Malu Dreyer: Mein Weg durch die Krise (Therapien)
Was Malu Dreyer betrifft, ist das ihr Weg. Sie muss eine sehr willensstarke und machtstrategische Frau sein, sonst hätte sie das Ministerpräsidentinnen-Amt nicht erkämpft und verteidigt. Da sie sich in einer Partei hochgedient hat, ist auch Anpassungswille gefragt.
Ich finde sie äußerst künstlich, ihren Gesichtsausdruck und ihre Sprache. So ein wenig maskenhaft. Wenn ich so viele wichtige Sachen zu bewältigen hätte, wäre ich sehr gut abgelenkt und mit den vielen Helferlein und Profis an meiner Seite ist das Leben einfacher. Nur die MS ist dann ein Wermutstropfen?!
Ich weiß nicht, welche Form die richtige ist, die MS auszuhalten. Ich persönlich kann die Krankheit nur phasenweise akzeptieren, weil mir sehr gut im Gedächnis ist, wie ich ohne meine Behinderungen gelebt habe und auf was ich jetzt verzichten muss. Es muntert mich auch nicht auf, wenn ich aus der Palette der Hilfsmittel was auswählen kann. Ich würde gerne auf eigenen Beinen laufen ohne in jedem Moment die Spastik und die Steifheit zu spüren. Das ist nur ein Aspekt. Gottvertrauen nein, wenn Gott so viel Dinge auf der Welt zulässt, wie könnte ich ihm dann vertrauen. Ich versuche mir zu vertrauen und bin auch mal grantig (wie schreibt man das?) zu meinen Mitmenschen, wenn es mir schlecht geht. Grüße Jakobine