innere Kraft, Stärke, Stabilität (Straßencafé)

fRAUb, (vor 3325 Tagen) @ W.W.

Ihre Ratschläge muten ähnlich radikal an, wie Ihr Leben selbst. Und sie taten es bereits vor ihrer Hirnblutung.


Das ist ein sehr interessanter Gesichtspunkt! Auf jeden Fall war ich in der Not, als ich merkte, dass ich nicht mehr auf diese Art als Arzt funktionieren wollte, und ich bildete mir ein, den Kampf gegen Klinikbesitzern, Verwaltung und Krankenkassen gewinnen zu können.

Aber ich stand auf der Verliererseite!:-( Ich hätte die Seite noch wechseln können, aber ich wollte nicht. Oder konnte ich nicht? Es klingt romantisch, aber ich denke, wenn ich nicht durch meine Hirnblutungen von meiner Berufstätigkeit als Arzt erlöst worden wäre, wäre ich daran gestorben.

Wenn es Ihnen schon so geht, wie empfinden dann erst die PatientInnen angesichts dieser Ohnmacht?

Gibt es also etwas Gutes im Schlechten? Ist Krankheit also ein Weckruf? So weit würde ich nicht gehen, dass es immer so ist, denn manchmal ist es auch schon zu spät, wenn einen die Krankheit anruft.

W.W.

Manchmal kann das Leben arg unfair spielen.

Wir haben viele Erklärungen, warum da Krieg ist und wer mit wem - oder eher nicht... aber wenn jemand plötzlich so aus dem Leben gerissen wird, gibt's oft keine. Es ist einfach nur unfair.

Wenn meine Krankheit tatsächlich bei mir anriefe, würd' ich ihr vermutlich sagen "Du blöde Kuh hast mir mein Leben versaut!"

Was gleichsam impliziert, dass ich mein Leben so schlecht gar nicht finde und gerne weiter machen würde, ohne auf das zu verzichten auf das ich krankheitsbedingt verzichten muss.

Naja. Vielleicht macht sie ja doch Sinn.

Vielleicht muss man manchmal an seine Grenzen stoßen, um sich selbst noch spüren.

Vielen Dank. Sie haben mir mit Ihrer Antwort sehr geholfen.

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