Basistherapie: Eine verzwickte und verfahrene Situation! (Allgemeines)
Die einen sagen, die Wirksamkeit der Basistherapie (Betainterferone, Glatirameracetat, Fumarsäure...) sei gesichert, sie würde in mindestens 1/3 der Fälle dazu beitragen, dass der MS-Verlauf abgemildert wird, die anderen meinen, die Wirkung sei zwar da, werde aber statistisch übertrieben, und eine 3. Gruppe bestreitet die Wirksamkeit rundweg.
So geht das seit mehr als 20 Jahren. Und es werden immer neue Medikamente entwickelt. Also scheint sich die Basistherapie doch unter dem Strich durchgesetzt zu haben. Und es gibt ein knallhartes Argument: Die Basistherapie ist sehr teuer (13.000-25.000 Euro/Jahr), und trotzdem zahlen sie die Krankenkassen klaglos. Was könnte besser beweisen, dass sie wirksam ist!?
Die Sache mit der Basistherapie scheint so klar zu sein, dass es sich kaum noch lohnt, darauf einzugehen. Wie ich höre, wird der überwiegende Teil der MS-Betroffenen damit behandelt und hat sich gut mit etwaigen Nebenwirkungen arrangiert. Die, die die Medikamente ablehnen, sind in der Minderheit, und werden im Lauf der Zeit immer stiller.
Und dennoch: Mich würde schon interessieren: Wieviel Prozent der Neubetroffenen, werden mit der Basistherapie behandelt? Und wie ist es in Frankreich und in England? Machen dort die Krankenkassen größere Schwierigkeiten? Es scheint eine gewisse Undurchsichtigkeit zu geben, was die internationale MS-Therapie anbelangt. Jedenfalls hört man wenig darüber. Höchstens mal einen Stoßseufzer, dass man als chronisch Kranker froh ist, nicht in England oder den USA leben zu müssen. Vor allem, wenn man nicht gut versichert ist.
Die Wirksamkeit der Basistherapie scheint also außer Frage zu stehen. Und dennoch: Ich frage mich: Ist das vielleicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz so? Weiß jemand, wie es in England oder den USA ist? Und existieren überhaupt vernünftige Zahlen darüber, wieviel Neubetroffene damit behandeln lassen?
Ich meine, es sind mehr als 20 Jahre vergangen, es müssten doch Zahlen zu einer so teuren Therapie existieren? Aber vielleicht sind sie ja widersprüchlich und so und so zu interpretieren? Wer weiß eigentlich Bescheid? Haben die Pharmakonzerne andere Zahlen als die DNG oder die DMSG?
Manchmal denke ich, die Statistik ist eines der schwierigsten Fächer, obwohl sie auf den ersten Blick so einfach erscheint. Vielleicht macht sie der Eindruck, sie sei einfach, so schwierig - und anfällig für Manipulationen?
Es scheint ganz allgemein in der Weltgeschichte so zu sein, dass sich nur die paar Leute, die sich extrem gut auskennen, etwas richtig beurteilen können. Der Laie, der mit dem Kopf schüttelt, und Journalisten, die spekulieren, neigen vielleicht nicht nur etwas zur Einseitigkeit, sondern auch zur Bösartigkeit.
Man bedenke nur, was im Augenblick gerade mit Franz Beckenbauer geschieht. Wegen des 'Ehrenamts' und 5,5 Millionen Euro. Ich glaube, nur noch die FIFA selbst oder der ADAC, oder die UEFA oder die DMSG können am besten beurteilen, ob Interessenkonflikte oder unangemessene Honorare oder Steuerhinterziehung vorliegt. Ich fürchte, mit der Basistherapie ist es nicht anders.
Es wird viel vertuscht und den Menschen nicht alles gesagt. Mangelnde Transparenz eben. Und hier im Forum? Können wir zur Klarheit beitragen? Ohne Schaum vor den Mund zu bekommen?
W.W.