Gibt es eine vernünftige Einstellung zur Pharma-Industrie? / @ Marc (Allgemeines)
Lieber Marc
Du stellst analytisch scharfsinnige Fragen.
Zur Anfangszeit der Interferone diskutierten wir ähnliches im großen und im kleinen Kreis des MS-Stammtisches.
Ohne auf verschwörungstheoretische Weltanschauungen einschwenken zu wollen, glaube ich dass es heutzutage für einen neuerkrankten Patienten unmöglich ist, die Weihschen Theorien entspannt mit dem Neurologen zu diskutieren.
Ansammlungen von basistherapiekritischen Neurologen an Stammtischen wird es wohl kaum geben können.
Jeder Neurologe ist Arzt und Unternehmer.
Maximal wird es möglich sein, sich mit einen toleranten Neurologen im 4Augengespräch über die Bedenken auszutauschen.
Wenn Du ganz viel Glück hast, wenn dein ganz liebenswürdiger Neurologe schwerste Bedenken deinerseits spürt, dann könnte es möglich sein dass ihr euch mit dem Diagnosedeal: "Leichter Verlauf" auf einen chemiekeulefreien Anfangsversuch einigt.
Hmm, ja ich weiß... Schon wieder entfernen wir uns von der scharfsinnigen Analytik und gleiten zur Beliebigkeits-Weltanschauung
Einzig klare Info von Fachpersonal war die Einschätzung einer Pflegedienstfachkraft: "Wer immer die neuste und beste Therapie macht, bei dem ist ein übler Verlauf zu erwarten."
und der Chef einer KG-Abteilung bei einem Vortrag vor mehreren Jahrzehnten:
Es wird überall über den Fortschritt in der Therapie der MS berichtet.
Alle Erfolge sind in der Behandlung der sekundären MS-Folgen eingetreten.
Hier wurde die Prognose und die Lebensqualität verbessert.
Du kannst nun sagen, na klar, wie langweilig: "Ein Statement eines ungläubigen Agnostikers."
Ich glaube daran, dass Lösungen nur von jedem individuell zu finden sind.
Je weniger Pharma im Körper fleucht, desto besser ist es möglich sich selbst zu spüren und schlechte Tendenzen abzufangen.
Aber ja!! Einsam, alleine, mit viel Arbeit und Verantwortung.
Als Ziel würde ich keine Heilung anvisieren.
Nur ein gutes langes Leben.
gruß agno