit geben, sich zu arrangieren!

Ich kann auf die Chance nicht verzichten, dass jemand durch eine vernünftigere Umgangsweise die MS günstig beeinflussen kann. Ich muss darauf bestehen, denn sonst hätte ich ja nichts!:-( :-( :-(

Boggy, lieber Boggy, merken Sie denn gar nicht, dass wir einer Meinung sind?

W.W.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

Boggy, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Ich kann auf die Chance nicht verzichten, dass jemand durch eine vernünftigere Umgangsweise die MS günstig beeinflussen kann. Ich muss darauf bestehen, denn sonst hätte ich ja nichts!:-( :-( :-(

Boggy, lieber Boggy, merken Sie denn gar nicht, dass wir einer Meinung sind?

W.W.

Das könnten wir vielleicht sein, wenn Sie endlich sagen würden, was denn konkret eine "vernünftigere Umgangsweise" mit der MS sein soll.

Das könnte man dann diskutieren, bestreiten, belegen oder auch nicht, oder widerlegen und die Widerlegung belegen etc.

Ich halte - mit Stefan - die Frage, welchen Einfluß wir tatsächlich auf unserer MS haben, für völlig ungeklärt bzw. offen.

Sie vergessen ganz und gar, wieviele von uns, gerade, wenn wir schon länger MS haben (wie ich), so unendlich viel ausprobiert haben, um unseren MS-Verlauf günstig zu beeinflussen, und die, denen es relativ gut geht, wissen nicht, was gewirkt hat, und ob überhaupt,
und die, denen es deutlich schlechter geht, wissen auch nicht, wieso.

Wir tun einfach unser Bestes, und das reicht nicht unbedingt immer ... aber mehr geht halt nicht ...
Damit leben wir.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Wir versuchen oft eher zu viel gegen die MS. Heilsversprechen vom Leichtgewicht?

stefan ⌂, Berlin, (vor 3502 Tagen) @ Boggy

Ich halte - mit Stefan - die Frage, welchen Einfluß wir tatsächlich auf unserer MS haben, für völlig ungeklärt bzw. offen.

Sie vergessen ganz und gar, wieviele von uns, gerade, wenn wir schon länger MS haben (wie ich), so unendlich viel ausprobiert haben, um unseren MS-Verlauf günstig zu beeinflussen, und die, denen es relativ gut geht, wissen nicht, was gewirkt hat, und ob überhaupt,
und die, denen es deutlich schlechter geht, wissen auch nicht, wieso.

Wir tun einfach unser Bestes, und das reicht nicht unbedingt immer ... aber mehr geht halt nicht ...
Damit leben wir.

Gruß
Boggy


Wir tun oft viel zu viel, glaube ich, und gut wäre es, könnten wir auf einiges verzichten.

Z.B. auf die Frage, was an meiner Lebensführung kann ich wie ändern, damit meine MS Ruhe gibt?

Diese Frage führt schnell in eine Art psychisches "Verderben" bzw. in eine Abhängigkeit, sie macht auf den ersten Blick vielleicht Mut, aber dies ist Mut der Art - wenn Du täglich betest und nicht sündigst, kommst Du ins Paradies, es gibt 4 Jungfrauen / 3 Dreamboys dort... und wer nun also nur noch "betet", verpasst das Leben jetzt.

Es wird hier keine klare Antwort geben, was Du konkret tun sollst. Dies wird Dir erst dann im "persönlichen Gespräch" verkauft, wenn klar ist, dass Du angebissen hast, und es gibt halt einige AnhängerInnen, die hier ihren Guru gefunden haben, die diese Form von Mut und Heilsversprechen brauchen.

"Und er hat doch recht!", hört man sie rufen, allen Argumenten gegenüber unzugänglich, und natürlich (gottlob!) kann man Glück oder Wahrheit nicht wiegen, aber selbst wenn man es könnte, WW wäre ein Leichtgewicht - um mal eine ähnliche aber begründete Spekulation in den Raum zu stellen.

Dass wir uns daran derart abarbeiten macht deutlich, wie wichtig das Thema für uns noch ist.

--
Alles was lebt ist heilig.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Boggy

Ich kann auf die Chance nicht verzichten, dass jemand durch eine vernünftigere Umgangsweise die MS günstig beeinflussen kann. Ich muss darauf bestehen, denn sonst hätte ich ja nichts!:-( :-( :-(

Boggy, lieber Boggy, merken Sie denn gar nicht, dass wir einer Meinung sind?

W.W.


Das könnten wir vielleicht sein, wenn Sie endlich sagen würden, was denn konkret eine "vernünftigere Umgangsweise" mit der MS sein soll.

Das könnte man dann diskutieren, bestreiten, belegen oder auch nicht, oder widerlegen und die Widerlegung belegen etc.

Ich halte - mit Stefan - die Frage, welchen Einfluß wir tatsächlich auf unserer MS haben, für völlig ungeklärt bzw. offen.

Man kann 'Glück' und 'vernünftige Lebensweise' nicht definieren, dennoch schwebt mir ganz persönlich etwas sehr Konkretes vor, wenn ich von so etwas spreche:

- Wenn jemand unglücklich verheiratet ist, wenn ihn also der Lebenspartner belügt und betrügt, dann scheint er 'anfälliger' für Krankheiten zu sein, weil sein nächster Freund oder seine nächste Freundin ihn verrät.

- Wenn jemand im Haus der Schwiegereltern lebt, die ihn bevormunden und denen er nichts recht machen kann, dann wird ihm oder ihr das die Lebenskraft und die Lebensfreude rauben.

- Wenn jemand im Beruf keine Anerkennung findet und andere ihm (ihr) vorgezogen werden, weil sie hübscher und klüger und wortgewandter sind, dann wird er mit sich unzufrieden sein und eingehen wie eine Blume, die kein Licht bekommt.

- ... Ich könnte das noch lange fortsetzen, denn ich weiß nicht, wie man das individuelle Unglück eines Patienten in Worte fassen kann, aber hinzu muss kommen, dass man über lange Zeit unglücklich ist, und zum dritten, dass es keinen Ausweg zu geben scheint.

Das sind die drei Faktoren, die meiner Meinung nach zusammenkommen müssen, damit ein Mensch in eine Situation gerät, wo er verkümmert und krankheitsanfälliger wird. Ich meine auch, dass diese Bedingungen dazu beitragen können, dass eine in ihm schlummernde Krankheitsbereitschaft zum Ausbruch kommt.

Aber wenn ich das so schreibe, scheine ich etwas zum Ausdruck zu bringen, was ich gar nicht will. Denn natürlich sind wir den Umständen nicht ausgeliefert, aber es kann doch passieren, dass wir unterliegen und immer schwächer werden.

Sie vergessen ganz und gar, wieviele von uns, gerade, wenn wir schon länger MS haben (wie ich), so unendlich viel ausprobiert haben, um unseren MS-Verlauf günstig zu beeinflussen, und die, denen es relativ gut geht, wissen nicht, was gewirkt hat, und ob überhaupt,
und die, denen es deutlich schlechter geht, wissen auch nicht, wieso.

Ein sehr persönliches Bekenntnis: Wenn ich weiß, dass mich meine Frau liebt, kann es mir nicht immer schlechter gehen. Aber das ist kein logischer Satz, sondern entspricht eher dem, dass es einem hilft ein fröhliches Herz zu haben. Ich glaube, es hilft wirklich, weiß aber ums Verrecken nicht, wie man sich so ein Herz verschafft!

Wir tun einfach unser Bestes, und das reicht nicht unbedingt immer ... aber mehr geht halt nicht ...
Damit leben wir.

Ich glaube, das ist meine Arroganz! Die Arroganz eines Menschen, der sich immer geliebt und geschätzt wusste, auch wenn er nicht immer geliebt und geschätzt war.

W.W.

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Zufriedenheit und Immunsystem Ergänzung

Nalini, (vor 3501 Tagen) @ Boggy

Alles, was ich predige, läuft doch darauf hinaus, dass man (wenn man nicht allzu sehr 'verstrickt' ist) mit seiner MS besser umgehen kann, und dass diese vernünftigere Umgangsweise den Verlauf der MS günstiger beeinflusst als Betainterferone.


Das sind alles leere Worte, solange Sie nicht darlegen können, was konkret Sie denn damit meinen. Welche konkreten Ratschläge Sie zur Lebensführung geben.

Das tun Sie nicht, nie. Sie bleiben nebulös.
Das ist das Hauptproblem.

Und wiederum enthält Ihre Aussage die Unterstellung, wer einen schlechten Verlauf hat, hat was "falsch" gemacht. Wieso können Sie das nicht sehen?

Gruß
Boggy

Schon seit ich die Diskussion um psychologische Einflußfaktoren bei Erkrankung hier im Forum verfolge, kann ich die strikte Ablehnung von einigen Forumsteilnehmern nicht nachvollziehen. In der Alternativmedizin ist das doch nun wirklich ein Uralt-Gedanke, nämlich die Annahme, dass seelische Einflüsse und damit Einflüsse der Lebensweise bei Entstehung und Verlauf einer Erkrankung eine Rolle spielen können. Hinzufügen und betonen sollte man hier, KÖNNEN, NICHT MÜSSEN.

Zum Beispiel schreibt Christine Wagener-Thiele schon vor fast 15 Jahren in ihrem Buch zu "Natürlichen MS-Therapien" über "wohltuende Lebensweisen", die auch psychologisches betreffen. Dabei beruft sie sich unter anderem auf bekannte Krebsärzte wie Dr. Carl Simonton.

Ein anderes Beispiel: Der studierte Arzt und Naturheilmediziner Dr. Jürgen Freiherr von Rosen (den ich sehr schätze) hat ein Kapitel in seinem Buch "Stufenplan für die Behandlung chronischer Erkrankungen" der Psychotherapie gewidmet. Darin heißt es "Viele Erkrankungen in der täglichen Praxis sind 'psychosomatisch'. D.h., die Psyche spielt bei Ursache und Verlauf der Krankheit eine große Rolle."

"Sogar" in der Schulmedizin finden diese Erkenntnisse mittlerweile Berücksichtigung. Dies wird zum Beispiel sichtbar, indem es in fast jeder Reha-Einrichtung psychologische Angebote gibt.

So wäre für mich eine Aufgabe eines MS-Forums, gar nicht zu diskutieren, OB psychologische Faktoren unter Umständen eine Rolle spielen. Das ist für mich ohnehin klar. Sondern zu diskutieren, WIE sie (gegebenenfalls) eine Rolle spielen. Dabei könnte allerdings zum Problem werden, dass es dann um sehr persönliche und private Themen gehen wird, die in einem öffentlichen Internet-Forum nicht ohne Vorbehalte diskutiert werden können.

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Nalini, schreib bitte mal von deinen psychischen Faktoren

Philipp, (vor 3501 Tagen) @ Nalini

Hallo Nalini

Schreib mal von deinen psychischen Faktoren, wenn es hilft, solltest du das als Hilfe zur Selbsthilfe.

Philipp

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psychische Faktoren @ Philipp @ Boggy

Nalini, (vor 3501 Tagen) @ Philipp

@ Philipp Meine psychologischen Faktoren sind nichts spektakuläres, jede Person, die sich mit psychologischen Themen nur ansatzweise beschäftigt hat, kennt das. Zum Beispiel Stress, das, was wir alle - mehr oder weniger - kennen. Stress und als Problemlösungsmöglichkeit Stressmanagement: Entweder Änderung der stressverursachenden Situation oder, wenn das nicht möglich ist, Versuch einer Änderung der persönlichen Einstellung dazu. Ein weiteres Beispiel Stress oder Negativität in sozialen Beziehungen. Ein schönes Beispiel war bei Wolfgang Weihe eine Schwiegermutter, die ständig ungefragt ihre Nase in alle Angelegenheiten hineinsteckt. Manche sprechen dann von "giftigen" Beziehungen, die man entweder löst oder man verändert den Umgang damit. Oder auch Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen aufbauen bzw. erhalten. Und und und ...

Was uns krank und "kaputt" machen kann, was unser Wohlbefinden beeinträchtigt, müssen wir selbst entdecken, gegebenenfalls mit psychotherapeutischer Unterstützung. Und es ändern, sofern dies möglich ist.

Von meiner Lebenskrise in der Zeit vor Ausbruch der Erkrankung habe ich schon berichtet. Auf weitere persönliche Erfahrungen möchte ich hier in der Öffentlichkeit des Forums nicht näher eingehen. Denn dann wirds ziemlich privat. Ich könnte mir vorstellen, dass du Verständnis dafür hast. Vielleicht ergibt sich ein Dialog in einem anderen Kontext.

@ Boggy Irgendwo sehe ich schon die Gefahr, in sowas wie "schwarze" Psychosomatik abzugleiten. Es ist halt eine Grenzwanderung. Der Autor in deinem link nennt als wichtiges Kriterium für "schwarze Psychosomatik" die "Allmächtigkeitsbehauptung", also die Idee, über Psychotherapie die Krankheit beherrschen zu können. Hier stellt sich mir die Frage, ob nicht alle Ideen von uns Patienten, die wir uns von der Schulmedizin weitgehend abwenden und versuchen, uns selbst zu helfen, irgendwie auch eine "schwarze" Seite haben. Die einen versuchen es mit Ernährung oder speziellen Diäten, die anderen mit Vitamin D, eine dritte Person mit Chi Gong usw. Auch hier könnten irgendwelche Personen auf die Idee kommen, Patienten, denen es nicht so gut geht, implizit eine Schuld aufzubürden, da sie nicht genügend Ernährung, Sport, Vitamin D, etc. praktiziert hätten. Bei mir ist es (unter anderem) ein VERSUCH, über seelische Arbeit und ein verbessertes seelisches Wohlergehen mein Immunsystem und damit die Krankheit zu verbessern. Ist das automatisch "schwarze" Psychosomatik?

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danke Nalini

Philipp, (vor 3501 Tagen) @ Nalini

Hallo Nalini

Endlich einmal Jemand der Konkret wird und keine Phrasen auftischt.

Das mach mir Freudethumb up

Ja, beim Stress bin ich bereits sehr konsequent, ich lasse mich auch nicht
mehr auf angedichteten "positiven Stress" ein.

Meine E-Bike-Fahrerei tut mir in der Seele gut, ich atme tief bis zur Seele und
spüre mit meinem pochenden Herzen, dass ich lebe, ich fühle mich wieder !!!

Danke Nalinie !

lg

Philipp

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psychische Faktoren @ Philipp @ Boggy

Boggy, (vor 3501 Tagen) @ Nalini

@ Boggy Irgendwo sehe ich schon die Gefahr, in sowas wie "schwarze" Psychosomatik abzugleiten. Es ist halt eine Grenzwanderung. Der Autor in deinem link nennt als wichtiges Kriterium für "schwarze Psychosomatik" die "Allmächtigkeitsbehauptung", also die Idee, über Psychotherapie die Krankheit beherrschen zu können. Hier stellt sich mir die Frage, ob nicht alle Ideen von uns Patienten, die wir uns von der Schulmedizin weitgehend abwenden und versuchen, uns selbst zu helfen, irgendwie auch eine "schwarze" Seite haben.

Das ist, finde ich, eine berechtigte Frage.
Eine Seite ist, wie wir selbst damit umgehen, was wir daraus machen, und wie achtsam und selbstkritisch im positiven Sinne wir sind.

Die andere Seite ist, was Andere uns darüber einreden wollen.

Die schwarze Seite beginnt dort,
Zitat aus dem Artikel:
"wenn man denkt, man könne auf diese Weise etwas schaffen (dass also die Möglichkeit besteht), kommt man nicht umhin, - wenn denn die "Heilung" ausbleibt, sich als Versagender zu erleben, ein weiteres, ein neues Mal als "irgendwie doch wohl FALSCH"."
Davor sollten wir uns hüten. Wenn wir so denken, sind wir im "schwarzen Bereich" gefangen.

Man muß im Bewußtsein behalten, daß die Methode, oder das Mittel etc. vielleicht nicht funktioniert/falsch ist. Und sich nicht selbst dafür verantwortlich machen.

Die einen versuchen es mit Ernährung oder speziellen Diäten, die anderen mit Vitamin D, eine dritte Person mit Chi Gong usw. Auch hier könnten irgendwelche Personen auf die Idee kommen, Patienten, denen es nicht so gut geht, implizit eine Schuld aufzubürden, da sie nicht genügend Ernährung, Sport, Vitamin D, etc. praktiziert hätten.

Ja, genau das ist die Gefahr. Wenn man die Wirkungen überschätzt oder überhöht.
Wird irgendeinem Mittel eine Wirkung zugeschrieben, und sie stellt sich nicht ein, gibt man dem Patienten die Schuld.
Das ist u.a. die Strategie der Gurus und Scharlatane.

Bei mir ist es (unter anderem) ein VERSUCH, über seelische Arbeit und ein verbessertes seelisches Wohlergehen mein Immunsystem und damit die Krankheit zu verbessern. Ist das automatisch "schwarze" Psychosomatik?

Nein, sicher nicht - denke ich.
Wenn Du es ernsthaft als Versuch, als Experiment, begreifst, dann nicht.
D.h. es kann klappen, oder auch nicht. Und wenn es nicht klappen sollte, ist es NICHT Dein "Versagen".

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Zufriedenheit und Immunsystem Ergänzung

Boggy, (vor 3501 Tagen) @ Nalini

Schon seit ich die Diskussion um psychologische Einflußfaktoren bei Erkrankung hier im Forum verfolge, kann ich die strikte Ablehnung von einigen Forumsteilnehmern nicht nachvollziehen. In der Alternativmedizin ist das doch nun wirklich ein Uralt-Gedanke, nämlich die Annahme, dass seelische Einflüsse und damit Einflüsse der Lebensweise bei Entstehung und Verlauf einer Erkrankung eine Rolle spielen können. Hinzufügen und betonen sollte man hier, KÖNNEN, NICHT MÜSSEN.

In dieser allgemeinen Form wird hier wohl kaum jemand widersprechen.
Aber der wichtige Punkt ist "allgemein".

Und dann wirds spannend und problematisch.
Es ist nicht nur eine Frage des Wie, wie Du schreibst, sondern auch immer noch eine Frage des wann und wo, und unter welchen Umständen.

Was ist denn über mögliche Zusammenhänge im Einzel-Krankheitsfall wirklich gesichert nachgewiesen?
Wenig.

Plötzlich erscheinen dafür alle möglichen Behauptungen, und wir sind ruckzuck mitten drin in der Schwarzen Psychosomatik.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Zufriedenheit und Immunsystem Ergänzung

Philipp, (vor 3501 Tagen) @ Boggy

Ich würde von Nalini gerne das praktisch an eigen Erfahrenem
mir zu Gemüte führen, wieso auch nicht.

ich bin positiv gespannt !

Philipp

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Zufriedenheit und Immunsystem Ergänzung

IceUrmel, (vor 3501 Tagen) @ Boggy

Hallo Boggy,

interessanter Link, danke.

Diese Bemerkungen finde ich besonders treffend:

Im Hinblick auf die Patienten: „Das Etikett ›Psychosomatik‹ scheint ›doch-noch-Beeinflussbarkeit‹ zu suggerieren. Kann man die Psyche als mit- oder vollständig ursächlich ansehen, so ergibt sich die Hoffnung auf Einflußmöglichkeit, auf Handlungsfähigkeit, auf Behandelbarkeit; eine Hoffnung auf Manipulation von Seele und Geist mit Hilfe des umfangreichen Repertoires von Psychotherapie, esoterischen Ritualen oder magischen Techniken.“

Bei den Medizinern: „Der Arzt, Therapeut o.ä., der auf den ›Psychosomatik‹-Zug aufspringt, profitiert auf seine Weise von diesen Konstruktionen: er kann Nicht-Wissen, Unsicherheit, Gefühle von Unzulänglichkeit, gar Hilflosigkeit und Ohnmacht auf seiner Seite füllen durch neue Vorstellungen, Bedeutungskonstruktionen und Interpretationen, die oft IHM helfen, Allmachtsphantasien oder ein Erleben von Kontrolle aufrecht zu erhalten.“

Durchaus nachvollziehbar, aber nach meinem Empfinden alles andere als zielführend bzw. hilfreich.

LG

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Zufriedenheit und Immunsystem Ergänzung

Boggy, (vor 3501 Tagen) @ IceUrmel

Durchaus nachvollziehbar, aber nach meinem Empfinden alles andere als zielführend bzw. hilfreich.

LG

Hallo IceUrmel,
ja, soweit erst mal nicht,
aber es ist ja auch nur eine Bestandsaufnahme, eine Beschreibung der Ausgangslage; ein Versuch, zu erklären, was denn diese verschiedensten psychosomatischen Konzepte so attraktiv macht.
Und wieso Menschen so schnell bereit sind zu glauben, anstatt auch mal kritisch zu hinterfragen.

Im Grunde geht es nach meinem Empfinden auch darum, andere Wege zu finden und zu beschreiben, wie wir speziell (und alle anderen Menschen) besser mit Machtlosigkeitserfahrungen umgehen können.

Dann ist die Gefahr nicht so groß, daß wir allzu schnell nach Pseudo-Strohhalmen greifen.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Zufriedenheit und Immunsystem Ergänzung

Philipp, (vor 3501 Tagen) @ Boggy

Hallo Boggy

Es ist wie mit dem Huhn und dem Ei.

Wenn die MS ruhe gibt, geht es mir psychisch sehr gut, das Leben ist wunderbar.

Wenn es in der Verlaufskontrolle schlecht lief, war ich jeweils total verzweifelt
und gestresst.

Philipp

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Zufriedenheit und Immunsystem Ergänzung

IceUrmel, (vor 3501 Tagen) @ Boggy

Im Grunde geht es nach meinem Empfinden auch darum, andere Wege zu finden und zu beschreiben, wie wir speziell (und alle anderen Menschen) besser mit Machtlosigkeitserfahrungen umgehen können.

Dann ist die Gefahr nicht so groß, daß wir allzu schnell nach Pseudo-Strohhalmen greifen.

Gruß
Boggy


Pseudostrohhalme - sehr schöne Beschreibung. Nicht nur der berühmte Strohhalm, sondern nicht einmal dieser.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

IceUrmel, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

(Übrigens sind Sie von "Zufriedenheit" in der Überschrift ins "glücklich" gerutscht, was ja wohl auch noch ein Unterschied ist.)


Diese Unterscheidung pflegt man nur in der Pubertät zu machen.

W.W.


Lieber W.W.,

diese Unterscheidung pflegt man nicht nur in der Pubertät zu machen. Und selbst wenn es so wäre, stellt Ihre Aussage die Abkanzelung eines sehr verdienten Diskutanten dar.

Und weil Sie so gerne Wikipedia-Artikel lesen, hänge ich sie einfach mal an:

Zufriedenheit: https://de.wikipedia.org/wiki/Zufriedenheit

Glück: https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCck

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

W.W., (vor 3502 Tagen) @ IceUrmel

(Übrigens sind Sie von "Zufriedenheit" in der Überschrift ins "glücklich" gerutscht, was ja wohl auch noch ein Unterschied ist.)


Diese Unterscheidung pflegt man nur in der Pubertät zu machen.

W.W.

Lieber W.W.,

diese Unterscheidung pflegt man nicht nur in der Pubertät zu machen. Und selbst wenn es so wäre, stellt Ihre Aussage die Abkanzelung eines sehr verdienten Diskutanten dar.

Ja, aber er weiß genau, mit wem er diskutiert! Übrigens schätzen wir uns beide.

W.W.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

motorschiffbesitzer, (vor 3502 Tagen) @ Boggy

Wieso begreifen Sie eigentlich nicht

Ja, wieso eigentlich nicht:no:

--
Syntax error on line 1492

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P.S.

Boggy, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

"Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, ..."

Wie kommen Sie eigentlich darauf?
Und was meinen Sie damit?

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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P.S.

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Boggy

"Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, ..."

Wie kommen Sie eigentlich darauf?
Und was meinen Sie damit?

Ich glaube(!) es, genau so, wie ich glaube, dass Menschen, die an Gott glauben glücklicher oder zufriedener sind. Aber niemals, niemals wird man beweisen können, dass es so ist. Dennoch gibt es Menschen, die so etwas glauben(!). Ich gehöre dazu.

Ich glaube(!) allerdings nicht, dass unter dem Strich Moslems friedlichere und Buddhisten glücklichere Menschen sind. Das glaube ich nicht.

Obwohl ich nur glaube(!), differenziere ich also. Aber ein Quatsch, den man schüttelt, wird dadurch ja nicht besser.:-( ;-)

W.W.

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P.S.

Boggy, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

"Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, ..."

Wie kommen Sie eigentlich darauf?
Und was meinen Sie damit?


Ich glaube(!) es, genau so, wie ich glaube, dass Menschen, die an Gott glauben glücklicher oder zufriedener sind. Aber niemals, niemals wird man beweisen können, dass es so ist. Dennoch gibt es Menschen, die so etwas glauben(!). Ich gehöre dazu.

Ich glaube(!) allerdings nicht, dass unter dem Strich Moslems friedlichere und Buddhisten glücklichere Menschen sind. Das glaube ich nicht.

Obwohl ich nur glaube(!), differenziere ich also. Aber ein Quatsch, den man schüttelt, wird dadurch ja nicht besser.:-( ;-)

W.W.

Sie beantworten meine Frage nicht:
Wie kommen Sie eigentlich darauf?
Und was meinen Sie damit: Zufriedenheit?

Es ist natürlich Ihr gutes Recht, Fragen nicht zu beantworten.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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P.S.

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Boggy

Wie gesagt: Ich halte es für pubertär, Glück und Zufriedenheit voneinander zu unterscheiden! Aber - es ist vielfach hier angedeutet worden - egal, wie man es nennt: Resilienz oder innere Ausgeglichenheit oder eine Zufriedenheit, die man ausstrahlt, all dieses wird dazu beitragen, besser zu leben, und die Krankheit wird meiner Ansicht nach - friedlicher verlaufen. Das glaube(!) ich.

Und jetzt kommt Ihr Umkehrschluss: Ja wollen Sie denn etwa behaupten, wenn die Krankheit nicht so gut läuft, dann sei man selbst schuld daran?! Nein, das wollte ich damit nicht behaupten, nur das, was ich zuerst gesagt habe.

W.W.

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P.S.

Boggy, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Und jetzt kommt Ihr Umkehrschluss: Ja wollen Sie denn etwa behaupten, wenn die Krankheit nicht so gut läuft, dann sei man selbst schuld daran?! Nein, das wollte ich damit nicht behaupten, nur das, was ich zuerst gesagt habe.

W.W.

Letzters hatte ich tatsächlich gerade in meinem vorherigen Posting geschlossen.
Und es ist der logische Schluß daraus, oder?

Ich verstehe, daß Sie das nicht behaupten wollen, daß es nicht Ihre Absicht ist, aber es ist die Konsequenz.

Falls nicht, müßten Sie das darlegen.

Aber es ist für mich nun wirklich genug, und ich bin dann mal weg.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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P.S.

ulma, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Ich lebe ein gutes Leben, intaktes Familienleben, ich liebe und werde geliebt, keine finanziellen Probleme, eigenes Haus, netter, verlässlicher Freundeskreis, gut erzogener Hund :-D

Aber beschissener Verlauf die letzten Jahre :rollir:

Watt nu?? :confused:

Wie passt das mit Ihrer Ansicht zusammen?

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P.S.

W.W., (vor 3502 Tagen) @ ulma

Ich lebe ein gutes Leben, intaktes Familienleben, ich liebe und werde geliebt, keine finanziellen Probleme, eigenes Haus, netter, verlässlicher Freundeskreis, gut erzogener Hund :-D

Aber beschissener Verlauf die letzten Jahre :rollir:

Watt nu?? :confused:

Wie passt das mit Ihrer Ansicht zusammen?

Es kommt, wie es kommen muss: Ich glaube Ihnen nicht!

Das klingt herzlos, aber genau das, was Sie sagen, haben mir schon so viele erzählt - und es war nichts dran. Nun werden Sie einwenden, man kann in jeder Suppe ein Haar finden. Mag sein, aber ich würde eher behaupten: Wer im Unglück lebt, hat Schwierigkeiten, es zu erkennen. Dazu braucht es allerdings eines erfahrenen Therapeuten. Aber auch den kann man nicht definieren - und nicht herbeizaubern.

Jedenfalls - so uncharmant das klingt - ich glaube Ihre Geschichte nicht. Sie widerspricht tatsächlich meiner Erfahrung. Und selbst wenn Sie recht hätten: Ich würde dabei bleiben, was ich ja auch meistens sage: In vielen, sehr vielen Fällen ist es bei MS-Kranken so, dass ihre Krankheit in belastenden Lebenssituationen erstmalig aufgetreten ist bzw. sich verschlimmert hat, und ich widerspreche Ihnen nur deshalb so deutlich, weil ich tatsächlich meine eigene Theorie von der MS über den Haufen werfen würde, wenn Sie recht hätten. Ich kann Ihnen nicht einfach - nur aus Höflichkeit - zustimmen.

Also scheine ich mich wieder einmal glanzlos herausgewunden zu haben.:-(

W.W.

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P.S.

ulma, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Okay, vielleicht finde ich das Haar in der Suppe.
Jahrelang keine nennenswerten Probleme, sogar Mutter gepflegt. Sie ist 2 Jahre tot, ich lebe wieder ein unbeschwertes Leben und aus heiterem Himmel verschlechtert sich schleichend mein Zustand und das über Jahre, jetzt bin ich seit mehreren Jahren wieder stabil, aber warum?
Also helfen Sie mir, wo ist mein Unglück?
Und nebenbei, sind Sie nicht ein wenig stur und eigensinnig? Sie können doch nicht allen Ernstes behaupten alle hier wären unzufrieden bzw unglücklich und überhaupt Glück und Zufriedenheit sind 2 Paar Schuhe. Glück ist in meinen Augen ein kurzer, flüchtiger Moment. Zufriedenheit ist ein länger andauernder Zustand

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P.S.

W.W., (vor 3502 Tagen) @ ulma

Okay, vielleicht finde ich das Haar in der Suppe.
Jahrelang keine nennenswerten Probleme, sogar Mutter gepflegt. Sie ist 2 Jahre tot, ich lebe wieder ein unbeschwertes Leben und aus heiterem Himmel verschlechtert sich schleichend mein Zustand und das über Jahre, jetzt bin ich seit mehreren Jahren wieder stabil, aber warum?

Liebe Ulma,

tatsächlich glaube ich, dass die MS und viele MS-Schübe durch erhebliche Belastungen ausgelöst werden. Allerdings habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass die MS sich irgendwann einmal von den auslösenden Ursachen lösen kann.

Ich habe das immer getan, indem ich auf meinen Bluthochdruck verwies: Ja, ich glaube, dass mein Bluthochdruck am Anfang stressbedingt war, aber dann hat er sich verselbstständigt, und er besteht weiterhin, obwohl ich ein 'vernünftiges Leben' führe.

Aber das sind - wie Boggy sagen würde - Immunisierungsstrategien, um eine steile These unter allen Umständen aufrechthalten zu können. Ich weiß auch, dass das so klingt, aber ich glaube, dass es tatsächlich so ist.

Bei der MS nehme ich an, dass sie, wenn sie erst einmal progredient geworden ist, sie sich verselbstständigt, weil dann der weitere Verlauf von Degenerationen der Nervenfasern abhängt, die keine eindeutige Abhängigkeit von Stress haben.


W.W.

PS: Ich glaube natürlich nicht, dass man bewusst lügt, aber ich glaube, dass man sich oft selbst täuscht. Auch ich täusche mich über mich selbst, und in der Erinnerung scheint manches, was schlecht war, vergoldet. Es sind immer Narrative (Erzählungen, Märchen), die wir über uns selbst wissen.

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Was ein Glück, ....

motorschiffbesitzer, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

... dass wir hier alle keine ernstzunehmenden Fachleute sind. Sonst würde man am Ende vielleicht noch krank werden.

--
Syntax error on line 1492

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Bei allem Respekt ...

Boggy, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Bei allem Respekt, den ich für Sie empfinde,
muß ich dies klar sagen, noch einmal,
mir ist völlig unverständlich,
wieso Sie nicht begreifen,
daß die Aussage "dass glückliche Menschen seltener an MS erkranken" eine unerhörte Diffamierung von MS-Patienten ist.

Damit verlasse ich diese Diskussion.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Bei allem Respekt ...

Amy, (vor 3502 Tagen) @ Boggy

mir ist völlig unverständlich,
wieso Sie nicht begreifen,
daß die Aussage "dass glückliche Menschen seltener an MS erkranken" eine unerhörte Diffamierung von MS-Patienten ist.

Damit verlasse ich diese Diskussion.


und ich klinke mich gar nicht erst inhaltlich in diese Diskussion ein und schliesse mich einfach deinen Worten an boggy!

Danke für deinen klaren und unmissverständlichen Beitrag!

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Bei allem Respekt ...

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Boggy

Ich hoffe ja immer noch, dass es irgendwann einmal passiert, dass hier jemand schreibt: 'Also Kinder, ich habe eure Diskussion verfolgt, aber es ist doch gar nicht so schlimm, was dieser W.WQ. schreibt. Eigentlich ist es doch ganz vernünftig!'

Aber ich fürchte auch, dass ich weiß, warum das nicht passiert, weil nämlich viele denken, im Grunde genommen würde ich in meiner verklausulierten Art doch dies meinen: 'Wie die MS verläuft, das habe jeder in der Hand, und wenn sie schlecht verlaufe, dann sei man eben daran schuld!' Es sei also wirklich schlimm, was ich behaupten würde!:-(

Ich halte das für schrecklich verkürzt. Wenn ich mein eigenes Leben betrachte: Wie viele Fehler habe ich gemacht, und wie viele Irrwege bin ich gegangen. Wenn jeder Missgriff mit einem Schub oder einer Hirnblutung bestraft worden wäre, dann wäre ich längst ein toter oder schwerbehinderter Mann.

Nein, ich habe sehr viel Glück gehabt, und - es mag kitschig klingen - ich bin sicher, dass mir meine Frau oft das Leben gerettet hat. Warum der eine Riesenfehler vom Schicksal nicht geahndet wurde und der andere kleine Patzer schwer bestraft, das weiß ich nicht.

Sicher ist etwas dran an der Meinung, die Krankheit sei weder berechenbar noch gerecht, aber wenn das auch stimmt, würde ich doch nicht so weit gehen und behaupten, wie die Krankheit verlaufe, das habe nichts mit mir zu tun. Nein, so weit würde ich wirklich nicht gehen!

W.W.

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Zufriedenheit und Immunsystem

Nalini, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Es ist mir ein Anliegen, Herrn Weihe ("WW") mit seinem "psychosomatischen Ansatz" zu unterstützen. Für mich ist das keine "schwarze Psychosomatik", sondern es ist etwas, was ich FÜR MICH als wahr erkannt habe.

Als ich damals im "roten" Buch, Wolfgang Weihe, MS, eine Einführung, von der Psychosomatik der MS gelesen hatte, empfand ich eine große Erleichterung. Endlich mal spricht jemand aus, was ich für mich schon lange gespürt und geahnt hatte, dass nämlich meine Erkrankung möglicherweise nicht "aus dem nichts" kommt, also "idiopathisch" ist, sondern dass MÖGLICHERWEISE auch diese psychischen Ursachen eine Rolle spielen. Selbstverständlich nicht im Sinne eines Ursache-Wirkungs-Zusammenhangs, sondern in dem Sinn, dass psychische Einflussfaktoren ein Einflussfaktor unter mehreren SEIN KÖNNEN. Allein dass das mal jemand in einem neurologischen Fachbuch in Erwägung zieht, fand ich sehr erfrischend.

Ich persönlich war sehr unglücklich und unzufrieden in der Zeit vor Ausbruch meiner Erkrankung, ich erwähnte es hier bereits. Und ich glaube, dass dieser Umstand den Krankheitsausbruch begünstigt hat. Ich fühle mich dadurch nicht "schuldig" am Ausbruch der Erkrankung, denn vielerlei Gründe haben damals dazu geführt, dass ich so gefühlt habe, Gründe, auf die ich nicht Einfluss nehmen konnte, zumindest damals nicht. Da spielten Dinge eine Rolle wie Erziehung, Sozialisation, Persönlichkeitsstruktur etc., Dinge, die man nicht eben mal so ändern kann. Und ich wusste es damals einfach nicht besser, ich steckte im Hamsterrad fest und habe nicht über den Tellerrand hinausgesehen.

Als die Erkrankung dann wie ein Donnerschlag über mich kam, war allen Ernstes eine persönliche Gesundheits-Strategie von mir, zu lernen, glücklicher und zufriedener zu sein. Und ich erkannte, dass mein empfundenes Unglück tatsächlich bis zu einem gewissen Grad hausgemacht war, mit einer anderen Einstellung hätte ich das besser meistern können.

An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass ich meinen Fall nicht repräsentativ sehe für alle MS-Erkrankten, und dass es wahrscheinlich oder auch sicher Erkrankte gibt, bei denen ganz andere Gründe bei der Krankheitsentstehung eine Rolle gespielt haben.

Dass Dinge wie Empfinden von Glück und Zufriedenheit Einfluss auf die Gesundheit und das Immunsystem haben, sind nicht nur diffuse Vermutungen oder Glaubenssätze, sondern es ist zumindest zum Teil wissenschaftlich bewiesen. In einem Wikipedia-Artikel (hier allseits geschätzt ;-) ) zur Psychoneuroimmunologie heißt es:

Zitatanfang: Positive Gefühle: Gefühle der Dankbarkeit, der Fröhlichkeit, der Begeisterung und des Stolzes haben nicht nur Auswirkungen auf schnellere Heilungserfolge nach Verletzungen oder Operationen, sondern auch auf die Effektivität und Regulierung des Immunsystems. Bei HIV-infizierten Männern konnte eine geringere Sterblichkeitsrate nachgewiesen werden. Allgemein wurde eine höhere Resistenz gegen Rhinoviren, die Erreger von Schnupfen und Erkältung festgestellt.
Wenn negative Gefühle vorherrschend sind, so zeigt sich eine Tendenz zu einem Verlust der Balance im Immunsystem an verschiedenen Stellen. Die Folge ist, dass das gesamte System nicht mehr so effektiv arbeiten kann und demzufolge Infektionen nicht so schnell erkannt und bekämpft werden können.
Schon das Anschauen eines lustigen Videos bewirkt einen Anstieg der Anzahl diverser am Immunsystem beteiligten Zellen." Zitatende

Ich beende mein posting mit einem weiteren Zitat, und nun Voltaire: Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein ;-)

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Zufriedenheit und Immunsystem

W.W., (vor 3502 Tagen) @ Nalini

Liebe Nalini,

ich bin ja ganz gerührt. Das hätte ich jetzt wirklich nicht gedacht!

Tatsächlich fühle ich mich eher auf verlorenem Posten, obwohl das manchmal nicht so klingt. Aber in Boggy habe ich einen geschätzten, wortgewaltigen und schwer zu widerlegenden Gegner. Ich diskutiere mit ihm ausgesprochen gern, habe aber immer das Gefühl zu unterliegen. Weil er mir vernünftiger zu sein scheint, als wie es nach meiner Erfahrung mit MS-Betroffenen ist.

Ich muss gestehen, dass ich mir manchmal richtig schäbig vorkomme, weil ich Menschen nicht ernstnehme oder vor den Kopf stoße, und ich den Eindruck mache, rechthaberisch zu sein. Seltsamerweise mag ich aber rechthaberische Menschen überhaupt nicht!:-( Abgesehen von Marcel Reich-Ranicki.

W.W.

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Bei allem Respekt ...

motorschiffbesitzer, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Aber ich fürchte auch, dass ich weiß, warum das nicht passiert, weil nämlich viele denken, im Grunde genommen würde ich in meiner verklausulierten Art doch dies meinen: 'Wie die MS verläuft, das habe jeder in der Hand, und wenn sie schlecht verlaufe, dann sei man eben daran schuld!' Es sei also wirklich schlimm, was ich behaupten würde!:-(

Der Inhalt ist gar nicht so wichtig!

Sie sind ein unfairer Diskutant!

--
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Bei allem Respekt ...

W.W., (vor 3502 Tagen) @ motorschiffbesitzer

Wirklich?

W.W.

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Bei allem Respekt ...

motorschiffbesitzer, (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Ja!

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Bei allem Respekt ...

Hitman, (vor 3496 Tagen) @ W.W.

Also Kinder, ich habe eure Diskussion verfolgt, aber es ist doch gar nicht schlimm, was dieser W.W. diesmal schreibt. Eigentlich ist es doch ganz vernünftig!

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Bei allem Respekt ...

Hitman, (vor 3496 Tagen) @ Boggy

daß die Aussage "dass glückliche Menschen seltener an MS erkranken" eine unerhörte Diffamierung von MS-Patienten ist.

Diese Aussage unterstellt dass jemand der Pech hatte selber schuld ist.

Wenn jemand unglücklich lebt ohne eigenes Verschulden und in Folge MS entwickelt klingt das für mich plausibel, nicht diffamierend. Er kann ja eventuell nichts für die unglücklichen Umstände die zu MS führten.
Daher ist diese Auslegung der berechtigten Worte von W.W. als Diffamierung nur alberner Kinderkram.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

W.W., (vor 3502 Tagen) @ W.W.

Ich denke auch, dass man statistisch nie wird nachweisen können, dass Computer-Killerspiele gefährlich sind. Das ändert aber nichts daran, dass ich sie persönlich für sehr gefährlich halte.

Über die Schwierigkeiten, statistisch nachzuweisen, dass Antidepressiva die Aggressivität eines Menschen erhöhen könnten, haben wir wiederholt gesprochen. Auch das würde ich vermuten.

W.W.

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Dass Zufriedenheit bei der MS nicht hilft, muss oder kann nicht statistisch nachgewiesen werden.

Edithelfriede, Nordhessen, (vor 3501 Tagen) @ W.W.

Sehr geehrter W.W.

Mein Hausarzt hatte mir Psychotherapie verordnet und da ich nicht mehr zum Arzt gehen oder fahren konnte bekam ich sogar Hausbesuche vom ärztlichen Psychotherapeuten.
Da dieser nicht gewillt war mir mir heilsames Dronabinol oder ein besseres MS - Mittel zu verschreiben blieben die Hausbesuche leider erfolglos!

Zu meinem Feldenkraislehrer https://de.wikipedia.org/wiki/Feldenkrais-Methode der auf Erkenntnissen der manuellen Medizin verügte und dabei Spastiken und Schmerzen löste war sehr positiv und dort redete ich auch und er besprach mit mir psychische Probleme ohne die Verordnung von Psychomittelchen. Wenn ich behaupte das Sedativa oder Antidepressiva und erst recht Atosil und Eunerpan mir nichts genutzt haben könnte ich das nicht mehr belegen denn ein Neurologe nahm mir die Mittel einfach weg in der Psychiatrie.

Aggressiv hätte ich werden können bei soviel ärztlichen Fehlern, aber gern würde ich in dieser Klinik einen Termin beim Neurologen haben.

Die Überweisung zu einem ambulanten Unikliniktermin hätte mir ein Neurologe ausstellen müssen aber Facharzttermine beim Kardiologen oder Neurologen sind schwer zu kriegen für mich.

lg e

--
Angst die Hoffnung zu verlieren soll nicht mein Leben bestimmen!
Sommer 2o19 bewußtlos ins ins Krankenhaus war nach vier Wochen wieder heim unter Betreuung meiner Tochter.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

UWE, (vor 3496 Tagen) @ W.W.

Wer an MS leidet kann nicht zufrieden sein.
- Wer das behauptet lügt sich grandios in die eigene Tasche !!

LG
Uwe

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

W.W., (vor 3496 Tagen) @ UWE

Wer an MS leidet kann nicht zufrieden sein.
- Wer das behauptet lügt sich grandios in die eigene Tasche !!

Das bezweifele ich! Argument: Ich habe zwei Hirnblutungen erlitten, davon Einschränkungen zurückbehalten und eine hohe Wahrscheinlichkeit, eine 3. zu erleiden, und bin trotzdem glücklich.

Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten: Wer sich selbst oder seine MS hasst, bekämpft sie nicht, sondern macht sie schlimmer.

W.W.

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

agno, (vor 3496 Tagen) @ W.W.

Tja, das mag wohl so sein, wie Sie das darstellen.
Es ist wie im Neurologenwitz -> Bringt nichts :-(
Ich denke dass wir mit der Muttermilch unsere Problemlösungsstrategie genuckelt haben.
Jeder Mensch ist eine Insel.
So bleibt nichts, als Uwe so nehmen wie er ist.
Und Uwe bleibt nichts, als so zu sein wie er ist.
Außer... es wächst etwas aus ihm heraus. (Hoffnung?)
gruß agno

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- Zufriedenheit TROTZ MS -

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3496 Tagen) @ UWE

Wer an MS leidet kann nicht zufrieden sein.
- Wer das behauptet lügt sich grandios in die eigene Tasche !!

Uwe

Also ich bin zufrieden, dass ich "nur" MS hab (und damit leben kann)

  • und nicht Bauchspeicheldrüsenkrebs, wie ein guter Freund, den wir vor mittlerweile 4 Jahren zu Grabe getragen haben!
  • nicht Amyotrophe Lateralsklerose wie ein Mann in meinem Alter, mit Kindern im Alter der meinigen, der vor einigen Wochen bei meiner Frau auf Station den Löffel abgegeben hat (Die waren damals bei der Entbindung meines Ältesten im Nebenzimmer zur Entbindung)
  • kein Glioblastom, mit dem eine dreissigjährige (mit 3-jähriger Tochter ! ) grad ihr Leben beendet
  • kein Aneurysma, mit dessen Folgen ein Bekannter, (Handwerksmeister mit eigener Firma) die letzten Jahre im Rollstuhl verbrachte und im Frühjahr mit 58 starb. (der hatte übrigens eine wunderbare Whiskysammlung und seine Frau hat mir was davon vererbt)
  • keine Hirnblutung, an deren Folgen ein Kinderfreund unsres Jüngeren vor 20 Jahren (im Alter von 10) in Österreich auf der Piste starb


Zu leben ist schön ! Das ist schon mal was!

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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- Zufriedenheit TROTZ MS -

Zoe, tieef im Weeeeesten, (vor 3496 Tagen) @ naseweis

z. B. "Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft."

Ich glaube, Menschen können noch lange auswählen, wie intensiv sie sich ihrem Leiden "hingeben" wollen. Das soll keine fortgeschrittene MS beschönigen - aber mich beeindruckt immer wieder
:herzle: Jerry, der "den Tag pflückt", gerade, weil er sich nichts vormacht!
Liebe Grüße ins Jerry-Outback! :note: Born to be wild!:note:
:wink: Zoe

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- Zufriedenheit TROTZ MS -

jerry, (vor 3496 Tagen) @ Zoe

Hab immer gedacht, ich lasse mich pflücken, aber egal... ;-)

Danke fürs Herzle und :herzle: zurück .

LG! Bisher übrigens noch kein Bußgeldbescheid von RWE fürs verbotene Befahren aufzubaggernden Geländes :-P

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- Zufriedenheit TROTZ MS -

jerry, (vor 3496 Tagen) @ naseweis

:clap: :ok: :herzle:

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Dass Zufriedenheit bei der MS hilft, wird man nie statistisch beweisen können!

motorschiffbesitzer, (vor 3496 Tagen) @ UWE

Wer an MS leidet kann nicht zufrieden sein.
- Wer das behauptet lügt sich grandios in die eigene Tasche !!

LG
Uwe

Du behauptest, ich lüge?
Ich antworte trotzdem!;-)

Nö! Soll ich bis zu meinem Lebensende unglücklich sein? Das ist nicht schlau!

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