Mikis Theodorakis (Straßencafé)

W.W. @, Freitag, 10.09.2021, 15:36 (vor 16 Tagen) @ Boggy

Irgendwie freut mich das sehr, dass Theodorakis in der DDR verboten war. Die Parteigenossen in der DDR hatten kein Gespür für Schönheit!

Und auch dieses Interview aus dem TAGESSPIEGEL ist sehr berührend:

1967, als die Diktatur kam, war ich im Gefängnis. Eine gewaltige internationale Solidaritätswelle versuchte, mich freizubekommen. Die Regierung der DDR schloss sich dieser Initiative von Dmitri Schostakowitsch, Arthur Miller, Harry Belafonte und anderen an und gab den Befehl, dass Schüler aus allen Schulen des Landes an das Gefängnis Averof, wo ich mich befand, eine selbst gemalte bunte Blume schicken sollen mit dem Aufruf: Freiheit für Theodorakis! Eines Tages erzählte mir einer der Gefängniswärter, dass der Keller voll ist mit Säcken, gefüllt mit Postkarten, darauf Blumen, aus der DDR für mich. Ich bat ihn, mir einige dieser Karten zu bringen, was er auch tat. Wir tapezierten die Wände unserer Zellen mit diesen Blumenbildern, die größte Wandgestaltung war im Esssaal des Gefängnisses. Ich weiß nicht, ob es wahr ist, aber irgendwo habe ich gelesen, dass die Bundeskanzlerin gesagt hätte, dass auch sie zu den Schülern gehörte, die so eine Karte an mich geschickt haben.

W.W.

PS: Der 'Rationalismus' gleich welcher Couleur kann schrecklich sein! Weil er unmenschlich ist. Musik kann nichts mit Rationalismus anfangen. Sogar die IX. Sinfonie ist kein bisschen rational und 'beweist' nichts!


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