Wann Basistherapie? (Therapien)
Hallo,
auch wenn das vielleicht schon diskutiert wurde, möchte ich auf Nummer sicher gehen, dass ich alles richtig verstanden habe: In meinem Buch (Warum die MS besser ist als ihr Ruf) steht noch, dass ein Indikator für eine Basistherapie ist, wie viele Herde man im Hirn hat. Ab 5 pro Jahr sollte man sich eine Therapie überlegen, wenn ich das so richtig verstanden habe.
Allerdings habe ich auch von Dr. Weihe gelesen, dass es keinen statistischen Zusammenhang gibt zwischen Herden und Krankheitsverlauf.Woran soll man sich denn jetzt in Sachen Basistherapie orientieren, unabhängig davon, dass die Mehrheit hier scheinbar grundsätzlich dagegen ist? Ich bin verwirrt, womöglich habe ich etwas dazu im Forum übersehen (man sehe es mir nach) und habe so das Gefühl ich kenne die Antwort meines Neurologen schon jetzt.
Es ist gut, dass Sie das ansprechen! Ich habe mich mit diesem Satz sehr schwer getan. Auf der einen Seite lehne ich die Basistherapie ab und zwar grundweg ab, auf der anderen Seite hatte ich Angst, das so zu formulieren, weil ich in den Ruf geraten könnten, ganz prinzipiell gegen die medikamentöse Basistherapie zu sein.
Aber, wenn ich ehrlich bin, bin ich ja ganz prinzipiell dagegen. Sie weisen also auf eine Unklarheit hin, die mit mehr oder weniger bewusst unterlaufen ist.
Ich meine aber, es so formuliert zu haben, dass man im Falle einer hohen Herdproduktionsrate eine Basistherapie erwägen, aber nicht unbedingt durchführen sollte.
Aber Sie haben Recht: Im Grunde bin ich ganz und gar gegen die Basistherapie und kann mir keinen Grund vorstellen, sie dennoch anzuwenden. Aber wenn sich jemand doch in der Not dafür entscheidet? Weil er viele Herde hat, die sich in kurzer Zeit entwickelt haben? Dann kann ich verstehen, dass er sich für eine Basistherapie entscheidet, obwohl ich es ihm nicht empfehlen würde.
Ein ähnliches Problem habe ich mit Cortison im Schub: Wenn es jemandem beim 1. Schub gut geholfen hat, wer bin ich denn, dass ich ihm beim 2. davon abrate? Ja, ich glaube, dass Cortison ein Scharlatan ist und von den Neurologen viel zu hoch dosiert wird, aber wenn jemand darauf besteht, weil er gute Erfahrungen gemacht hat und viele Ärzte ihm dazu raten? Soll ich dann klüger sein wollen?
Ich denke, die MS würde ohne Cortison und Basistherapie besser verlaufen! Uns es tut mit leid, wenn ich mich unklar ausgedrückt habe.
W.W.
PS: Ich hätte die Sache besser formulieren sollen, denn so, wie ich es geschrieben habe, ist es tatsächlich missverständlich, um den Eindruck zu erwecken, ich könnte mir MS-Verläufe vorstellen, da sei eine Basistherapie angezeigt, um nicht als absoluter Nihilist dazustehen. Aber ich glaube, dass könnte ich in Zukunft besser formulieren und danke Ihnen für Ihren Hinweis!