Welt-MS-Tag -- "Voll im Leben" (?) (Allgemeines)

Boggy, Freitag, 08.04.2022, 15:14 (vor 40 Tagen)

"Voll im Leben" ist das Motto des Welt-MS-Tags, wie ich gerade lese.

Ich kann mich, glaube ich, an kein MS-Motto erinnern, das ich freudestrahlend als "ja, paßt genau!" begrüßt habe.

Dieses auch nicht.

Ich stehe nicht voll im Leben.
Ich stehe auch nicht im vollen Leben.
Ich bin durch MS sehr eingeschränkt, behindert, aus vielem, was das Leben voll ausmacht, herausgenommen.
Ich bin nicht all die Anderen.

In dem, was mir an Leben bleibt, versuche ich, so voll(ständig) wie möglich zu SEIN und zu TUN.
Ich bemühe mich, das, was an Leben übrig bleibt, so voll und ganz mit lebendigem Leben auszufüllen wie mir möglich.

Aber ich stehe nicht "voll im Leben".
Ich stehe so gut ich kann voll in MEINEM Leben, und das ist nicht das allgemeine Leben.

Wollt ich nur mal kurz anmerken ...
Ich mag diese Sprüche nicht.
Sie betreffen nicht meine Lebenswirklichkeit.
Sie haben etwas Verharmlosendes, das das Leidvolle in meinem Leben, das es auch gibt, verschleiert und verdrängt.
Damit werde ich nicht ernstgenommen. Ein Teil von mir wird gestrichen. Das mache ich nicht mit.

Ich glaube nicht, daß ich überempfindlich bin ... oder ? ... further studies ... ;-)

Gruß
Boggy

P.S. Wenn man das Leidvolle als Teil des Lebens betrachtet (was ich tue), dann stehe ich natürlich voll im Leben, aber ich bezweifle, daß die Erfinder des Mottos dies im Sinn hatten.

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Welt-Tag -

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Freitag, 08.04.2022, 15:37 (vor 40 Tagen) @ Boggy

Wollt ich nur mal kurz anmerken ...

-> Ich mag diese Sprüche nicht.
-> Sie betreffen nicht meine Lebenswirklichkeit.
-> Sie haben etwas Verharmlosendes, das das Leidvolle in meinem Leben, das es auch gibt, verschleiert und verdrängt.
-> Damit werde ich nicht ernstgenommen. Ein Teil von mir wird gestrichen. Das mache ich nicht mit.


Ich glaube nicht, daß ich überempfindlich bin ... oder ? ... further studies ... ;-)

Nee Boggy,
das ist keine Überempfindlichkeit,
das ist gesunde Wahrnehmung.

Aber du hast doch sicher auch schon von "Krise als Chance" gehört ... :-D
Mach was draus aus deinem Missempfinden, lass die Sau raus, entwickel dich weiter...

[CAVE: der obige Passus kann Spuren von Ironie enthalten]


Gruß
Boggy

P.S. Wenn man das Leidvolle als Teil des Lebens betrachtet (was ich tue), dann stehe ich natürlich voll im Leben, aber ich bezweifle, daß die Erfinder des Mottos dies im Sinn hatten.
:-D


... nennt man das nicht Ganzheit? (ich kann mich aber auch irren)

interessanter find ich den Tag der Kartoffel in Peru (Nationaltag, PER), der auch am Sonntag stattfindet ..


Grüße an Alle,
verbunden mit Hoffnung
auf den Frühlingssonnenschein :Sonne:

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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Welt-MS-Tag -- zynische Sprüche, jedes Jahr

UWE, Freitag, 08.04.2022, 16:19 (vor 40 Tagen) @ Boggy

Ich kann Dir nur vollinhaltlich zustimmen.

Diese Sprüche wie "voll im Leben" sind nur zynisch..
Dem Schreiberling gönne ich nur mal einen Tag so wie meinen.

Aber ich erwarte schon gar nichts anderes mehr

So long
Uwe

--
- Geist bewegt Materie -

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Welt-MS-Tag -- "Voll im Leben" (?)

agno @, Freitag, 08.04.2022, 17:58 (vor 40 Tagen) @ Boggy

Ich mag diese Sprüche nicht.
Sie betreffen nicht meine Lebenswirklichkeit.
Sie haben etwas Verharmlosendes, das das Leidvolle in meinem Leben, das es auch gibt, verschleiert und verdrängt.
Damit werde ich nicht ernstgenommen. Ein Teil von mir wird gestrichen. Das mache ich nicht mit.

Ich glaube nicht, daß ich überempfindlich bin ... oder ? ... further studies ... ;-)

Gruß
Boggy

P.S. Wenn man das Leidvolle als Teil des Lebens betrachtet (was ich tue), dann stehe ich natürlich voll im Leben, aber ich bezweifle, daß die Erfinder des Mottos dies im Sinn hatten.

schwierig
Ich habe da wunderbare Erfahrungen gemacht, viel gelernt und sehr nette Menschen getroffen.
Aber diese "Aktionen" sind meistens irgendwie gekünstelt, verkrampft und am Thema vorbei.
Halt mehr von Werbefuzzi als vom Betroffenen in seinen Bedürfnissen.
Wenn ich mir vorstellen würde, ich müsste etwas organisieren was die Nöte der MSler so lindert, wie damals die Kriegsversehrtenhilfe?
Ich hätte keine Ahnung :-(
Vermutlich ist es das ewige Dilemma, in dem auch der ukrainische Außenminister hängt.
Entweder man ist nett, dann gibt es Krümel und nette Worte. Siehe Stichwort "Beifall" bei Corona.
Oder man fordert notwendige Hilfe massiv ein? Dann wird man zur "bösen Person" erklärt und bekommt vielleicht dafür dass man weniger nervt, etwas mehr.

agno

--
Weiß nicht, woher ich komm, weiß nicht, wie lang ich bleib, weiß nicht, wohin ich geh, mich wundert, dass ich glücklich bin ...

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