dmsg-Artikel (Therapien)
Die dmsg kündigt mehr Info zum Thema an; vielleicht ist das dann in etwa der Artikel aus der Zeitschrift.
https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-therapien/erstes-medikament-fuer-die-beha...
Diese Kurznachricht finde ich beschönigend und verharmlosend.
Gruß
Boggy
Nochmal aus dem Artikel:
"Studiendaten OPERA und ORATORIO
Kürzlich erschienen im renommierten New
England Journal of Medicine zwei Artikel, die
drei Phase Ill-Studien mit Ocrelizumab
beschreiben. Die beiden identischen Studien
OPERA I und II mit insgesamt 1656 Patienten
zeigten, dass die Infusion von 600 mg Ocrelizumab
alle 24 Wochen bei Patienten mit
schubförmig remittierender MS zu einer
Reduktion der Schubrate um fast 50 Prozent
gegenüber einer Behandlung mit Interferon
beta-1a (Vergleichsmedikation mit Rebif®
44 ug drei mal pro Woche) führt. Auch die Zahl
der Patienten mit bestätigter Behinderungsprogression
(= bestätigte Verschlechterung
des neurologische Befunds über zwölf Wochen)
und die Anzahl neuer MRT-Läsionen
waren signifikant niedriger in den mit Ocrelizumab
behandelten Gruppen.
Die ORATORIO-Studie untersuchte die Wirksamkeit
von 600 mg Ocrelizumab alle 24
Wochen gegenüber Placebo bei 732 Patienten
(Alter 18 bis 55 Jahre, Erkrankungsdauer maximal
zehn bis 15 Jahre, Gehstrecke mindestens
20 Meter) mit primär progredienter MS.
Interessanterweise verringerte sich das Risiko
für eine bestätigte Behinderungsprogression
um etwa 25 Prozent bei Ocrelizumab-Behandlung.
Konkret zeigte sich über einen
32,9 Prozent der mit Ocrelizumab behandelten
Patienten. Dies bedeutet, dass im Beobachtungszeitraum
etwa sechs von 100 Patienten
von einer Ocrelizumab-Behandlung hinsichtlich
der Behinderungsprogression profitierten.
Deutlicher war das Ergebnis im 25-Fuß-Gehtest.
Nach 120 Wochen verschlechterten sich
55,1 Prozent der Placebo-Patienten, aber nur
38,9 Prozent der Ocrelizumab-Behandelten.
Das Ausmaß der MRT-Läsionen verringerte
sich im Beobachtungszeitraum unter Ocrelizumab-
Behandlung, wohingegen es unter Placebo-
Behandlung zunahm. Schließlich zeigte
sich unter Ocrelizumab-Behandlung auch eine
geringere Abnahme des Hirnvolumens als
unter Placebo. Ocrelizumab ist somit die erste
Substanz, die eine nachgewiesene Wirksamkeit
bei primär progredienter MS hat. Bisher
gibt es für diese Verlaufsform der MS keine
zugelassenen Medikamente"
--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.