Sachbuch zur Senkung der ARBEITSMORAL (Straßencafé)

Nalini, (vor 3296 Tagen) @ Zoe

Hallo Zoe, das ist ein interessanter Lese-Tipp! Das setze ich auf meine Lese-Liste. Und wenn das "flott" formuliert ist und nicht so sperrig-wissenschaftlich, dann macht das Lesen um so mehr Freude.

Das Thema Arbeit, wie und unter welchen Bedingungen verdient der Mensch seine Brötchen, also im weiteren Sinn die "soziale Frage", interessiert mich schon lange. Dass Arbeit unter ungünstigen Bedingungen auch krank machen kann, weiß ich aus eigener Erfahrung ...

In der Rezension las ich Bauers Definition von "guter" und "schlechter" Erwerbsarbeit. Gute Arbeit: danach eine Arbeit, die zu "Resonanzerfahrungen" führt, die zu einem Teil unserer Identität wird, die Sinnerfahrungen, soziale Anerkennung und Teilhabe ermöglicht. "Schlechte" Erwerbsarbeit: vermittelt Entfremdungserfahrungen, und Sinnhaftigkeit, soziale Anerkennung und eine für das Leben ausreichende Entlohnung fehlen. Schon diese Definition gefällt mir gut und scheint mir überzeugend.

Besonders interessiert mich das Kapitel über Arbeit in der "Kultur des neuen Kapitalismus". Aber auch die anderen Kapitel sind sicher lesenswert: die Themen Arbeit und Stress, Arbeit und Gesundheit, ein Überblick über die Geschichte der Arbeit.

Arbeit in der "Kultur des neuen Kapitalismus": Hier war ja die "Agenda" der "Rot-Grünen" :lookaround: eine erhebliche Zäsur. Was das für Arbeitnehmer bedeutet, kommt sehr schön in einem weiteren Buchtitel zum Ausdruck, "Friss oder Hartz" (Laurent Joachim), sicher auch lesenswert. Die "Hartz"-Reform hat die Situation für die Erwerbsarbeit-Abhängigen im "neuen Kapitalismus" sicher nicht entspannt :-(

P.S. Im Zusammenhang mit den Verwerfungen in der Arbeitswelt zu Beginn unseres neuen Jahrtausends sind übrigens auch die Diskussionen über ein bedingungsloses Grundeinkommen recht spannend, m.E.

Eintrag gesperrt
2194 Views

gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion