hab ihn anders verstanden (Allgemeines)
Hallo Agno
deine Reaktion verunsichert mich jetzt grad sehr. Deshalb habe ich den Text auch noch mit deepL übersetzt und noch einmal gelesen.
Ich glaube du und ich verstehen den Artikel komplett unterschiedlich. Für mich beschreibt er wie einzelne MS-Kranke mit einer unausweichlichen Krankheit umgehen und für sich das Maximum herausholen.
Der einzige Satz in dem das Wort Heilung vorkommt ist der: „Es gibt keine Heilung,…“
Der Artikel beschreibt etwas, er tut nicht vorschreiben.
Wenn ich den Artikel lese, dann fallen mir andere Textstellen auf als dir:
Zitat: „Ohne Vorwarnung oder Wahl sind wir gezwungen, eine Transformation unseres Selbst zu vollziehen.“
Zitat: „Und doch.... einige Menschen mit MS schaffen es, sich anzupassen und sogar zu gedeihen, trotz aller Krankheiten, die von ihnen ausgehen.„ (Das ist eine Feststellung, dieser Satz verbreitet, wenigstens bei mir, ganz viel Hoffnung)
Das zitierte Büchergestell beschreibt quasi meine ganze Wohnung inklusive dem latenten Dauerkonflikt zwischen meiner Frau (alles soll aufgeräumt sein) und mir (alles soll möglichst griffbereit sein).
Dieser Aspekt der individuellen Transformation kommt (wenigstens bei meinen täglichen Diskussionen) viel zu kurz. Dafür wird um so mehr über Depressionen, Rollstühle, Sinn und Unsinn von Basistherapien, kaputtes Myelin, korrekt MS-Ernährung u.v.m. diskutiert.
Da vorerst keine Heilung gegen MS verfügbar sein wird müsste ich eigentlich 100% meiner Energie in den Umgang mit der Krankheit stecken und aufhören alles und jedes zu hinterfragen.
Ich bin noch lange nicht dort wo ich eigentlich sein möchte: die Krankheit akzeptieren und mit ihr die Tatsache, dass ich nur noch dank der Unterstützung von ein paar anderen, gesunden, Menschen leben kann.
LG MO
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Ich liebe den Herbst, dank seinen kühleren Temperaturen erwacht mein Geist.