Nicht jede Krise ist eine Chance! (Straßencafé)

Boggy, Donnerstag, 18.01.2024, 15:02 (vor 34 Tagen)

"„Negative Gefühle haben einen schlechten Ruf."
Ständig gut gelaunt sein zu müssen, macht krank! Wir erlauben unseren Mitmenschen nicht, dass es ihnen schlecht geht. Das stört Thomas Prünte."

Das stört auch Boggy, und zwar seit langem.

"Eine Leserin schreibt mir: 'Ich kann in Krisen keine Chancen sehen. Die verbreitete Aufforderung, in allem eine Chance sehen zu müssen, empfinde ich als realitätsfern. Sie spiegelt nicht meine Wirklichkeit wider. Jede Krise, die ich durchlitten habe, hat mich Kraft gekostet. Ich bin froh, über die Runden zu kommen.'"

So isses, nicht jede Krise ist eine Chance. Man kann in einer Krise auch in viel Leid und Unheil geraten. Möge einem dann Hilfe zur Verfügung stehen!

"Wir können zumindest in unseren Breitengraden nicht mehr unbelästigt von guten Ratschlägen leiden. Stattdessen wird reflexartig empfohlen, das Positive zu sehen oder einen Therapeuten aufzusuchen. Ist es das, was wir wollen?"

Nö. Ich jedenfalls will das nicht.

"Wie wäre es mit folgender Alternative: Wir halten das Schlechtgehen unserer Freundinnen, Partner, Verwandten und Mitmenschen aus. Akzeptieren, dass wir selbst oft ratlos und überfordert sind. Dass wir unsicher sind, was wirklich helfen könnte. Und fragen stattdessen nach und nehmen die Antworten ernst. „Ein Freund ist jemand, der dich fragt, wie es dir geht – und auch noch die Antwort abwarten kann“, heißt es in einem bitteren Bonmot.

Mein Appell: Empört euch über die einseitige Propaganda der guten Laune, das Ideal der Selbstoptimierung und eine zu große Ichbezogenheit."

Jawoll! Mach ich ja, und viel andere auch. Also weiter so! Allons-y!

Gruß
Boggy

Quelle:
https://www.psychologie-heute.de/negative-gefuehle-haben-einen-schlechten-ruf.html

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

Nicht jede Krise ist eine Chance!

kerstin @, Donnerstag, 18.01.2024, 17:01 (vor 34 Tagen) @ Boggy

... das sehe ich ganz genau so.

Wichtig finde ich, im ersten Schritt, mir selber zuzugestehen, dass es mir schlecht geht und nicht hoppladihopp darüber hinwegsehen.

Das kann das Leben erleichtern.

Grüße Kerstin

Nicht jede Krise ist eine Chance!

kirstenna @, Donnerstag, 18.01.2024, 23:56 (vor 34 Tagen) @ kerstin

Manchmal reicht es auch, dann jemanden deutlich anzuknurren.

Die gucken dann zwar, aber letztendlich ist es wie beim Hund.

Man versteht das plötzlich sehr gut, worum es geht.

Nicht jede Krise ist eine Chance!

kerstin @, Freitag, 19.01.2024, 09:13 (vor 33 Tagen) @ kirstenna

Manchmal reicht es auch, dann jemanden deutlich anzuknurren.

Vor allem dann, wenn jemand mal wieder eine Idee hat, was ich unbedingt tun muss. Z.B. unbedingt eine Selbsthilfegruppe besuchen, den Kinoabend im Bürgerhaus für Behinderte , mehr trainieren ...

Da vergesse ich manchmal das Knurren und ärgere mich im Nachinein, dass ich solche Grenzüberschreitungen nur zurückweise.

Kerstin

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Ich meins doch nur gut...

UWE, Freitag, 19.01.2024, 14:15 (vor 33 Tagen) @ kerstin

Manchmal reicht es auch, dann jemanden deutlich anzuknurren.


Vor allem dann, wenn jemand mal wieder eine Idee hat, was ich unbedingt tun muss. Z.B. unbedingt eine Selbsthilfegruppe besuchen, den Kinoabend im Bürgerhaus für Behinderte , mehr trainieren ...

Da vergesse ich manchmal das Knurren und ärgere mich im Nachinein, dass ich solche Grenzüberschreitungen nur zurückweise.

Kerstin

Es ist halt diese pure Hilflosigkeit (Gedankenlosigkeit) der "anderen"
:-( :-( :-(

Uwe

--
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
– René Descartes

Ich meins doch nur gut...

kerstin @, Freitag, 19.01.2024, 15:03 (vor 33 Tagen) @ UWE


Es ist halt diese pure Hilflosigkeit (Gedankenlosigkeit) der "anderen"
:-( :-( :-(

Uwe

Ja ...

Aber es ist auch dieses, "ich bin nicht behindert und weiß deshalb, was für dich " Eingeschränkte" gut ist." Das empfinde ich als arrogant, auch wenn es nicht so gemeint ist.

Es ist auch die Unfähigkeit auszuhalten, dass es jemandem schlecht geht und es nicht besser wird.

Wenn ich meinem Physio sage, ich halte meinen Zustand gerade ganz schlecht aus. Und er antwortet, das verstehe er, tut mir das gut.

Kerstin

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Ich meins doch nur gut...

UWE, Freitag, 19.01.2024, 23:17 (vor 33 Tagen) @ kerstin

Meine langjährige Erfahrung dazu ist.

Die meisten meinen es in der Tat wirklich nur gut...
Wir MS-ler sind da eben sehr sensibel und dabei zunehmend dünnhäutig (ich auch..)

Ich halte das inzwischen aber aus shades

Uwe

--
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
– René Descartes

Ich meins doch nur gut...

kirstenna @, Samstag, 20.01.2024, 12:30 (vor 32 Tagen) @ UWE

Du meinst, da sind orientierungslose Gutmenschen am Werk, die unsere wohlwollende Korrektur und Unterstützung benötigen?

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Ich meins doch nur gut...

UWE, Samstag, 20.01.2024, 13:38 (vor 32 Tagen) @ kirstenna

Nein

Lächeln und "Hügelposition"einnehmen reicht völlig :ok:

Uwe shades

--
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Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
– René Descartes

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Ich meins doch nur gut...

agno @, Freitag, 19.01.2024, 16:25 (vor 33 Tagen) @ UWE

Manchmal reicht es auch, dann jemanden deutlich anzuknurren.


Vor allem dann, wenn jemand mal wieder eine Idee hat, was ich unbedingt tun muss. Z.B. unbedingt eine Selbsthilfegruppe besuchen, den Kinoabend im Bürgerhaus für Behinderte , mehr trainieren ...

Da vergesse ich manchmal das Knurren und ärgere mich im Nachinein, dass ich solche Grenzüberschreitungen nur zurückweise.

Kerstin


Es ist halt diese pure Hilflosigkeit (Gedankenlosigkeit) der "anderen"
:-( :-( :-(

Uwe

Nach meiner Meinung hängen an diesem "Hilflosigekitskomplex" komplexe Strukturen dran.
Zuerst will sich der "Gesunde" über den Kranken stellen.
Der nächste Level ist die "Gnadenspende", mit der man sich als Gesunder vom schlechten Gewissen frei kauft.
Wenn dann die Hierarchie geklärt ist, solltest Du deinen Rang nicht mehr verlassen und die wertvollen Leistungsträger bei ihrem ach so wertvollen Tagewerk nicht behindern.

1. Hausfrauen, Arbeitslose und Behinderte kaufen vormittags ein, damit Sie abends niemand aufhalten.
2. Behinderte klören immer vor dem Start einer Reise ab, ob alles störungsfrei funktionieren wird.
2a. Schwerer Behinderte benutzen gefälligst den Behindertenfahrdienst.

Ich vermute da vermurxte emotionale Traditionen, die je nach Region unterschiedlich ausgeprägt sind.

agno

P.S.: Je lönger ich behindert bin, desto mehr lerne ich den grimmigen Blick schätzen, den ich früher bei den Kriegsversehrten oft gesehen habe. Der hält unangenehme Menschen auf Abstand.

--
Weiß nicht, woher ich komm, weiß nicht, wie lang ich bleib, weiß nicht, wohin ich geh, mich wundert, dass ich glücklich bin ...

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Ich meins doch nur gut...

UWE, Freitag, 19.01.2024, 23:22 (vor 33 Tagen) @ agno

Wie gesagt

Wir werden mit zunehmender zermürbender Krankheitsdauer immer dünnhäutiger.

Ich für mein Teil mache mich zunehmend davon frei und nehme gegenüber den Ratgebern eine überlegene "Hügelposition" ein.

So long :wink:
Uwe

--
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Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
– René Descartes

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Gut zusammengefasst !!

UWE, Freitag, 19.01.2024, 00:14 (vor 34 Tagen) @ Boggy

Auch mir geht solches "Krise als Chance" Geblubber gehörig auf den Sa.. shades

Kann weg!

Uwe

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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
– René Descartes

Gut zusammengefasst !!

kirstenna @, Freitag, 19.01.2024, 20:54 (vor 33 Tagen) @ UWE

Man kann denen auch zuvorkommen und mit leisen, klingenden Worten und salbungsvollem Lächeln und leuchtenden Augen von der "Krise als Chance" referieren, was eine Gnade ist, aber sowas von.

Schöhön laahang und breijjjt und ausreichend in der Dauer wird das dargelegt, keinesfalls in der Intensität nachlassen, bis das Lächeln in den Gesichtern vor dir ganz langsam sanft festgetuckert wird.

Dann noch einmal kräftig ausholen und im Brustton der Überzeugung erklären, ja das ist ganz phantastisch und so und hat dir umfängliche und weitreichende Lebenserfahrungen vermittelt, die du niemals nie gehabt hättest, die dich auf ein ganz anderes Level heben, einen nigelnagelneuen und wesentlich besseren Menschen aus dir gemacht haben.

Es sei ja immer etwas Saugutes dabei und die Begegnungen werden ja immer tiefer und weitreichender, die Kompetenz steigt sensationell in die Höhe, was unverkennbar ein Gefühl des Reichtums evoziert.

Dann wird gestutzt und geglotzt und mit den Wimpern geklappert.

Wenn das bisher nicht ausreicht - dann steigere es munter mit "Du arme Sau", die du ja gar nichts Vergleichbares aufzuweisen hast, diesbezüglich, was willst du mir denn in irgendeiner Form das Wasser reichen - geht gar nicht, Schätzchen, denn "da muss leider schon der Bäcker kommen und nicht das Brötchen".

Habe keine Zeit, denn meine Lebenszeit ist streng limitiert und nur noch auf vollendeten Genuss ausgerichtet.

Und, tut mir ja Leid, aber der stellt sich nun mal mit dir, du armes langweiliges Würstchen, einfach nicht ein.

Vielleicht habe ich ein anderes Mal Zeit für dich und dein durchschnittliches Geschepper.

Heute aber nicht, tschüssi bis baldi und so.

Aber nicht nächste Zeit.

Ist sicher auch nicht nett, macht aber richtig Spaß.

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Gut zusammengefasst !!

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Freitag, 19.01.2024, 22:21 (vor 33 Tagen) @ kirstenna

.


Ist sicher auch nicht nett, macht aber richtig Spaß.

Kirstenna!

mir ....... die Worte.
Das sind ja ganz neue Seiten an dir.

Das ist ein klassischer Präventivschlag

So ein bisschen Dale Carnegie und ein bisschen Oscar Wilde:
"Selbstverwirklichung bedeutet in der Alltagssprache die möglichst weitgehende Realisierung der eigenen Ziele, Sehnsüchte und Wünsche mit dem übergeordneten Ziel, „das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen“

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

Gut zusammengefasst !!

kirstenna @, Freitag, 19.01.2024, 22:31 (vor 33 Tagen) @ naseweis

Genau, womit wir zielsicher im Premiumsegment meiner Kernkompetenz schöpfen:)

Auf den Punkt gebracht

kerstin @, Freitag, 19.01.2024, 23:00 (vor 33 Tagen) @ kirstenna

Man kann denen auch zuvorkommen und mit leisen, klingenden Worten und salbungsvollem Lächeln und leuchtenden Augen von der "Krise als Chance" referieren, was eine Gnade ist, aber sowas von
.......
Habe keine Zeit, denn meine Lebenszeit ist streng limitiert und nur noch auf vollendeten Genuss ausgerichtet.

thumb up thumb up thumb up

Sehr schön ...

Kerstin

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Gut zusammengefasst !!

UWE, Freitag, 19.01.2024, 23:27 (vor 33 Tagen) @ kirstenna

Das ist mir alles einfach zu anstrengend. shades

Nach jahrzehntelanger Krankheit perlen solche Lebensweisheiten (Krisen als Chance..)immer besser an mir ab.
War aber ein längerer Weg, in der Tat.

Uwe

--
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
– René Descartes

Gut zusammengefasst !!

kirstenna @, Samstag, 20.01.2024, 12:28 (vor 32 Tagen) @ UWE

Das war auch reine böse Ironie, UWE, die viele Mitglieder der Neidgesellschaft ganz dringend brauchen, wie man ja immer wieder erlebt.

Darauf lauere ich ja nur, das mir wieder ein unvorsichtiges Mitglied über den Weg läuft und denkt, ein bisschen herumwixxen zu können, wenn es mich sieht.

Es geht dann auch anders, was denen noch lange nachgehen wird.

Ja, wie man sieht, ein besserer Mensch bin ich nicht geworden, eher schlimmer.

Denn wenn es möglich ist, lasse ich nur zu ungern so eine Gelegenheit flöten gehen.

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Gut zusammengefasst !!

UWE, Samstag, 20.01.2024, 13:44 (vor 32 Tagen) @ kirstenna

Schon klar mit der Ironie shades

Ich das früher auch mit diebischer Freude so gemacht, wie Du.

Aber wie gesagt.
Nach inzwischen Jahrzehnten mit zunehmenden Einschränkungen ist mir das zu mühsam, und ich hab da auch keinen Spaß mehr dran.

Halt wieder total individuell, wie bei allem.

So long :wink:
Uwe

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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
– René Descartes

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