ARD-Sendung zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2016 (Allgemeines)

jerry, (vor 3430 Tagen)

Sehr empfehlenswert...

Wenn man denn bereit ist, über den eigenen Stammtischhorizont hinauszublicken

http://www.ardmediathek.de/tv/ARD-Sondersendung/Friedenspreis-des-Deutschen-Buchhandels...

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Die Preisträgerin z.B. zu ihrer Homosexualität:

Das ist nichts, das man sich aussucht, aber es ist – hätte ich die Wahl – das, was ich mir wieder aussuchte zu sein.
Nicht weil es besser wäre, sondern schlicht, weil es mich glücklich gemacht hat.

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ARD-Sendung zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2016

IceUrmel, (vor 3430 Tagen) @ jerry

Ich habe die Verleihung im Fernsehen geguckt und finde auch: Frau Emcke zuzuhören oder ihre Artikel zu lesen, lohnt sich immer.

LG

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julia, (vor 3430 Tagen) @ jerry


Die Preisträgerin z.B. zu ihrer Homosexualität:

Das ist nichts, das man sich aussucht, aber es ist – hätte ich die Wahl – das, was ich mir wieder aussuchte zu sein.
Nicht weil es besser wäre, sondern schlicht, weil es mich glücklich gemacht hat.


Das ist so eine Aussage, die ich nicht richtig verstehe.

Das Gleiche würde sie doch auch sagen können, wenn sie heterosexuell wäre.
Das heißt, es ist völlig wurscht, was sie ist, Hauptsache sie lebt das, was ihr entspricht.

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W.W., (vor 3430 Tagen) @ julia

Die Preisträgerin z.B. zu ihrer Homosexualität:

Das ist nichts, das man sich aussucht, aber es ist – hätte ich die Wahl – das, was ich mir wieder aussuchte zu sein.
Nicht weil es besser wäre, sondern schlicht, weil es mich glücklich gemacht hat.

Das ist so eine Aussage, die ich nicht richtig verstehe.

Das Gleiche würde sie doch auch sagen können, wenn sie heterosexuell wäre.
Das heißt, es ist völlig wurscht, was sie ist, Hauptsache sie lebt das, was ihr entspricht.

Liebe Julia,

ich danke Ihnen!:-) Ich sehe das ganz genau so.

W.W.

PS: Wenn ich ehrlich bin, habe ich die ganze Zeit einfach von Homosexualität gesprochen, was das aber nicht trifft, was ich meine. Ich meine die männliche Homosexualität, scheute mich aber davor, es so auszudrücken, weil ich es nicht zum Thema machen wollte, und ich mich scheute, männliche und weibliche Homosexualität zu unterscheiden. Es gibt Dinge, worüber man schweigen muss, wenn man den anderen achtet.

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moritz, (vor 3430 Tagen) @ julia

sie sagt, dass homosexualität nichts besonders erwähnenswertes sein sollte und nicht besser ist als heterosexualität, aber das es halt das ist, was sie glücklich macht.

ich verstehe das so, dass immer diese spezielle erwähnung der sexuellen orientierung unangebracht ist. betont auch niemand, wenn der preisträger hetero ist. sollte nicht wichtig sein.

mir ist gleichgültig, ob jemand homo oder hetero ist.

die verachtung, die w.w. offenbar für homos (männer im besonderen)empfindet, ist widerlich. oder hat er angst vor eigenen homosexuellen gefühlen?

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W.W., (vor 3429 Tagen) @ moritz

die verachtung, die w.w. offenbar für homos (männer im besonderen)empfindet, ist widerlich. oder hat er angst vor eigenen homosexuellen gefühlen?

Manchmal ahne ich, was kommen muss!:-( Und manchmal neigen Gutmenschen auch dazu, Andersdenkende (z.B. Fleischfresser) zu pathologisieren. Noch einmal: Ich halte es für eine große Gefahr, wenn man wegen lauter political correctness nicht mehr zum Ausdruck bringen darf, wie man denkt.

Und: Ja, ich schätze Thomas Mann sehr (ich halte ihn neben Goethe für den besten Stilisten der deutschen Sprache), und ja, mir bereitet auch seine latente Homosexualität Probleme, und ich will auch nicht abstreiten, dass es mir lieber gewesen wäre, wenn Oscar Wilde und Alan Turing nicht homosexuell gewesen wären.

Natürlich ist das einerseits lächerlich und bringt andererseits meine Hochachtung den Homosexuellen gegenüber zum Ausdruck, was ich aber will, ist einfach dies: Wenn jemand persönlich Bedenken gegen Homosexualität hat, dann sollte niemand daher kommen und ihm politisch oder psychologisch etwas zu unterstellen. Man kann es ja auch einfach so stehenlassen, wenn jemand so denkt, ohne missionieren zu wollen.

W.W.

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julia, (vor 3429 Tagen) @ W.W.


Und: Ja, ich schätze Thomas Mann sehr (ich halte ihn neben Goethe für den besten Stilisten der deutschen Sprache), und ja, mir bereitet auch seine latente Homosexualität Probleme, und ich will auch nicht abstreiten, dass es mir lieber gewesen wäre, wenn Oscar Wilde und Alan Turing nicht homosexuell gewesen wären.

Sind Sie sich da wirklich sicher? Ohne homoerotische Neigungen hätte Mann niemals 'Der Tod in Venedig' schreiben können. Und Oscar Wilde hätte vielleicht langweilige Schnulzen verfasst.

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W.W., (vor 3429 Tagen) @ julia

Sind Sie sich da wirklich sicher? Ohne homoerotische Neigungen hätte Mann niemals 'Der Tod in Venedig' schreiben können. Und Oscar Wilde hätte vielleicht langweilige Schnulzen verfasst.

Nein, ich bin mir sehr unsicher. Darum erwähnte ich es! Irgendwie ärgert es mich auch - wenn ich das bemerken darf.:-(

W.W.

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motorschiffbesitzer, (vor 3429 Tagen) @ W.W.

Noch einmal: Ich halte es für eine große Gefahr, wenn man wegen lauter political correctness nicht mehr zum Ausdruck bringen darf, wie man denkt.

Ich empfinde es hier in diesem Forum nicht so, dass es ab und an Irritationen political correctness wegen gibt.

Wohl eher wegen des Anstands und Respekts anderen gegenüber. Die Form oder eben die Nichtform reicht dabei von "subtil versteckt bis missverstandenes Auftreten".

Der Einwurf von jerry neulich bringt es gut zum Ausdruck:

--
Syntax error on line 1492

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W.W., (vor 3429 Tagen) @ motorschiffbesitzer

Wohl eher wegen des Anstands und Respekts anderen gegenüber. Die Form oder eben die Nichtform reicht dabei von "subtil versteckt bis missverstandenes Auftreten".

Hier fängt es an, problematisch zu werden. Ich meine, das ist so problematisch wie 'latent homosexuell'. Nicht, weil ich hiermit die Homosexualität angreifen möchte, sondern weil das Wort 'latent' so nichtssagend und vieldeutig ist wie 'subtil versteckt'.

W.W.

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motorschiffbesitzer, (vor 3429 Tagen) @ W.W.

Naja,

ich sehe da erstmal kein Problem und auch keinen Allgemeinplatz. Die "Idee" entspringt ja einer konkreten Beobachtung und nicht jeder muss dafür empfänglich sein. Verpassen wird man dadurch wohl nichts.

Es gibt aber Leute
[Arroganzmodus ein]so wie ich[/Arroganzmodus aus],
die beinahe natürlich auf Feinheiten achten. Kommen diese "Feinheiten" jetzt systematisch vor ist es entweder Vorsatz oder Betriebsblindheit.

Freilich, wie man mit dieser (subjektiven) Erkenntnis umgeht steht auf einem anderen Blatt.

--
Syntax error on line 1492

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julia, (vor 3429 Tagen) @ moritz


ich verstehe das so, dass immer diese spezielle erwähnung der sexuellen orientierung unangebracht ist. betont auch niemand, wenn der preisträger hetero ist. sollte nicht wichtig sein.


Ja, das sehe ich auch so, es ist im Zusammenhang mit der Übergabe eines Preises völlig belanglos.

Erwähnt wird eben immer das, was von der gesellschaftlichen Norm abweicht.
Es gibt ja auch diesen fragwürdigen Begriff der 'berufstätigen Frau'. Bei einem Mann wird die Berufstätigkeit niemals extra erwähnt.

Ich bin überzeugt, dass Homosexualität zukünftig soweit in der Mitte der Gesellschaft angekommen und angenommen sein wird, dass keiner mehr groß darüber spricht oder schreibt.

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IceUrmel, (vor 3429 Tagen) @ julia

Hallo @all,

das ist leider ganz und gar nicht belanglos, sondern macht deutlich, wie weit die Gesellschaft noch davon entfernt ist, derlei nicht mehr betonen zu müssen.

Ein Auszug aus Carolin Emckes Rede: "Menschenrechte sind voraussetzungslos. Sie können und müssen nicht verdient werden. Zuneigung oder Abneigung, Zustimmung oder Abscheu zu individuellen Lebensentwürfen, sozialen Praktiken oder religiösen Überzeugungen dürfen keine Rolle spielen. Das ist der Kern einer liberalen, offenen, säkularen Gesellschaft.

Den "Populisten und Fanatikern", die ein "homogenes Volk" oder eine "wahre Religion" forderten, setzt Emcke das Vieldeutige und das individuell Einzigartige gegenüber. "Verschiedenheit ist kein hinreichender Grund für Ausgrenzung", sagte sie. Die "soziale Pathologie" unserer Zeit sei es, die Menschen "nach Begriffen und Hautfarben, nach Herkunft und Glauben, nach Sexualität und Körperlichkeiten" zu sortieren. Damit werde dann Ausgrenzung und Gewalt gerechtfertigt.

Emcke appellierte an jeden, sich in die Welt einzuschalten. "Wir dürfen uns nicht wehrlos und sprachlos machen lassen", sagte sie. Entschieden wandte sie sich gegen Hass und Ausgrenzung. Jeder einzelne sei dafür zuständig, sich gegen die alltäglichen Formen der Missachtung und Demütigung zu wenden. Antworten auf das derzeitige Klima des Fanatismus und der Gewalt in Europa dürfe nicht einfach an die Politik delegiert werden.

Zurzeit grassiere ein Klima des Fanatismus und der Gewalt in Europa. " In Wahrheit geht es gar nicht um Muslime oder Geflüchtete oder Frauen. Sie wollen alle einschüchtern, die sich einsetzen für die Freiheit des einzigartigen, abweichenden Individuellen. Deswegen müssen sich auch alle angesprochen fühlen", sagte Emcke.

LG

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