Wie kann die URSACHE der MS geklärt werden? (Allgemeines)

chen-man, (vor 3750 Tagen) @ chen-man

(Frotsetzung:)

--- Eine extrem wichtige Forschungs-Möglichkeit sind Zwillingsstudien, insbes. an eineiigen = erbgleichen Zwillingen / EZ: "Klone", durch - beim Menschen seltene - Teilung eines frühen Keimlings entstanden.
Aus derartigen Untersuchungen ist sonnenklar, daß es eine erbliche MS-Prädispostition gibt. (Die ist bei (Nord-)Europäern relativ häufig, in Japan dagegen recht selten. Es wurden weit über 100 "Risikogene" / Kandidaten gefunden, ohne auf dem Weg jedoch nennenswert weiterzukommen, soweit ich weiß.)

--- Einzelne diskordante EZ-Paare (einer hat MS, definitiv, der andere nicht, auch nicht ein bißchen...) wurden mit allen modernen Methoden genetisch "durchleuchtet": KEIN Unterschied! (Sackgasse; falscher Denkansatz... - Selbst wenn man Unterschiede gefunden hätte, wäre die Frage offen, worauf sie beruhen, wann / wie sie entstanden wären. Ich habe den bösen Verdacht, daß hier nur Scheinforschung betrieben wird, um von der eigentlichen Ursache bzw. dem erfolgversprechenden Lösungsweg abzulenken.)

--- EZ wachsen in der entscheidenden Zeit bis ca. 15 J. meist in einem Haushalt auf: gleiches Klima (Sonneneinstrahlung...), gleiche Ernährung, Haushaltschemikalien, Kindergarten, Schule, (fast) immer gleiche Impfungen, Kinderkrankheiten... --- mitunter aber getrennt: dann kann geprüft werden, ob sich die Lebensumstände der getrennten EZ unterschieden und ob das (statistisch) einen Einfluß auf das MS-Risiko hatte.
Ergebnis (von mir zusammengefaßt / formuliert): Die genannten Lebensumstände haben einen fast vernachlässigbaren / minimalen Einfluß! (Damit ist die "Sonnenhypothese" / Vit.D widerlegt, ebenso die "Hygiene-Hypothese". Ein Einfluß wäre aber möglich etwa auf das Erkrankungsalter, den Verlauf...)
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Halten wir fest: erbgleiche Zwillinge sind meisten diskordant; in Schweden (mit dem größten Zwillingsregister...) hat der EZwilling eines MS-Kranken ein MS-Risko von nur 15..17%. (Analyse des Karoliska-Instituts ECTRIMS-Konf. Kopenhagen 2013, ausführliche Veröffentlichung Anfang 2014:
http://brain.oxfordjournals.org/content/137/3/770.full-text.pdf

Die MS muß eine ÄUSSERE Ursache außerhalb des engeren Lebensbereiches (einschl. Kindergarten / Schule) haben: Diese Ursache trifft den einen Zwilling, der (meist) Jahre bis Jahrzehnte später eine MS bekommt, den anderen dagegen (in Schweden) meist nicht (und zwar bis etwa zum 15 Lebensjahr - und in den letzten Jahrzehnten immer stärker Mädchen).
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Fragen z.B.: Habe ich den Wissensstand nennenswert falsch dargestellt?

(?) Wichtig: SEHR oft ist zu lesen, daß die MS keine einheitliche Krankheit sei, sondern zB 4 Formen habe (Prof. W.Brück / Göttingen, laut einer UKE-Broschüre umstritten...; Fantasy-Autor SvenB: DUTZENDE verschiedener URSACHEN / MS-Formen...) - wären mehrere / viele Ursachen mit den beschriebenen epidemiologischen Gegebenheiten überhaupt denkbar? (Ich kann mir das nicht vorstellen, denke vielmehr an eine einheitliche, in Schweden eher seltene Ursache, die zufällig den einen Zwilling trifft und den anderen meist nicht. Diese Ursache muß so "unauffällig" sein, daß sie entweder nicht bemerkt und / oder in der meist jahrelangen folgenden Lazenzzeit bis zur MS-Diagnose vergessen wird.)

Besonders "rätselhaft": Warum nimmt das Risiko der (Mädchen) Frauen in den letzten Jahrzehnten stark zu?

Vorschläge? Lehrreiches "Knobeln" wünscht
chen-man

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