innere Kraft, Stärke, Stabilität (Straßencafé)
Nun komm ich doch nochmal auf diese Lebensstil-Propagandisten-Propheten zurück ...
Ich habe also schon lange vor meiner MS keinen verdorbenen Lebensstil gehabt. Ich war u.a. begeisterter Camper, und habe mich auch recht "gesund" (was auch immer das ist) ernährt, hab schon lange vorher meditiert etc.und bin schließlich trot allem MS-krank geworden ... bins, bleibs, und mit zunehmender Verschlechterung ...
Ich freue mich, dass es bei Ihnen so war!Und ich will das auch nicht in Frage stellen. Und trotzdem... Auch wenn es Ausnahmen geben sollte und Sie so eine Ausnahme sind, sollte ich von meiner Überlastungstheorie abrücken, für die ja auch eine ganze Menge spricht?
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Es geht ja darum, dass mein Krankheitsbegriff das Schwarz-Weiß von entweder psychisch oder somatisch meidet. Dass ich überzeugt bin, dass die meisten Krankheit eine Mischung (Potpourri, Cocktail) sind. Sie haben seelische und körperliche Anteile.
Darum meine ich ja, dass der Begriff 'psychosomatisch' im eigentlichen Sinn zu verstehen ist: eine Mischung von Psyche und Soma. Ein Herzinfarkt ist so eine Mischung, meine Hirnblutungen sind es auch. Warum sollte es die MS nicht sein?
...aber: im Unterschied zur MS, möchte ich behaupten dass Herzinfarkte und Hirnblutungen etwas sehr radikales an sich haben.
Sie hatten eine Hirnblutung und waren... raus. Aus allem. Ende mit der Klinik, Ende mit dem Arzt sein. Alles, was Sie vermutlich belastet hat, hatte ein Ende.
Keine Sorgen mehr. Sie mussten nicht länger in einer Welt leben, die sich so verändert hat, dass Sie damit nicht mehr klar kamen. Und es hat Ihnen Schwierigkeiten bereitet.
Es ist ja alles, sowohl im i-net, als auch in Ihren Büchern dokumentiert.
Bei aller Liebe, aber wenn ich Ihre Auffassung und Einstellung und Ihre Biographie so betrachte, resp. abgleiche ergibt sich für mich inzwischen die Auffassung, dass Sie in Ihren Ratschlägen an die PatientInnen eher Bezug auf Ihr eigenes Leben nehmen.
Ihre Ratschläge muten ähnlich radikal an, wie Ihr Leben selbst. Und sie taten es bereits vor ihrer Hirnblutung.
Ergibt sich aus dieser Sichtweise nicht ein völlig anderer Blickwinkel auf eine mögliche Ursache von Erkrankungen?
Ich meine dadurch, dass Ihre Hirnblutung ähnlich radikal war, wie Ihre Einstellung zu Ihrem Leben, zu Ihrem Beruf?
Das wäre nicht nur für mich ein Höchst- interessanter Blickwinkel.
Weil irgendwelche Meinungsbildner uns 'verboten' haben, solche Mischungen anzunehmen, so wie man Hunde ablehnt, die halb Pudel, halb Dackel, also 'Promenadenmischungen sind?
Ich glaube, die MS ist so eine 'Promenadenmischung'! Und ich glaube, dass die psychischen Kräfte nichts Geheimnisvolles haben, sondern über das Hormon- und Immunsystem auf den Körper einwirken.
W.W.
Und ich will das auch nicht in Frage stellen. Und trotzdem... Auch wenn es Ausnahmen geben sollte und Sie so eine Ausnahme sind, sollte ich von meiner Überlastungstheorie abrücken, für die ja auch eine ganze Menge spricht?