das Ende der abhängigen Lohnarbeit (Allgemeines)
Ja das war nicht als Experiment gedacht.
Das ging nicht anders.
Das kam ganz schnell nach den Doppelbildern und massiver Fatigue.
Bald hatten da auch die Doctores und die Arbeitsagentur (der Behindertenbeauftragte) Fähnchen gesteckt.
Die Situation:
- Vertrieb, jedes Jahr 40-45.000 km im Auto unterwegs,
- Der Firmensitz 50 km entfernt, mit öffentlichem Verkehr 2 Stunden unterwegs (einfach), so war auch kein Versetzen in den Innendienst sinnvoll.
- Durch die Fatigue hätte sich kein Chauffeur gerechnet, weil ich zu viele Pausen gebraucht hätte.
Telefonverkauf von Zuhause?
Kann ich Termine einhalten wenn so viele Nächte bescheiden sind und ich dann erst Mittags um 11 oder 12 einsatzfähig bin, wenn potentielle Kunden schon wieder aus dem Büro und bei Aussentermine sind?
Ich hab zwar Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt,
- war bei 2 MS-Fachkliniken, in der Hoffnung, dass die Doppelbilder etwas isoliertes sind, das isoliert therapiert werden kann,
- Augenarzt, Augenklinik,
- war beim Doppler-Ultraschall wg. der damals herrschenden CCSVI Diskussion
das führte leider alles zu nix, da gabs keine Veränderung . . .
so ging das dann zu Ende:
- Fortgesetzte Krankschreibungen
- Krankengeld
- kurz vor dem festgesetzten Termin der KK Reha-antrag
- die Reha veränderte auch nix zum Guten
- Nach der Reha Arbeitslosengeld I
- Papiere, Papiere, Papiere,
- Schlaflose Nächte weil so ne EM-Rente doch was ganz anderes ist als ein umsatzabhängiges Einkommen (gibts die EM überhaupt voll oder nicht?)
- Teil-EM (auch noch befristet)
- Widerspruch
- durch die DRV versemmelter Verlängerungsantrag (weil sie irgendwo noch in meinem Widerspruchsverfahren hingen)
- Kein Einkommen, gar nix! (ich lebte von der Liebe und Unterstützung meiner Liebsten)
Dann endlich (ca. fünf Jahre nach meinem letzten Arbeitstag) Anerkennung des Widerspruchs,
Gewährung der vollen EM-Rente unbefristet . . .
Fürwahr, ein spannendes Experiment
Langweilig ist mir nicht:
Ich hab ne tolle Familie, versuche mich da einzubringen, wenn die arbeiten:
Spülmaschine,
Rasen mähen (70 qm) [Gruss an W.W.]
Staubsaugen (wenn ichs für nötig halte 
Einkaufen (mit Fahrrad und Ortliebtaschen oder bei schlechtem Wetter mit Öffis und zu Fuss)
(Erziehungsarbeit brauchts bei erwachsenen Kindern Gott sei Dank nicht mehr)
Ich betreue ein paar Webprojekte und hab mit lieben Freunden die ufoS.org aufgesetzt (warum, wieso das steht woanders schon)
An manchen Tagen ist das schon stressig (oder nervig?)
(Ich bekomme ja alle Eintragungen per Email)
(Aber meistens ist ja einfach gut und lebendig
)
Im Freundeskreis bin ich nicht nur sondern auch:
geschätzter Freund
beim Feierabendwhisky
beim Grillen
beim Ratschen
bei Computerproblemen
bei Sonnenuntergangspicknick
beim Frühschoppen
als Urlaubsvertretung am Briefkasten
das Leben ist schön (und Buntstifte hab ich mal vom Kindergarten geschenkt bekommen, als ich dort den Nikolaus performte !)
PS: Das Wichtigste am "Ende der abhängigen Lohnarbeit" ist die freie Zeiteinteilung (ausser beim Sonnenuntergang, der wartet halt nicht auf mich
)
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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)
Sisyphos hatte es auch nicht leicht



danke !