dmsg-Artikel; nochmal: Gefahren (Therapien)
aus dem Artikel:
"Nebenwirkungen und
Vorsichtsmaßnahmen
Trotz des berechtigten Patienteninteresses an
einer Therapie mit Ocrelizumab bei primär
chronisch progredienter MS müssen potenzielle
Nebenwirkungen beachtet werden. Die
B-Zell Depletion ist eine selektive Immunsuppression
und kann als solche das Risiko von
Infektionen und potenziell durch die verminderte
Anti-Tumor-Immunität auch das Risiko
von Tumoren erhöhen. Tatsächlich zeigte sich
in den Ocrelizumab-Studien für MS bei insgesamt
gutem Sicherheitsprofil eine leicht
erhöhte Rate an Herpesvirus-Reaktivierungen
und in der Studie für primär progrediente MS
eine leicht erhöhte Zahl an Tumoren, insbesondere
Mamma-Karzinomen.
Daneben besteht für Ocrelizumab wahrscheinlich
auch ein sehr geringes Risiko einer
progressiv multifokalen Leukenzephalopathie
(PML), da unter anderen B-Zell-depletierenden
Medikamenten einzelne PML-Fäle beobachtet
wurden. Eine PML ist bisher unter Ocrelizumab
allerdings nicht aufgetreten, jedoch sollten insbesondere
beim Wechsell von Natalizumab
(Tysabri®) bei JCV-Antikörper positiven Patienten
Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.
Daneben sollten generell chronische Infektionen,
beispielsweise mit Hepatitisviren, HIV
oder Tuberkulose, vor Beginn einer B-Zelldepletierenden
Therapie ausgeschlossen werden.
Mögliche seltene Nebenwirkungen einer
Langzeittherapie mit Ocrelizumab wie auch die
Relevanz der leicht erhöhten Tumorzahl in
einer der drei Studien sind zum jetzigen Zeitpunkt
noch nicht sicher beurteilbar."
--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.