Demut, Dank, Dunkelgelb (Straßencafé)
wer nicht kann wird dagegen sein.
Philipp
Ich bin katholisch erzogen, da gab es und gibt es immer noch den Begriff der "Demut".
Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich einige Menschen kennengelernt, die einen anderen Verlauf mit ihrer multiplen Sklerose hatten als ich.
Die z.B. einen Rollstuhl nützen (müssen) oder auch dafür die Kraft nimmer haben und permanent auf Unterstützung angewiesen sind, aber mit den Tasten am PC (mehr oder weniger) gut zurechtkommen.
Die im Allltag am Telefon ein Headset benutzen, weil mit dem Hörer in der Hand die Hand nach kurzer Zeit zu krampfen beginnt oder die Kraft nicht ausreicht.
Und ja, wenn ich diese sehe und erlebe, wenn ich von ihnen lese oder mit ihnen telefoniere und sie ihre Geschichte aus dem Alltag erzählen, dann kommt mir diese Demut in den Sinn und der Dank an mein Schicksal, dass es mir (bis jetzt!) anders geht.
Ja, bis jetzt, wir wissen, es gibt keine Garantie, und 50 m Geländegewinn ist auch nicht unbedingt auf Dauer.
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Und all diesen Menschen sind deine Äusserungen, Philipp, ein Schlag ins Gesicht! Es ist schön, dass du ne Rüttelplatte hast, dass du sie dir leisten kannst, dass deine Beine (noch) stabil genug sind um darauf zu stehen.
Wenn dir aber irgendwann die Krankheit die Füße wegzieht?
Sollen dann Newbies kommen und dich als Faulenzer beschimpfen, weil deine Platte in der Ecke verstaubt?
Demut und Dank ans Schicksal steht uns allen gut an.
Und jede(r) mit Rollstuhl freut sich, dass er/sie die "Freiheit" und den Bewegungsradius hat, die der Rollstuhl ermöglicht.
Machen wir uns nichts vor:
Unsere Situation ist eine Momentaufnahme,
was Morgen ist, wissen wir nicht.
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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)
Sisyphos hatte es auch nicht leicht