Long-Covid-Forschung (Allgemeines)

Boggy, Samstag, 06.01.2024, 14:28 (vor 59 Tagen)

Ich möchte hier einige Informationen einstellen, die auf Michaels ausführlichen Beiträgen bei Sallys zu diesem Thema beruhen.
Ich kann das nicht näher kommentieren oder erläutern, da ich fachlich nicht fit genug bin bei diesen Themen; aber ich denke, daß es genügend Leserinnen und Leser gibt, die hier größeres Interesse haben, und die sich gerne näher damit beschäftigen.
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https://www.peter-spork.de/126-0-Corona-Warum-trifft-es-manche-besonders-hart.html

"Corona: Warum trifft es manche besonders hart?

Ob man zur Risikogruppe gehört, entscheidet nicht alleine über die Schwere einer Covid-19-Erkrankung. Genetik und Epigenetik reden mit. Diese Erkenntnis wird Vorbeugung und Therapie verbessern.

Neue Studien zeigen: Auch die Molekularbiologie der Betroffenen prägt den Verlauf einer Infektion mit dem neuen Coronavirus. Deshalb sind sogar junge Menschen nicht immer vor einem schweren Verlauf der Infektion geschützt. Und manche Alte und Vorerkrankte entwickeln trotz theoretisch hohem Risiko kaum Symptome.
(...)

Was aber ist das Geheimnis hinter den unterschiedlichen Covid-19-Verläufen? Das war bis vor kurzem unbekannt, doch jetzt häufen sich die Hinweise, dass die Genetik und die Epigenetik gleichermaßen eine Rolle spielen. (...)

Im einen Fall sind es bestimmte Genvarianten, die dafür sorgen, dass die Menschen etwas unterschiedliche Biomoleküle erzeugen und dadurch widerstandsfähiger oder anfälliger sind als andere. Man könnte auch sagen, die Hardware der Zellen unterscheidet sich. Im anderen Fall sind es Unterschiede bei den epigenetischen Strukturen. Diese schenken unseren Zellen ein individuelles Programm. Kleine biochemische Anhängsel, die an oder neben der DNA einer Zelle sitzen, entscheiden wie Dimmer oder Schalter darüber, welche ihrer Gene die Zelle besonders gut benutzen kann und welche nicht.
(...)

Um im Bild zu bleiben, ist es in diesem Fall also die jeweilige Software der Zellen, die das Krankheitsrisiko beeinflusst. Und die wurde auch durch die individuelle Vergangenheit der Infizierten geprägt."

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https://www.scinexx.de/news/medizin/post-covid-zeigt-sich-an-der-dna/

Post-Covid zeigt sich an der DNA
Spätfolgen der Corona-Infektion sind an DNA-Anhängen der weißen Blutkörperchen zu erkennen
9. März 2023,

(...)
Das Problem: Bisher ist noch unklar, warum bei einigen Menschen ein Post-Covid-Syndrom auftritt, bei anderen aber nicht. Zudem scheint es verschiedene Formen und möglicherweise auch Auslösemechanismen der postviralen Erkrankung zu geben.

(...)
Einen Hinweis auf die Ursachen könnte nun eine Entdeckung von Frida Nikesjö von der Universität Linköping und ihren Kollegen liefern. Sie hatten bereits im letzten Jahr herausgefunden, dass Genesene nach einer akuten Corona-Infektion charakteristische Veränderungen am Epigenom ihrer mononukleären Blutzellen zeigen – den weißen Blutkörperchen und anderen Immunzellen des Blutes. Verändert war die DNA-Methylierung in Form chemischer Anhänge am Erbgut, die das Ablesen und die Aktivität der Gene beeinflussen.
(...)

Das Ergebnis: Es zeigten sich tatsächlich signifikante epigenetische Unterschiede zwischen den drei Gruppen. Verglichen mit den gesunden Kontrollpersonen trugen die Post-Covid-Betroffenen 98 zusätzliche Methylanlagerungen an ihrer DNA, verglichen mit den von Covid-19 Genesenen sogar 197 zusätzliche Methylgruppen. Viele dieser Veränderungen ließen sich dabei spezifischen Genen und Signalwegen zuordnen, die für Covid und Post-Covid eine Rolle spielen.

„Das bestätigt, dass diese epigenetischen Unterschiede tatsächlich physiologisch relevant sind und mit den Symptomen von Post-Covid in Verbindung stehen könnten“, erklärt Nikesjös Kollegin Maria Lerm.
(...)

Interessant auch: Bei den Post-Covid-Betroffenen waren auch DNA-Anhänge an den sogenannten NDUFA-Genen blockiert, die wichtige Enzyme der Mitochondrien regulieren. „Andere Studien haben bereits gezeigt, dass diese Energiekraftwerke der Zelle in Fällen chronischer Erschöpfung in ihrer Funktion gestört sind“, erklärt Lerm. Die epigenetischen Veränderungen könnten demnach erklären, warum viele Post-Covid-Patienten an chronischer Erschöpfung oder dem Chronischen Fatigue-Syndrom leiden.

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https://clinicalepigeneticsjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13148-022-01398-1

Nikesjö, F., Sayyab, S., Karlsson, L. et al.:
Defining post-acute COVID-19 syndrome (PACS) by an epigenetic biosignature in peripheral blood mononuclear cells.
Clinical Epigenetics volume 14, Article number: 172 (2022)). https://doi.org/10.1186/s13148-022-01398-1

"Hypothetisch könnte der Organismus als Teil der antiviralen Abwehr (entweder durch die Bildung von Autoantikörpern oder epigenetisch) vom Virus genutzte Signalwege heruntermodulieren, die, wenn sie nach der Virusbeseitigung dauerhaft herunterreguliert werden, zur Beeinträchtigung von Zellfunktionen beitragen können.
(...)

Ein weiteres identifiziertes Modul mit sehr starken Wechselwirkungen mit SARS-CoV-2 betrifft NDUFA-Proteine, die die NADH-Oxidase in Mitochondrien regulieren. Eine mitochondriale Dysfunktion wurde kürzlich bei PACS [ = post-acute COVID-19 syndrome / Long-Covid] beschrieben [10], und unsere Entdeckung eines epigenetisch veränderten Moduls im Zentrum der mitochondrialen Funktion rechtfertigt weitere Untersuchungen bei PACS. Wir können die Möglichkeit nicht ausschließen, dass die PACS-spezifische epigenetische Signatur durch ein verstecktes SARS-CoV-2-Reservoir angetrieben wird."

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Long-Covid-Forschung

UWE, Sonntag, 07.01.2024, 00:03 (vor 58 Tagen) @ Boggy

Ich hoffe die MS-ler können von der Forschung profitieren.

3 Mio.Weltweit sind für die Pharma einfach nicht lukrativ genug.
Bei Long-Covid gibt es ganz andere Zahlen.
Angeblich 35 Mio. registrierte Fälle.

.. Und oft im "produktiven" Alter, also "Systemrelevant"..

Uwe

--
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
– René Descartes

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immer müde

agno @, Sonntag, 07.01.2024, 15:14 (vor 58 Tagen) @ UWE

Ich hoffe die MS-ler können von der Forschung profitieren.

3 Mio.Weltweit sind für die Pharma einfach nicht lukrativ genug.
Bei Long-Covid gibt es ganz andere Zahlen.
Angeblich 35 Mio. registrierte Fälle.

.. Und oft im "produktiven" Alter, also "Systemrelevant"..

Uwe

Entweder heilen oder eine neue Norm erklären?

https://www.universal-music.de/alexander-eder/news/die-neue-single-immer-muede-von-alex...
AnnenMayKantereit sagt auch: "Ich geh heut nicht mehr tanzen"
Müde, das neue normal? ;-)

--
Weiß nicht, woher ich komm, weiß nicht, wie lang ich bleib, weiß nicht, wohin ich geh, mich wundert, dass ich glücklich bin ...

immer müde

Boggy, Sonntag, 07.01.2024, 16:02 (vor 58 Tagen) @ agno

https://www.universal-music.de/alexander-eder/news/die-neue-single-immer-muede-von-alex...
AnnenMayKantereit sagt auch: "Ich geh heut nicht mehr tanzen"


Zwei großartige Zeilen, die mein Sprachliebhaberherz erfreuen; genauso wie diese überwältigende und überraschende Logik; das muß man erstmal denken können:

"Doch ich bin eigentlich immer müde,
außer wenn ich schlaf, dann geht’s."

AnnenMayKantereit - schön, daß Du sie mal wieder auf die Forumsbühne bringst ...

Geiler Song, geile Performance, ein echter Wachmacher ...

https://www.youtube.com/watch?v=NANdY_68PFU

"Ich glaub, ich geh heut nicht mehr tanzen
Ich glaub, ich geh heut nicht mehr raus
Ich glaub, ich rauche heute Pflanzen
Und bleib allein Zuhaus"

AnnenMayKantereit - da denk ich an Amy, mit der ich hier das erste Mal über AnnenMayKantereit geplaudert habe - und werde etwas traurig.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

müde

Boggy, Sonntag, 07.01.2024, 16:17 (vor 58 Tagen) @ Boggy

... Die Zeit rast
und das Leben enteilt.

Und nun ?

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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müde

agno @, Sonntag, 07.01.2024, 17:51 (vor 58 Tagen) @ Boggy

... Die Zeit rast
und das Leben enteilt.

Und nun ?

Ich glaube dass man sich an den Gedanken gewöhnen muss, dass das normal sein könnte, wenn man Glück hat und nicht jung verunfallt.

Zuerst braucht man viel Hilfe
Später lebt man mit wenig Klugheit und viel Energie.
Wenn alles gut ist, kommt dann die Zeit zu der man von allem zuwenig hat.
Die Sägespäne fallen im Getriebe des Lebens. Man wird müde und noch etwas mehr...
Irgendwann verliert man die Nützlichkeit für seine Mitmenschen.
Irgendwann braucht man Hilfe.
Irgendwann steht die Reise über den Jordan an.

Manchmal denke ich dass es ganz kurz einen gemeinsamen Weg geben könnte.
Etwas alt & etwas müde & etwas zerspant.
Da müsste man nahtlos an einen Seniorenstammtisch passen. :-)
Die sind so süß! So ungeschickt! So nett! So freigewähltes Leid erduldend! Sich am Versuch von Normalität zerspanend. Und dann dieses strahlende lächeln, wenn ein kaputter alter Bauarbeiter erzählt, dass er seinem Sohn am Hausbau helfen konnte ;-) Wieviele Wochen wird ihn das Rheuma plagen?
Gesund und "normal", sind leere Worthülsen, in einem gelebten Leben. :herzle:
agno

--
Weiß nicht, woher ich komm, weiß nicht, wie lang ich bleib, weiß nicht, wohin ich geh, mich wundert, dass ich glücklich bin ...

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vor 30 Jahren schon müde

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Sonntag, 07.01.2024, 22:14 (vor 57 Tagen) @ agno

.
Grüße von Nena

Ich bleib im Bett
https://youtu.be/roBbXLIYa5w?feature=shared


https://www.nena.de/songs/ich-bleib-im-bett

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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immer müde

UWE, Sonntag, 07.01.2024, 16:23 (vor 58 Tagen) @ agno

Ich kenn den Song..

Aber Pflanzen rauchen bringt mir schon lange nix mehr

:rauch: :rauch: :rauch:

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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
– René Descartes

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