Ocrevus, Nebenwirkungen etc. (Therapien)
Nicht ganz so deutlich waren die Ergebnisse in der ORATORIO-Studie, an der 732 Patienten mit PP-MS teilnahmen. Da es hier bisher keine effektive Therapie gibt, wurde Ocrelizumab mit Placebo verglichen. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten mit einer weiteren Progression der Behinderungen in den ersten zwölf Wochen der Behandlung. Wie das Team um Jerry Wolinsky vom Health Science Center der Universität von Texas in Houston berichtet, kam es unter der Behandlung mit Ocrelizumab bei 32,9 Prozent der Patienten zu einer Krankheitsprogression gegenüber von 39,3 Prozent im Placebo-Arm. Die Hazard Ratio von 0,76 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,59 bis 0,98 signifikant.
Ich lese gerade einen Artikel aus der dmsg-Zeitschrift "aktiv", 1/2017, S. 22ff; "Ocrelizumab steht vor der Zulassung"
Zur ORATORIO-Studie: all 24 Wochen 600 mg O.; 732 Patieten,
"Alter 18 bis 55 Jahre, Erkrankungsdauer maximal zehn bis 15 Jahre, Gehstrecke mindestens 20 Meter) mit primär progredieter MS. Interssanterweise verringerte sich das Risiko für eine bestätigte Behinderungsprogression um etwa 25 Prozent bei Ocrelizumabbehandlung.
Konkret zeigte sich über einen Zeitraum von 120 Wochen eine bestätigte Behinderungsprogression bei 39,3 Prozent der mit Placebo und 32,9 Prozent der mit O. behandelten Patienten. ..."
Sorry, das als Eindruck; ich kann das jetzt nicht alles abtippen.
Nebenwirkungen
Über Nebenwirkungen war noch nicht so viel bekannt, als ich dieses Kapitel schrieb. Die einzigen Informationen, die mir vorliegen, stammen von einem Forschungszentrum in New York (TISCHMS.org). Ihnen war zu entnehmen, dass es einige ernsthafte Bedenken gibt. In der ersten RRMS-Studie kam es innerhalb von 3 Jahren bei 9 Patienten zu verschiedenen malignen Erkrankungen (4 Patienten in den ersten 2 Jahren und 5 Patienten im Folgejahr). Das sei alarmierend hoch, wenn man bedenke, das diese Patienten meist in der 3. Lebensdekade standen und keine Krebsanamnese hatten.In der Studie mit PPMS-Patienten entwickelten innerhalb von 3 Jahren, in denen sie Ocrelizumab bekamen, 13 Patienten Krebs. Das bedeutet, dass mehr als 1 von 50 Patienten innerhalb von 3 Jahren einen Krebs entwickelten. Dieses hohe Krebsrisiko wurde bei Rituximab® nicht gefunden. Woher es kommt und wie groß es wirklich ist, kann zurzeit nicht beurteilt werden, da Ocrelizumab nicht länger als 3 Jahre gegeben wurde.
Nebenwirkungen:
Risiko von Infektionen, verminderte Anti-Tumor-Immunität, leicht erhöhte Zahl an Tumoren bei Patienten, insbesondere Mamma-Karz.; "sehr geringes Risiko einer (...) (PML), "
" (...) erste Medikament mit nachgewiesener, wenn auch limitierter, Wirksamkeit"
bei prim. prog. MS.
Schönes Wochenende allen!
Gruß
Boggy
--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.