Malu Dreyer: Mein Weg durch die Krise (Therapien)
Als Malu Dreyer von ihrer Krankheit erfuhr, war sie ein Häufchen Elend. Heute hat sie einen Trick, um ihre Sorgen in Schach zu halten.
(Aus der ZEIT Nr. 38/2016)
http://www.zeit.de/2016/38/malu-dreyer-multiple-sklerose-interview
[leider nur mit (kostenfreier!) Anmeldung ganz zu lesen. Es lohnt sich aber!]
Seite 1 — Mein Weg durch die Krise
Seite 2 — "MS hat etwas Unheimliches"
Seite 3 — "Ein unerschütterliches Vertrauen in Gott"
Zitat:
Dreyer: Ich habe schon ein paar Tricks. Bei Dingen, die mich fast umbringen vor Ärger oder stark beschäftigen, sage ich abends: Jetzt ist Schluss, morgen ist das auch noch alles da, und dann ist Zeit, sich damit zu beschäftigen. Ich lege die Sorgen gedanklich in ein Marmeladenglas, mache es zu und stelle es weg.
ZEIT Doctor: Visualisieren Sie das tatsächlich?
Dreyer: Ja, ich muss die Sache für mich zu einem Ende bringen, obwohl sie nicht zu Ende ist. Ich muss die Sorgen irgendwo ablegen, denn die ganze Nacht darüber nachzudenken bringt gar nichts. So war es auch nach meiner Diagnose. Irgendwann, nach all den schlimmen Gefühlen habe ich mir gesagt: Jetzt ist es mal gut, jetzt richte ich den Blick nach vorne.
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Über ihre sechs Freundinnen berichtet sie:
"Dreyer: Diese Frauen sind eine emotionale Heimat für mich. Unsere Lebenswege sind zwar sehr unterschiedlich verlaufen, aber wir haben uns immer gegenseitig gestärkt. Wir sind total parteiisch füreinander. Meine Freundinnen gehörten zu den wenigen, die von Anfang an von meiner Multiplen Sklerose wussten. Sie waren gute Ratgeberinnen, denn sie sehen das Positive am Leben und dass man sehr viel schaffen kann. "
Ihr scheint es wie "uns" zu gehen
ZEIT Doctor: Wann haben Sie gespürt, dass die Krankheit Ihren Alltag tatsächlich einschränkt?
"Dreyer: Seelisch gesehen, beeinträchtigt diese Diagnose einen sofort. Die MS hat etwas Unheimliches, weil man nicht genau weiß, wie sie sich entwickelt. Man steht mit dieser Unsicherheit da und fragt sich, was heißt das für mein Leben? Ich habe darunter gelitten, dass ich keine ermutigenden Vorbilder fand. Nirgends hörte ich von Menschen mit positivem Verlauf. "
- Mein Physiotherapeut ist mein ständiger Begleiter
- Mein Mann ist die Kraftquelle Nummer eins in meinem Leben
- "Ein unerschütterliches Vertrauen in Gott"
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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)
Sisyphos hatte es auch nicht leicht

Auf der Hand liegt doch eine ganz andere Frage: Wäre es nicht denkbar, dass die MS von Malu Dreyer, obwohl sie primär chronisch ist, einen günstigen Verlauf genommen hat, weil es etwas in ihrem Leben gibt, was den Verlauf der MS günstig beeinflusst hat?!
