Freud und Leid - textanalytisch gesehen (Straßencafé)

Boggy, Samstag, 11.09.2021, 15:24 (vor 14 Tagen) @ Jakobine

Warum sollte W.W. die Impfung nicht überleben?

Das dürfte vornehmlich der literarisch-stilistischen Parallelkonstruktion geschuldet sein, die der Autor hier im Text vorgenommen hat, und die sich inhaltlich im Gegensatzpaar "überleben" / "nicht überleben" widerspiegelt.
Die Paralellführung des jeweils abschließenden Einzeilers "Das ist ..." verstärkt die geschickte Konstruktion, genauso wie die zunächst auf Gefühle bezogenen Einfügungen "schön" und "traurig", die bereits im Titel des Textes angedeutet wurden: "Freud und Leid", und die dann in einer überraschenden Wendung der dritten "Das ist ..."-Zeile vom Gefühl ins Rationale der "Tatsache" wechseln.

An dieser Stelle beendet der Autor die bisherige Textstruktur, um - beinahe wie dahingeworfen - ebenfalls parallelgeführt, zwei freudige Beobachtungen mitzuteilen, und um das Ganze schließlich mit einem freundlichen Willkommensgruß zu runden.

:-)

Boggy

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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.


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