@w.w. Immunsystem und das Verhältnis zur MS - ein Beispiel (Allgemeines)

W.W., (vor 3403 Tagen) @ Philipp

Ich kann diesen Teil für mich aus Wikipedia nachvollziehen.

Ich muss gestehen - und da haben Sie mich kalt erwischt - ich kann diese Aussagen schwer nachvollziehen.:-( Ich muss darüber nachdenken.

Treffen auf einen Menschen die oben genannten Faktoren (erbliche Empfänglichkeit sowie ungünstige Umwelteinflüsse, etwa eine virale Infektion) zu, dann entsteht eine Autoimmunerkrankung. Autoantigene, wie etwa Reste von Zellmembranen (als Membranvesikel oder Mizellen), DNA-Fragmente oder körpereigene Proteine schwimmen im Blutstrom durch den Körper. T-Lymphozyten und andere Immunzellen erkennen nun diese Antigene fälschlicherweise als fremd. Wie bei einer natürlichen Abwehrreaktion schaltet sich nach der Erkennung der „Fremdkörper“ die Immunantwort ein. Entzündungsfördernde Stoffe (bestimmte Zytokine) werden ausgeschüttet und somit die Zell-Zell-Kommunikation gefördert. Immer mehr Immunzellen werden angelockt, und die falschen Informationen werden weitergeleitet. B-Lymphozyten differenzieren sich zu Plasmazellen und beginnen mit der Produktion von Autoantikörpern (Autosensibilisierung), die ins Blut abgegeben werden. Mit dem Blut gelangen sie in den gesamten Körper und binden sich an ihre spezifischen Antigene. Dort lagern sich die Antikörper an die Zielstrukturen der Autoimmunreaktion an und markieren diese Zellen für Fresszellen und CD8 T-Zellen als zu beseitigende. Das führt zur Schädigung des betroffenen Organs. Auf dieselbe Weise können diese Antikörper an Nervenzellen andocken und wie etwa bei Multiple Sklerose zu Störungen führen, die für die Hirnregion spezifisch sind.

Das klingt allerdings sehr überzeugend. Allerdings ist mir nicht ganz klar, ob es sich um eine Theorie, eine Hypothese oder eine Spekulation handelt.

Wenn die Unterscheidung schwierig wird, lautet eine grobe Faustregel: Wenn man unsichere Zusammenhänge kompliziert ausdrückt, werden sie leichter geglaubt.

Aber damit meine ich natürlich nicht, dass das alles nur schwer verständlicher Wissenschaftssprech sei, nur, dass es schwerfällt, Fachleute, die über ein schwieriges mathematisches Theorem referieren, zu widerlegen.

Ich glaube, man kann sie gar nicht widerlegen, weil man sie nicht versteht. Meinen Sie nicht, dass es eine Möglichkeit gäbe, den zitierten Text so zu formulieren, dass man erkennen kann, was belegt und was Spekulation ist, bei denen further studies vonnöten sind.

Anders gefragt: Was ist bei diesen komplizierten Mechanismen, die bei der MS eine Rolle spielen sollen, belegt? Oder schildert der Wikipedia-Artikel lediglich das, was sie der Referent so zusammenreimt.

Ich halte diese Ausführungen für ebenso phantasievoll wie einen guten Kriminalroman. Aber selbst beim besten Krimi kann es passieren, dass man im Nebel tappt und in die Irre geführt wird.

Aber - wie gesagt - ich muss nachdenken. Wenn ich mich ein paar Tage oder Wochen nicht melden sollte, dann könnte es daran liegen, dass mir Intelligenz und Wissen fehlen, um zu begreifen, inwiefern die Ausführungen einen gesicherten Krankheitsablauf beschreiben.

Ich fürchte sogar: Wenn man jemandem etwas klarmachen will, das seine Fähigkeiten übersteigt, dann hat es keinen Sinn, sich weiter mit ihm abzugeben. Allerdings gibt es auch viel Scharlatane, die ihr Nichtwissen hinter einem bombastischen Kauderwelsch verbergen.

Aber ich muss nachdenken. Lange nachdenken...

W.W.

PS: Ob Jutta Scheiderbauer besser mit dem Text klarkäme??? Weil sie mehr Ahnung hat? Oder ob sie ihn auch für gequirlten Brei halten würde.

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