ARD-Sendung zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2016 (Allgemeines)
Hallo @all,
das ist leider ganz und gar nicht belanglos, sondern macht deutlich, wie weit die Gesellschaft noch davon entfernt ist, derlei nicht mehr betonen zu müssen.
Ein Auszug aus Carolin Emckes Rede: "Menschenrechte sind voraussetzungslos. Sie können und müssen nicht verdient werden. Zuneigung oder Abneigung, Zustimmung oder Abscheu zu individuellen Lebensentwürfen, sozialen Praktiken oder religiösen Überzeugungen dürfen keine Rolle spielen. Das ist der Kern einer liberalen, offenen, säkularen Gesellschaft.
Den "Populisten und Fanatikern", die ein "homogenes Volk" oder eine "wahre Religion" forderten, setzt Emcke das Vieldeutige und das individuell Einzigartige gegenüber. "Verschiedenheit ist kein hinreichender Grund für Ausgrenzung", sagte sie. Die "soziale Pathologie" unserer Zeit sei es, die Menschen "nach Begriffen und Hautfarben, nach Herkunft und Glauben, nach Sexualität und Körperlichkeiten" zu sortieren. Damit werde dann Ausgrenzung und Gewalt gerechtfertigt.
Emcke appellierte an jeden, sich in die Welt einzuschalten. "Wir dürfen uns nicht wehrlos und sprachlos machen lassen", sagte sie. Entschieden wandte sie sich gegen Hass und Ausgrenzung. Jeder einzelne sei dafür zuständig, sich gegen die alltäglichen Formen der Missachtung und Demütigung zu wenden. Antworten auf das derzeitige Klima des Fanatismus und der Gewalt in Europa dürfe nicht einfach an die Politik delegiert werden.
Zurzeit grassiere ein Klima des Fanatismus und der Gewalt in Europa. " In Wahrheit geht es gar nicht um Muslime oder Geflüchtete oder Frauen. Sie wollen alle einschüchtern, die sich einsetzen für die Freiheit des einzigartigen, abweichenden Individuellen. Deswegen müssen sich auch alle angesprochen fühlen", sagte Emcke.
LG