Frage an die Mathematiker (Therapien)
Eine Frage habe ich an die des Rechnens firmen, weil ich gerade etwas zerstreut bin.Wenn z.B. - wie in der Broschüre aufgelistet - Interferon gegenüber einer Placebogruppe 14 % weniger Schübe zulässt und Lemtrade gegenüber Interferon 19%, wieviel sind es dann gegenüber der/einer fiktiven Placebogruppe, die mit der echten vergleichbar ist?
14 % + 19% = 33%?
In aller Vorsicht eine mathematische Antwort.
Wenn man 100 Patienten nimmt und 14 davon durch Interferone keine Schübe bekommen, verbleiben 86 mit Schüben. Wenn man dann einen Prozentsatz von 19% für Lemtrada heranzieht, dann ist Lemtrada für die 14 "wirkungslos"/irrelevant, da die eh keine Schübe mehr haben. Bzgl. der verbleibenden 86 bewirken 19% bei 16,34 Patienten etwas.
In Summe sind es also rechnerisch 30,34%.
Das eigentliche Problem liegt meiner Meinung nach jedoch in der undifferenzierten Formulierung "Wegen des Medikaments keine Schübe". So einen inhaltsleeren Begriff ohne Erläuterung hätte ich von Jutta Sch., bzw. TIMS eigentlich nicht erwartet.
Folgende Fragen stellen sich mir:
1.
Auf welchen Zeitraum bezieht sich die Aussage "keine Schübe" ? 6 Monate, 12 Monate, 24 Monate ???
2.
Die Aussage hängt natürlich von der Schub-Wahrscheinlichkeit eines Patienten ab. Was ist, wenn jemand im Schnitt bisher z.B. alle 3 Jahre einen Schub hatte ? Was bedeutet dann "wegen des Medikaments keine Schübe" auf einen Zeitraum von 12 Monaten bezogen ? Da hätte der- oder diejenige wahrscheinlich sowieso keinen Schub gehabt.
3.
Wie realistisch kann man überhaupt eine "Schub-Wahrscheinlichkeit" messen ? Es hat ja vermutlich niemand Dutzende oder gar Hunderte von Schüben in seiner/ihrer bisherigen MS-Historie, sondern meistens eine einstellige Anzahl. Daraus eine Schub-Wahrscheinlichkeit, bzw. eine reduzierte Schub-Wahrscheinlichkeit bezogen auf einen definierten Zeitraum abzuleiten, halte ich für ziemlich abenteuerlich.
Michael