Ocrevus (Therapien)

Marc, (vor 3263 Tagen)

Wer sein Glück lieber mit gewöhnlichen Pharmadrogen versuchen will, kann sich demnächst auf Ocrevus freuen.

Von der FDA in den USA soeben zugelassen, wird's in der EU auch nicht mehr lange dauern..
...:schampus:

Übrigens: der Listenpreis ist zunächst schlappe $65.000/Jahr - und das soll sogar ein 25%iger Abschlag zu den jährlichen Kosten einer Rebif Therapie sein.. Vielleicht wären echte Drogen doch am günstigsten..

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Ocrevus

Doro, (vor 3263 Tagen) @ Marc

Das Risiko, nach der Behandlung mit Ocrevus eine Verschlechterung meines EDSS zu erleiden, könnte um 24 Prozent reduziert werden. Amazing.

Hab noch gar nicht geschaut, was ich dafür an Nebenwirkungen in Kauf nehmen müßte. Die sind bestimmt nicht ganz ohne.

Doro

--
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Ocrevus

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3263 Tagen) @ Doro

Hab noch gar nicht geschaut, was ich dafür an Nebenwirkungen in Kauf nehmen müßte. Die sind bestimmt nicht ganz ohne.

Doro

Ach Doro,

das war doch ne Veröffentlichung auf einem Investorenportal.
Wenn du schnell noch Aktien kaufst, kannste von den Gewinnen Hilfe gegen die Nebenwirkungen einkaufen.

Das ist dann ein sekundärer Krankheitsgewinn. :wink:

OK ? Verstanden ?

[/ironiemodus]

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Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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Ocrevus

Doro, (vor 3263 Tagen) @ naseweis


Ach Doro,

das war doch ne Veröffentlichung auf einem Investorenportal.

Oh verdammt.....das hab ich mal wieder übersehen.;-)

Aktienkauf lohnt sich bestimmt. So aggressiv wie dafür Werbung gemacht wird.;-)

In einigen Gruppen sind die Leute ja schon ganz aus dem Häuschen.

Mann, Mann, Mann, wenn das nun wieder ein Reinfall wird.

Doro

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Ocrevus klingt fast wie Orcus

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3263 Tagen) @ Doro

. . . Orcus . . .

Aktienkauf lohnt sich bestimmt. So aggressiv wie dafür Werbung gemacht wird.;-)

Hier kannste nachschaun, was du und ich und andere verpennt haben ! ... :crying:

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Ocrevus Investorennachrichten

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3263 Tagen) @ Doro

was ich dafür an Nebenwirkungen in Kauf nehmen müßte. Die sind bestimmt nicht ganz ohne.

Doro

"Auch Nebenwirkungswarnungen enthalte der Beipackzettel (noch Anm.d. Red.) keine, und es werde kein zusätzliches Screening oder Monitoring vorgeschrieben, nur routinemässige Nachuntersuchungen."

Kann das wahr sein ?

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Ocrevus

Amy, (vor 3263 Tagen) @ Doro

Das Risiko, nach der Behandlung mit Ocrevus eine Verschlechterung meines EDSS zu erleiden, könnte um 24 Prozent reduziert werden. Amazing.


Eventuell, möglicherweise, u.U. 24 % ige Chance (statistisch schöngerechnet) vielleicht, Doro!


Greif zu!


:-D


Eventuelle Nebenwirkungen einfach unter den Tisch fallen lassen und nicht vergessen zu lächeln:-)

;-)

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Ocrevus = Placebo?

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3263 Tagen) @ Amy

Eventuell, möglicherweise, u.U. 24 % ige Chance (statistisch schöngerechnet) vielleicht, Doro!

Placebowirkung wird mit 30% angesetzt, oder ? rofl

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Ocrevus = Placebo?

Amy, (vor 3263 Tagen) @ naseweis

wow!

Ich entscheide mich dann für nix, also das Placebo .......:-)


Placebos klöppel ich mir lieber selber, da weiss ich wenigstens was ich (nicht) hab.:-D

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schönes Placebo !

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3263 Tagen) @ Amy

wow!

Ich entscheide mich dann für nix, also das Placebo .......:-)

du kannst dich auch dafür >>>>>>>>>>>> entscheiden, wirkt auch sehr gut ! (nicht von Amatzon, sondern von Amazonas) rofl

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Placebo !

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3263 Tagen) @ Amy

dann lieber:


https://www.youtube.com/watch?v=YVFLgx8o7XM


;-)

ich würd im Sinne von "Heilung" für - Running Up That Hill - plädieren

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Folgen von falschen Placebos !

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3263 Tagen) @ naseweis

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.

siehste hier: - the bitter end -

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Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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Meds vergessen?

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3263 Tagen) @ Amy

.
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siehste hier: - the bitter end -

Hast du etwa vergessen, deine Medis zu nehmen?!?

;-) :-D

Gut, dass du mich erinnerst, Zeit fürs Schilddrüsenzeugs, - sonst nehm ich ja nix, woast eh !


PS: Ich bin echt erstaunt, dass man(n) dieses Thyroxin auch in der Nacht (als Letztes) nehmen kann. So kann man(n) früh aufstehen und gleich Frühstücken. Mal sehn, was die Doc am Montag zu TSH-Werten sagt. Ich geniesse auf jeden Fall die Einnahme in der Nacht und den ungestoppten Tagesbeginn

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Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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Meds vergessen?

zabiga, Gelsenkirchen, (vor 3262 Tagen) @ naseweis

Wieso nur nachts? Ich habe es immer morgens genommen. MMH??? Habe ich es falsch gemacht, trotzdem hat es geholfen. Was will Frau mehr:-D

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Meds vergessen?

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3262 Tagen) @ zabiga

Wieso nur nachts? Ich habe es immer morgens genommen. MMH??? Habe ich es falsch gemacht, trotzdem hat es geholfen. Was will Frau mehr:-D

Ich fand das äusserst lästig,
diese halbe Stunde Abstand zwischen
Tabletteneinnahme und Mahlzeiteinnahme.

In einem Schilddrüsenforum fand ich dann den Hinweis auf die Nachteinnahme, stellte um und hab seitdem ein (noch) entspannteres Leben.

Jetzt wär sogar überraschendes Frühstück im Bett möglich, aber:
"Wer nie sein Brot im Bette aß, weiß nicht, wie Krümel piken"

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Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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Ocrevus

Doro, (vor 3262 Tagen) @ Doro

Hab noch gar nicht geschaut, was ich dafür an Nebenwirkungen in Kauf nehmen müßte. Die sind bestimmt nicht ganz ohne.

Doro

Jetzt hab ich geschaut. Hatten wir Krebs schon mal als Nebenwirkung? Wenn nicht, mit Ocrevus gibt es das.

http://www.tischms.org/news/ocrelizumab-fda-approved-treatment-ms

" Allerdings gibt es einige ernste Bedenken mit Ocrelizumab, die den Patienten bewusst gemacht werden müssen , bevor sie diese Therapie betrachten.
 Zuerst gab es in der RRMS-Studie 9 Patienten, die innerhalb von drei Jahren nach der Einnahme von Ocrelizumab verschiedene Malignitäten entwickelten (4 Patienten innerhalb der ersten 2 Jahre und 5 Patienten im folgenden Jahr). 
Dies ist beunruhigend hoch, wenn man bedenkt, dass diese Patienten meist in ihrem dritten Lebensjahrzehnt waren und keine Vorgeschichte von Krebs hatten. 
In der Studie für PPMS-Patienten entwickelten 13 Patienten Krebs innerhalb von drei Jahre nach Ocrelizumab (11 in den ersten zwei Jahren und 2 weitere Fälle im folgenden Jahr).
 Dies bedeutet, dass mehr als 1 von 50 Patienten Krebs innerhalb von drei Jahren nach der Einnahme von Ocrelizumab unter den PPMS-Patienten entwickelt.
 Diese mit Ocrelizumab verbundenen Risiken der Bösartigkeit sind bei Rituximab nicht zu sehen (mehr als tausend Patienten in unserem Zentrum seit 2001 und mehrere hunderttausend weltweit).
 Dieses Krebsrisiko mit Ocrelizumab wird derzeit nicht erklärt und die Größe des Problems kann nicht definiert werden, da das Medikament nicht länger als 3 Jahre verabreicht wurde."

--
"Lerne zuhören, und du wirst auch von denjenigen Nutzen ziehen, die nur dummes Zeug reden." Platon

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Ocrevus

Edithelfriede, Nordhessen, (vor 3261 Tagen) @ Doro

 Dieses Krebsrisiko mit Ocrelizumab wird derzeit nicht erklärt und die Größe des Problems kann nicht definiert werden, da das Medikament nicht länger als 3 Jahre verabreicht wurde." [/i]

Liebe Doro

Wenn Ocrevus so lang verabreicht wurde und er oder sie haben dann immer noch Lebenskraft und keinen todbringenden Krebs das mag ich mir gar nicht vorstellen.
Im letzen Jahr hatte ich Kenntnis von Darmkrebspatienten die dann verstorben sind und heute las ich im Kirchenblättchen das einer erst 56 Jahre war aber vor kurzer Zeit hatte sich ein anderer Jagdberechtiger erschossen um sein Krebsleid zu beenden.

Warum schaffen Mediziner es nicht die Menschen friedlicher sterben zu lassen denn immer nur weitere Erkrankungen hervorbringen können sie ja!
Fast würde ich empfehlen bei schweren Erkrankungen Ärzte zu meiden wie der Teufel das Weihwasser!

lg e

--
Angst die Hoffnung zu verlieren soll nicht mein Leben bestimmen!
Sommer 2o19 bewußtlos ins ins Krankenhaus war nach vier Wochen wieder heim unter Betreuung meiner Tochter.

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Ocrevus

W.W., (vor 3261 Tagen) @ Marc

Eine kurze Mitteilung zu Ocrelizumab (Ocrevus®)(persönliche Einschätzung)

Im November 2009 war folgendes im Fernsehen zu sehen:
Ein Familienvater ist verzweifelt. Er ist erst Mitte 40. Vor 2 Jahren hat er von heute auf morgen Lähmungen in den Beinen verspürt. Innerhalb von einer Woche sitzt er im Rollstuhl. Die Diagnose: MS. Als keine herkömmliche Behandlung bei ihm wirkt, schlägt ihm seine Ärztin vor als letzten Ausweg ein experimentelles Verfahren auszuprobieren. Das Mittel heißt Rituximab® und ist eigentlich für die Behandlung von Lymphknotenkrebs zugelassen und wird auch bei schwersten Formen von Rheuma angewendet
Trotz der Gefahr schwerer Nebenwirkungen stimmt der Patient der Behandlung zu. Er bekommt innerhalb einiger Wochen zwei Infusionen mit dem Antikörper, verträgt alles gut und spürt unmittelbare Besserung. „Das war wie Handauflegen. Ich war so dankbar. Das hat mir sicher das Leben gerettet.“ Nach dieser Therapie wird er auf eine der gängigen Behandlungen der MS umgestellt.

Wirkungsmechanismus
Ocrelizumab ist wie Tysabri® ein monoklonaler Antikörper. Allerdings dichtet es nicht die Blut-Hirn-Schranke ab, und er ist nicht gegen T-, sondern gegen B-Lymphozyten gerichtet,

Die meisten MS-Medikamente sind gegen T-Zellen gerichtet, die für den Angriff auf die Myelinscheiden der Nerven im Zentralnervensystem verantwortlich sind. Die Rolle der B-Zellen, dem anderen Arm der adaptiven Immunabwehr, wurde lange unterschätzt, bis Rituximab, das selektiv B-Zellen zerstört, in klinischen Studien eine erstaunlich günstige Wirkung zeigte: Zwei intravenöse Behandlungen verhinderten über einen Zeitraum von 48 Wochen fast vollständig die Bildung neuer Läsionen in der Kernspintomographie, und in einer weiteren Studie wurde in einer Untergruppe von jüngeren Patienten sogar eine Wirkung bei der PP-MS beobachtet, für die es bisher kein effektives Mittel gibt.

Dosierung
Die Patienten erhalten alle 6 Monate eine Infusion mit 600mg. Die Anfangsdosis wird in 2 Dosen zu je 300,g aufgeteilt, die in zweiwöchigem Abstand infundiert werden.

Studien
Ocrelizumab (Ocrevus®), Roche) ist eine Variante des Krebs- und Rheumamittels Rituximab®. Die Substanz hat 3 Besonderheiten: 1. ist es das erste Medikament, das auch gegen die primär progrediente MS (PPMS) wirkt. 2. handelt richtet es sich nicht gegen T-, sondern B-Lymphozyten. Und 3. handelt es sich um einen vollständig humanisierten Antikörper, d.h., während Rituximab® noch genetische Anteile von Mäusen hatte, fehlen diese bei Ocrelizumab.

In den nahezu gleichen Studien OPERA I und OPERA II wurde Ocrelizumab in einer Dosis von 600 mg alle 24 Wochen mit einer hochdosierten Therapie mit Interferon beta-1a (44 µg dreimal pro Woche für 96 Wochen) verglichen. Teilnehmer waren 1.656 Patienten mit RR-MS, die in den letzten zwei Jahren mindestens zwei Schübe oder mindestens einen Schub im letzten Jahr erlitten hatten.

Das Team um Ludwig Kappos von der Universität Basel berichtete, dass die Rate der jährlichen Schübe in der OPERA-I-Studie um 46 Prozent und in der OPERA-II-Studie um 47 Prozent gesenkt wurde. Der Anteil der Patienten, bei denen es in den ersten zwölf Wochen zu einer Zunahme der Behinderungen kam, ging in den beiden Studien von 13,6 Prozent in der Interferon-Gruppe auf 9,1 Prozent in der Ocrelizumab-Gruppe zurück. Nach 24 Wochen war es in der Interferon-Gruppe bei weiteren 10,5 Prozent der Patienten zu einer Verschlechterung gekommen gegenüber nur 6,9 Prozent in der Ocrelizumab-Gruppe. Auch hier waren die Unterschiede signifikant.

Noch deutlichere Unterschiede waren in der Zahl der Herde, die in der Kernspintomographie Kontrastmittel aufnahmen., nachweisbar. Auch war die Gesamtzahl der T1-Läsionen in der Ocrelizumab-Gruppe um 94 Prozent beziehungsweise 95 Prozent niedriger. Bei neuen oder sich vergrößernden Läsionen kam es zu einem Rückgang um 77 Prozent beziehungsweise 95 Prozent. Dies lässt darauf hoffen, dass sich unter der Behandlung auch langfristig die Prognose der Patienten verbessert.

Nicht ganz so deutlich waren die Ergebnisse in der ORATORIO-Studie, an der 732 Patienten mit PP-MS teilnahmen. Da es hier bisher keine effektive Therapie gibt, wurde Ocrelizumab mit Placebo verglichen. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten mit einer weiteren Progression der Behinderungen in den ersten zwölf Wochen der Behandlung. Wie das Team um Jerry Wolinsky vom Health Science Center der Universität von Texas in Houston berichtet, kam es unter der Behandlung mit Ocrelizumab bei 32,9 Prozent der Patienten zu einer Krankheitsprogression gegenüber von 39,3 Prozent im Placebo-Arm. Die Hazard Ratio von 0,76 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,59 bis 0,98 signifikant.

Nebenwirkungen
Über Nebenwirkungen war noch nicht so viel bekannt, als ich dieses Kapitel schrieb. Die einzigen Informationen, die mir vorliegen, stammen von einem Forschungszentrum in New York (TISCHMS.org). Ihnen war zu entnehmen, dass es einige ernsthafte Bedenken gibt. In der ersten RRMS-Studie kam es innerhalb von 3 Jahren bei 9 Patienten zu verschiedenen malignen Erkrankungen (4 Patienten in den ersten 2 Jahren und 5 Patienten im Folgejahr). Das sei alarmierend hoch, wenn man bedenke, das diese Patienten meist in der 3. Lebensdekade standen und keine Krebsanamnese hatten.

In der Studie mit PPMS-Patienten entwickelten innerhalb von 3 Jahren, in denen sie Ocrelizumab bekamen, 13 Patienten Krebs. Das bedeutet, dass mehr als 1 von 50 Patienten innerhalb von 3 Jahren einen Krebs entwickelten. Dieses hohe Krebsrisiko wurde bei Rituximab® nicht gefunden. Woher es kommt und wie groß es wirklich ist, kann zurzeit nicht beurteilt werden, da Ocrelizumab nicht länger als 3 Jahre gegeben wurde.

W.W.

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Ocrevus, Nebenwirkungen etc.

Boggy, (vor 3260 Tagen) @ W.W.

Nicht ganz so deutlich waren die Ergebnisse in der ORATORIO-Studie, an der 732 Patienten mit PP-MS teilnahmen. Da es hier bisher keine effektive Therapie gibt, wurde Ocrelizumab mit Placebo verglichen. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten mit einer weiteren Progression der Behinderungen in den ersten zwölf Wochen der Behandlung. Wie das Team um Jerry Wolinsky vom Health Science Center der Universität von Texas in Houston berichtet, kam es unter der Behandlung mit Ocrelizumab bei 32,9 Prozent der Patienten zu einer Krankheitsprogression gegenüber von 39,3 Prozent im Placebo-Arm. Die Hazard Ratio von 0,76 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,59 bis 0,98 signifikant.

Ich lese gerade einen Artikel aus der dmsg-Zeitschrift "aktiv", 1/2017, S. 22ff; "Ocrelizumab steht vor der Zulassung"

Zur ORATORIO-Studie: all 24 Wochen 600 mg O.; 732 Patieten,
"Alter 18 bis 55 Jahre, Erkrankungsdauer maximal zehn bis 15 Jahre, Gehstrecke mindestens 20 Meter) mit primär progredieter MS. Interssanterweise verringerte sich das Risiko für eine bestätigte Behinderungsprogression um etwa 25 Prozent bei Ocrelizumabbehandlung.
Konkret zeigte sich über einen Zeitraum von 120 Wochen eine bestätigte Behinderungsprogression bei 39,3 Prozent der mit Placebo und 32,9 Prozent der mit O. behandelten Patienten. ..."

Sorry, das als Eindruck; ich kann das jetzt nicht alles abtippen.


Nebenwirkungen
Über Nebenwirkungen war noch nicht so viel bekannt, als ich dieses Kapitel schrieb. Die einzigen Informationen, die mir vorliegen, stammen von einem Forschungszentrum in New York (TISCHMS.org). Ihnen war zu entnehmen, dass es einige ernsthafte Bedenken gibt. In der ersten RRMS-Studie kam es innerhalb von 3 Jahren bei 9 Patienten zu verschiedenen malignen Erkrankungen (4 Patienten in den ersten 2 Jahren und 5 Patienten im Folgejahr). Das sei alarmierend hoch, wenn man bedenke, das diese Patienten meist in der 3. Lebensdekade standen und keine Krebsanamnese hatten.

In der Studie mit PPMS-Patienten entwickelten innerhalb von 3 Jahren, in denen sie Ocrelizumab bekamen, 13 Patienten Krebs. Das bedeutet, dass mehr als 1 von 50 Patienten innerhalb von 3 Jahren einen Krebs entwickelten. Dieses hohe Krebsrisiko wurde bei Rituximab® nicht gefunden. Woher es kommt und wie groß es wirklich ist, kann zurzeit nicht beurteilt werden, da Ocrelizumab nicht länger als 3 Jahre gegeben wurde.

Nebenwirkungen:
Risiko von Infektionen, verminderte Anti-Tumor-Immunität, leicht erhöhte Zahl an Tumoren bei Patienten, insbesondere Mamma-Karz.; "sehr geringes Risiko einer (...) (PML), "
" (...) erste Medikament mit nachgewiesener, wenn auch limitierter, Wirksamkeit"
bei prim. prog. MS.

Schönes Wochenende allen!
Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Ocrevus, Nebenwirkungen etc.

Wulf-Eberhard, (vor 3260 Tagen) @ Boggy


Nebenwirkungen
Über Nebenwirkungen war noch nicht so viel bekannt, als ich dieses Kapitel schrieb. Die einzigen Informationen>

Nebenwirkungen:
Risiko von Infektionen, verminderte Anti-Tumor-Immunität, leicht erhöhte Zahl an Tumoren bei Patienten, insbesondere Mamma-Karz.; "sehr geringes Risiko einer (...) (PML), "
" (...) erste Medikament mit nachgewiesener, wenn auch limitierter, Wirksamkeit"
bei prim. prog. MS.

Mir persönlich macht solch "Medikament" einfach nur Angst .

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Was ist denn eine Hazard Ratio?

motorschiffbesitzer, (vor 3260 Tagen) @ Boggy

Ich wollte erst ein Späßken machen a'la ich kenne nur "Bio Hazard" aus Hollywoodfilmen.

Nun war ich nur halbfaul und habe den Begriff mal eben bei Tante Google eingegeben.

Da stand was von Gefahr und Wahrscheinlichkeit h(t).

Nun sind bei solchen Angaben 0,0 = 0% ... 0,5 = 50% ... 1 = 100%.
Da sind 59% - 98% Gefahr aber unangenehm viel.:-(
Oder anders ausgedrückt signifikant viel.

--
Syntax error on line 1492

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Was ist denn eine Hazard Ratio?

Lore Ipsum, (vor 3260 Tagen) @ motorschiffbesitzer

Ich weiß es nicht so genau, sowas wie Risiko-Wahrscheinlichkeit vielleicht?

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

W.W., (vor 3260 Tagen) @ Boggy

Lieber Boggy,

ich muss mich vielmals entschuldigen. Mein Text war 'zusammengeschludert'. Es war z.B. der Unterschied Rituximab und Ocrelizumab nicht zu erkennen. Hier die hoffentlich bessere Version. Ihre Kritik ist mir sehr wichtig! Weil die Sache so schwierig ist und weil ich mich dabei nicht vertun will!


Rituximab (Rituxan®) und Ocrelizumab (Ocrevus®)
Im November 2009 war folgendes im Fernsehen zu sehen:
Ein Familienvater ist verzweifelt. Er ist erst Mitte 40. Vor zwei Jahren hat er von heute auf morgen Lähmungen in den Beinen verspürt. Innerhalb von einer Woche sitzt er im Rollstuhl. Die Diagnose: MS. Als keine herkömmliche Behandlung bei ihm wirkt, schlägt ihm seine Ärztin vor als letzten Ausweg ein experimentelles Verfahren auszuprobieren. Das Mittel heißt Rituximab und ist eigentlich für die Behandlung von Lymphknotenkrebs zugelassen, wird aber auch bei schwersten Formen von Rheuma angewendet.
Trotz der Gefahr schwerer Nebenwirkungen stimmt der Patient der Behandlung zu. Er bekommt innerhalb einiger Wochen zwei Infusionen mit dem Antikörper, verträgt alles gut und spürt unmittelbare Besserung. „Das war wie Handauflegen. Ich war so dankbar. Das hat mir sicher das Leben gerettet.“ Nach dieser Therapie wird er auf eine der gängigen Behandlungen der MS umgestellt.

Das sind Nachrichten, wie man sie immer wieder im Fernsehen sieht oder beim Friseur liest. Sie sind bewegend, weil jemand, der von einer schweren Krankheit betroffen ist, ein großes Wagnis eingeht und gewinnt. Ich habe keine Ahnung, was aus dem Mann geworden ist. Wahrscheinlich hat kein Hahn und kein Huhn mehr danach gekräht, falls es ihm später trotz der Therapie schlechter ging oder er sogar gestorben ist. Und dennoch werden wir uns immer wieder mit solchen Meldungen, die wie ein Wunder wirken, befassen müssen, denn – weiß der Himmel – irgendwann könnte ja vielleicht etwas dabei sein, was wirklich hilft.

Wirkungsmechanismus
Jede Therapie ist ein zweischneidiges Schwert. Rituximab ist wie Natalizumab (Tysabri®) ein monoklonaler Antikörper, aber er dichtet nicht die Blut-Hirn-Schranke (BHS) ab, sondern greift die B-Lymphozyten an. B-Lymphozyten? Ja, das ist neu, denn bisher ist man ja davon ausgegangen, dass die MS eine Krankheit ‚wildgewordener’ T-Lymphozyten ist.
Als ich vor Jahrzehnten anfing, mich für die MS zu interessieren, dachte ich, die B-Lymphozyten seien die Übeltäter, weil sie Antikörper produzieren würden, die gegen die Myelinscheiden gerichtet sind. Ich vermutete sogar, dass die oligoklonalen Bande diese Antikörper seien, was sich nicht bestätigen ließ.
Aber beim Rituximab geht es nicht um Antikörper-produzierende B-Lymphozyten, sondern um die B-Gedächtniszellen. Rituxial wirkt also nicht, weil es die Auto-Antikörper zurückdrängt, sondern es wird vermutet, dass die Gedächtniszellen den T-Lymphozyten Antigene präsentieren und dadurch den chronischen Entzündungsprozess befeuern. Genau genommen ist es ein monoklonaler Antikörper, der CD20-positive B-Lymphozyten ausschaltet.
Daran kann man sehen, wie schwierig die Gedankengänge geworden sind, und ich vermute auch, dass sie ‚ex post’ sind, das heißt, man denkt sie sich im Nachhinein aus, wenn man etwas Unerklärliches erklären will.
Aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Rituximab war primär ein Krebsmittel (gegen Lymphome) und wurde dann auch bei schwerem Rheuma eingesetzt. Als es auch bei der MS ausprobiert wurde, schien es einerseits hervorragend zu wirken, aber es hatte auch schwere Nebenwirkungen, die wohl darauf zurückzuführen waren, dass es durch das Medikament zu einem massenhaften Zerplatzen von B-Lymphozyten mit Freisetzen ihrer Botenstoffe kam. Es wurde sogar über 3 Toderfälle berichtet, die ‚in zeitlicher Nähe’ zur Behandlung mit Rituximab auftraten, und von einer PML verursacht wurden. Darum wurde es in dieser Form auch nicht für die MS-Therapie zugelassen.

Aus Rituximab wurde Ocrelizumab.
Daraufhin wurde Rituximab ‚umgemodelt’ und die genetischen Anteile, die es von Mäusen hatte, wurden vollständig ‚humanisiert’, also vermenschlicht. Die Patienten erhalten alle 6 Monate eine Infusion mit 600mg. Die Anfangsdosis wird in 2 Dosen zu je 300,g aufgeteilt, die in zweiwöchigem Abstand infundiert werden.

Studienergebnisse
Die neue Substanz heißt Ocelizumab (Ocrevus®). In den nahezu gleichen Studien OPERA I und OPERA II wurde Ocrelizumab in einer Dosis von 600 mg alle 24 Wochen mit einer hochdosierten Therapie mit Interferon beta-1a (44 µg dreimal pro Woche für 96 Wochen) verglichen. Teilnehmer waren 1.656 Patienten mit RR-MS, die in den letzten zwei Jahren mindestens zwei Schübe oder mindestens einen Schub im letzten Jahr erlitten hatten.
Das Team um Ludwig Kappos von der Universität Basel berichtete, dass die Rate der jährlichen Schübe in der OPERA-I-Studie um 46 Prozent und in der OPERA-II-Studie um 47 Prozent gesenkt wurde. Der Anteil der Patienten, bei denen es in den ersten zwölf Wochen zu einer Zunahme der Behinderungen kam, ging in den beiden Studien von 13,6 Prozent in der Interferon-Gruppe auf 9,1 Prozent in der Ocrelizumab-Gruppe zurück. Nach 24 Wochen war es in der Interferon-Gruppe bei weiteren 10,5 Prozent der Patienten zu einer Verschlechterung gekommen gegenüber nur 6,9 Prozent in der Ocrelizumab-Gruppe.
Noch deutlichere Unterschiede waren in der Zahl der Herde, die in der Kernspintomographie Kontrastmittel aufnahmen., nachweisbar. Auch war die Gesamtzahl der T1-Läsionen in der Ocrelizumab-Gruppe um 94 Prozent beziehungsweise 95 Prozent niedriger. Bei neuen oder sich vergrößernden Läsionen kam es zu einem Rückgang um 77 Prozent beziehungsweise 95 Prozent. Dies lässt darauf hoffen, dass sich unter der Behandlung auch langfristig die Prognose der Patienten verbessert.
Nicht ganz so deutlich waren die Ergebnisse in der ORATORIO-Studie, an der 732 Patienten mit PPMS teilnahmen. Da es hier bisher keine effektive Therapie gibt, wurde Ocrelizumab mit Placebo verglichen. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten mit einer weiteren Progression der Behinderungen in den ersten zwölf Wochen der Behandlung. Wie das Team um Jerry Wolinsky vom Health Science Center der Universität von Texas in Houston berichtet, kam es unter der Behandlung mit Ocrelizumab bei 32,9 Prozent der Patienten zu einer Krankheitsprogression gegenüber von 39,3 Prozent im Placebo-Arm.

Nebenwirkungen

Über Nebenwirkungen war noch nicht so viel bekannt, als ich dieses Kapitel schrieb. Die einzigen Informationen, die mir vorliegen, stammen von einem Forschungszentrum in New York (TISCHMS.org). Ihnen war zu entnehmen, dass es einige ernsthafte Bedenken gibt. In der ersten RRMS-Studie kam es innerhalb von 3 Jahren bei 9 Patienten zu verschiedenen malignen Erkrankungen (4 Patienten in den ersten 2 Jahren und 5 Patienten im Folgejahr). Das sei alarmierend hoch, wenn man bedenke, das diese Patienten meist in der 3. Lebensdekade standen und keine Krebsanamnese hatten.
In der Studie mit PPMS-Patienten entwickelten innerhalb von 3 Jahren, in denen sie Ocrelizumab bekamen, 13 Patienten Krebs. Das bedeutet, dass mehr als 1 von 50 Patienten innerhalb von 3 Jahren einen Krebs entwickelten. Dieses hohe Krebsrisiko wurde bei Rituximab® nicht gefunden. Woher es kommt und wie groß es wirklich ist, kann zurzeit nicht beurteilt werden, da Ocrelizumab nicht länger als 3 Jahre gegeben wurde.

Beurteilung
Mir macht die Substanz Angst!

W.W.

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

Boggy, (vor 3260 Tagen) @ W.W.

Lieber Boggy,

ich muss mich vielmals entschuldigen. Mein Text war 'zusammengeschludert'. Es war z.B. der Unterschied Rituximab und Ocrelizumab nicht zu erkennen. Hier die hoffentlich bessere Version. Ihre Kritik ist mir sehr wichtig! Weil die Sache so schwierig ist und weil ich mich dabei nicht vertun will!

Lieber WW,
war nicht als Kritik gemeint, sondern als aktuelle Ergänzung, weil ich gerade den Artikel lese. Ihren Text kann ich jetzt nicht mehr lesen, muß ich später machen. Jetzt keine Konzentrationskraft mehr bei mir.
Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

Boggy, (vor 3260 Tagen) @ W.W.

Hier bin ich nochmal mit einem Zitat aus dem dmsg-"aktiv"-Artikel:
"Nicht für alle Patienten mit primär progredienter MS ist die Wirksamkeit einer B-Zell Depletion erwiesen. Zwar stehen bisher Subgruppenanalysen der ORATORIO-Studie aus, die Studienpopulation weist aber einige Besonderheiten auf, die für die Übertragung der Ergebnisse auf die Gesamtheit der Patienten mit ppMS bedeutsam sind. (...)"

Können Sie sich die Zeitschrift besorgen? Könnte wichtig sein.

Gruß
Boggy

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

W.W., (vor 3260 Tagen) @ Boggy

Nein. kann ich leider nicht. Morgen (in aller Herrgottsfrühe) fahre ich mit meiner Frau nach Sellin auf Rügen. Könnte mir evtl. jemand das kopieren, was in der 'aktiv' steht?

Gruß,
W.W.

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

Boggy, (vor 3259 Tagen) @ W.W.

Nein. kann ich leider nicht. Morgen (in aller Herrgottsfrühe) fahre ich mit meiner Frau nach Sellin auf Rügen. Könnte mir evtl. jemand das kopieren, was in der 'aktiv' steht?

Gruß,
W.W.

Lieber WW,
ich habe gerade versucht, Ihnen den Artikel als 3 pdf-Dateien per Email zu schicken. Ich hoffe, es hat funktioniert.
Herzliche Grüße
Boggy

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dmsg-Artikel

Boggy, (vor 3259 Tagen) @ W.W.

Die dmsg kündigt mehr Info zum Thema an; vielleicht ist das dann in etwa der Artikel aus der Zeitschrift.
https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-therapien/erstes-medikament-fuer-die-beha...

Diese Kurznachricht finde ich beschönigend und verharmlosend.

Gruß
Boggy

Nochmal aus dem Artikel:
"Studiendaten OPERA und ORATORIO
Kürzlich erschienen im renommierten New
England Journal of Medicine zwei Artikel, die
drei Phase Ill-Studien mit Ocrelizumab
beschreiben. Die beiden identischen Studien
OPERA I und II mit insgesamt 1656 Patienten
zeigten, dass die Infusion von 600 mg Ocrelizumab
alle 24 Wochen bei Patienten mit
schubförmig remittierender MS zu einer
Reduktion der Schubrate um fast 50 Prozent
gegenüber einer Behandlung mit Interferon
beta-1a (Vergleichsmedikation mit Rebif®
44 ug drei mal pro Woche) führt. Auch die Zahl
der Patienten mit bestätigter Behinderungsprogression
(= bestätigte Verschlechterung
des neurologische Befunds über zwölf Wochen)
und die Anzahl neuer MRT-Läsionen
waren signifikant niedriger in den mit Ocrelizumab
behandelten Gruppen.
Die ORATORIO-Studie untersuchte die Wirksamkeit
von 600 mg Ocrelizumab alle 24
Wochen gegenüber Placebo bei 732 Patienten
(Alter 18 bis 55 Jahre, Erkrankungsdauer maximal
zehn bis 15 Jahre, Gehstrecke mindestens
20 Meter) mit primär progredienter MS.
Interessanterweise verringerte sich das Risiko
für eine bestätigte Behinderungsprogression
um etwa 25 Prozent bei Ocrelizumab-Behandlung.
Konkret zeigte sich über einen
32,9 Prozent der mit Ocrelizumab behandelten
Patienten. Dies bedeutet, dass im Beobachtungszeitraum
etwa sechs von 100 Patienten
von einer Ocrelizumab-Behandlung hinsichtlich
der Behinderungsprogression profitierten.
Deutlicher war das Ergebnis im 25-Fuß-Gehtest.
Nach 120 Wochen verschlechterten sich
55,1 Prozent der Placebo-Patienten, aber nur
38,9 Prozent der Ocrelizumab-Behandelten.
Das Ausmaß der MRT-Läsionen verringerte
sich im Beobachtungszeitraum unter Ocrelizumab-
Behandlung, wohingegen es unter Placebo-
Behandlung zunahm. Schließlich zeigte
sich unter Ocrelizumab-Behandlung auch eine
geringere Abnahme des Hirnvolumens als
unter Placebo. Ocrelizumab ist somit die erste
Substanz, die eine nachgewiesene Wirksamkeit
bei primär progredienter MS hat. Bisher
gibt es für diese Verlaufsform der MS keine
zugelassenen Medikamente"

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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dmsg-Artikel; nochmal: Gefahren

Boggy, (vor 3259 Tagen) @ W.W.

aus dem Artikel:
"Nebenwirkungen und
Vorsichtsmaßnahmen
Trotz des berechtigten Patienteninteresses an
einer Therapie mit Ocrelizumab bei primär
chronisch progredienter MS müssen potenzielle
Nebenwirkungen beachtet werden. Die
B-Zell Depletion ist eine selektive Immunsuppression
und kann als solche das Risiko von
Infektionen und potenziell durch die verminderte
Anti-Tumor-Immunität auch das Risiko
von Tumoren erhöhen. Tatsächlich zeigte sich
in den Ocrelizumab-Studien für MS bei insgesamt
gutem Sicherheitsprofil eine leicht
erhöhte Rate an Herpesvirus-Reaktivierungen
und in der Studie für primär progrediente MS
eine leicht erhöhte Zahl an Tumoren, insbesondere
Mamma-Karzinomen.
Daneben besteht für Ocrelizumab wahrscheinlich
auch ein sehr geringes Risiko einer
progressiv multifokalen Leukenzephalopathie
(PML), da unter anderen B-Zell-depletierenden
Medikamenten einzelne PML-Fäle beobachtet
wurden. Eine PML ist bisher unter Ocrelizumab
allerdings nicht aufgetreten, jedoch sollten insbesondere
beim Wechsell von Natalizumab
(Tysabri®) bei JCV-Antikörper positiven Patienten
Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.
Daneben sollten generell chronische Infektionen,
beispielsweise mit Hepatitisviren, HIV
oder Tuberkulose, vor Beginn einer B-Zelldepletierenden
Therapie ausgeschlossen werden.
Mögliche seltene Nebenwirkungen einer
Langzeittherapie mit Ocrelizumab wie auch die
Relevanz der leicht erhöhten Tumorzahl in
einer der drei Studien sind zum jetzigen Zeitpunkt
noch nicht sicher beurteilbar."

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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dmsg-Artikel; nochmal: Gefahren

moritz, (vor 3259 Tagen) @ Boggy

... Eine PML ist bisher unter Ocrelizumab
allerdings nicht aufgetreten, jedoch sollten insbesondere
beim Wechsell von Natalizumab
(Tysabri®) bei JCV-Antikörper positiven Patienten
Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.

welche vorsichtsmassnahmen? damit kann man höchstens früherkennung meinen, verhindern lässt sich eine PML nicht.
herpesenzephalitis ist auch nicht das gelbe vom ei, ebensowenig krebs.

demgegenüber die verzweifelte hoffnung schwerkranker auf heilung: ich bin froh, niemandem so ein medi andrehen bzw. ausreden zu müssen.
ich bin auch froh, dass ich die mediphase hinter mir habe

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dmsg-Artikel; nochmal: Gefahren

Philipp, (vor 3259 Tagen) @ moritz

Ich bin froh, habe ich die hoffnungslose Phase hinter mir.

Ich habe heute bereits kurzgefastet, fühlt sich gut an, ich bin wieder draussen.

Philipp

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

Nalini, (vor 3260 Tagen) @ W.W.

Im November 2009 war folgendes im Fernsehen zu sehen:
Ein Familienvater ist verzweifelt. Er ist erst Mitte 40. Vor zwei Jahren hat er von heute auf morgen Lähmungen in den Beinen verspürt. Innerhalb von einer Woche sitzt er im Rollstuhl. Die Diagnose: MS. Als keine herkömmliche Behandlung bei ihm wirkt, schlägt ihm seine Ärztin vor als letzten Ausweg ein experimentelles Verfahren auszuprobieren. Das Mittel heißt Rituximab und ist eigentlich für die Behandlung von Lymphknotenkrebs zugelassen, wird aber auch bei schwersten Formen von Rheuma angewendet.
Trotz der Gefahr schwerer Nebenwirkungen stimmt der Patient der Behandlung zu. Er bekommt innerhalb einiger Wochen zwei Infusionen mit dem Antikörper, verträgt alles gut und spürt unmittelbare Besserung. „Das war wie Handauflegen. Ich war so dankbar. Das hat mir sicher das Leben gerettet.“ Nach dieser Therapie wird er auf eine der gängigen Behandlungen der MS umgestellt.

Mir ist es unverständlich, wie diese Geschichte im Fernsehen kursieren konnte, ohne die Geschehnisse näher zu hinterfragen. Auch ich hatte den Beitrag damals gesehen. Es ging um die Behandlung in einem Frankfurter Krankenhaus in der Neurologie. Rituximab wurde damals (um das Jahr 2009) vornehmlich eingesetzt, um Schübe zu verhindern. Dass dem Medikament damals irgendeine regenerative Funktion zugesprochen wurde, ist mir nicht bekannt. In meinem Bekanntenkreis gibt es ein "Fallbeispiel", bei dem Rituximab zur Verhinderung von Schüben eingesetzt wurde. Es kam auch unter Rituximab zu einem schwereren Schub. Dieser Schub bildete sich zwar bis zu einem gewissen Grad zurück, aber nicht schneller oder besser als sonst bei diesem Patienten üblich.

Von daher ist die Darstellung in besagtem Film für mich nicht nachvollziehbar. Warum sollte es aufgrund von Rituximab zu einer erheblichen Verbesserung in wenigen Wochen kommen, wenn doch das Medikament üblicherweise zur Verhinderung von Schüben eingesetzt wird? Oder hat bei dem Beispiel im Film eine normale Regeneration eingesetzt, wie sie im Anschluß von Schüben häufig üblich ist, die dann der Wirkung von Rituximab zugesprochen wurde?

Der Anteil der Patienten, bei denen es in den ersten zwölf Wochen zu einer Zunahme der Behinderungen kam, ging in den beiden Studien von 13,6 Prozent in der Interferon-Gruppe auf 9,1 Prozent in der Ocrelizumab-Gruppe zurück. Nach 24 Wochen war es in der Interferon-Gruppe bei weiteren 10,5 Prozent der Patienten zu einer Verschlechterung gekommen gegenüber nur 6,9 Prozent in der Ocrelizumab-Gruppe.

13,6 versus 9,1 und 10,5 versus 6,9: Das sind Unterschiede in beiden Gruppen, die es für meinen Geschmack nicht rechtfertigen würden, diese in den Nebenwirkungen unberechenbare und unerforschte neue Substanz zum Einsatz zu bringen.

Wie das Team um Jerry Wolinsky vom Health Science Center der Universität von Texas in Houston berichtet, kam es unter der Behandlung mit Ocrelizumab bei 32,9 Prozent der Patienten zu einer Krankheitsprogression gegenüber von 39,3 Prozent im Placebo-Arm.

Auch hier sind die Unterschiede zwischen Substanz und Placebo (33 vs. 39 Prozent) nicht sehr überzeugend.

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

W.W., (vor 3260 Tagen) @ Nalini

Liebe Nalini,

für mich ist die Frage, ob ich den Fall, wie er im Fernsehen war, so berichten sollte?! Immerhin bringt er ja sehr schön zum Ausdruck, was sich Patienten in der NOT wünschen und Ärzte bereit sind zu tun (aus welchen Gründen auch immer!) Oder soll ich den Fall weglassen?

Ich merke, wie schwer mir solche Texte fallen. Es ist, wie Philipp sagt: Ich bin vermutlich ein sehr netter Großvater, aber als Neurologe nicht mehr so gut geeignet.:-(

W.W.

PS: Könnte es sein, dass ich gar nicht mehr in der Lage bin, die neue Auflage zu schreiben???!

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

Nalini, (vor 3260 Tagen) @ W.W.

für mich ist die Frage, ob ich den Fall, wie er im Fernsehen war, so berichten sollte?! Immerhin bringt er ja sehr schön zum Ausdruck, was sich Patienten in der NOT wünschen und Ärzte bereit sind zu tun (aus welchen Gründen auch immer!)

Sicher, so könnte man es auch sehen. Wie so oft, ist das eine Frage des Stils und des Geschmacks des Autors.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau eine wunderschöne Zeit auf der Insel. Sicher kennen Sie auch diesen Effekt, dass sich manchmal Dinge wie von selbst klären, wenn man etwas Abstand gewinnt. Auch das wünsche ich Ihnen.

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

Philipp, (vor 3260 Tagen) @ W.W.

Lieber Herr W.W.

Mit dem guten Neurologen ist es wie mit dem guten Autofahrer.

Wir konnten ohne ABS, ASC, DSC, Automat fahren, das könnte heute kaum Jemand.

Das ist beim Neurologen nicht anders .

Und MS gleich Neurologe ist auch nicht, im Berufsleben eines Neurologen hat es nicht so viele MSler, ausser bei "Spezialisten".

Mein Gehen hat eine neue Qualität erlangt, auch die körperliche Kraft, Anfang Januar konnte ich im Fitness mit 12 Geräten in 45 Minuten total 3500 Kilogramm bewegen, jetzt sind es 7000 Kilogramm in 30 Minuten mit 14 Geräten.

Und ja, das habe ich gefunden und entspricht mir:

I have a friend with MS and there's no way they will be waiting years for the clinical trials. Try it now!

Ich lebe heute und im jetzt !

Philipp

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

moritz, (vor 3260 Tagen) @ Philipp

wenn du dich als tiermodell betrachtest ...

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Ocrelizumab (Ocrevus): Neufassung!

Faxe, (vor 3037 Tagen) @ W.W.

Mir macht die Substanz Angst!

W.W.

Mir auch.

Toll, für PPMS und RRMS also, SPMS-ler bleiben also verschont. :-D

--
"Skynet begins to learn at a geometric rate. It becomes self-aware at 2:14 AM, Eastern time, August 29th. "

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