Wann Basistherapie? (Therapien)

W.W., (vor 2800 Tagen) @ A.V.S.

Es ging auch nur um die Herde, unabhängig von anderen angesprochenen Faktoren (Psyche etc.), weil es für mich auch so „isoliert“ zu lesen war: Dass man, wenn viele Herde kommen, dann überlegen sollte, ob Therapie oder nicht, unter Einbezug anderer Umstände.

Insofern, vielen Dank für die Aufklärung, ich wollte sicher sein, die Argumentation zu verstehen!

Ich habe mich unklar ausgedrückt, weil ich nicht in den Verdacht geraten wollte, gegen alle Medikamente zu sein, und nicht die entmutigen wollte, die sich gegen meinen Rat entscheiden. Ich möchte denen, die eine Basistherapie machen, diese nicht madig machen.

Wenn man allerdings meint, sich Betainterferone oder andere Basistherapeutica antun zu müssen, dann sollte man gute Gründe dafür haben, also z.B. sagen können "Ich habe meinen Schub aus heiterem Himmel, also ohne auslösende Belastung bekommen." oder "Meine Herdzuwachsrate ist erheblich."

Beides wären gute Gründe, die man zusammen mit seinem Arzt oder seinem Partner erwägen sollte. Nach meiner Erfahrung glaube(!) ich jedoch nicht, dass man neue Herde ohne erhebliche Belastung bekommt - und ich gebe es lieber gleich zu, ich weiß nicht, wie man das Wort "erheblich" in diesem Zusammenhang definieren soll, aber Kinkerlitzchen meine ich damit sicher nicht.

Eine "böse" Schwiegermutter und einen "widerlichen" Vorgesetzten würde ich allerdings unter erhebliche Belastung zählen!;-)

Ich persönlich würde mich auch dann gegen eine Basistherapie entscheiden, wenn meine Herdproduktionsrate über 5 pro Jahr liegen würde - einfach weil ich an die Wirksamkeit der BT nicht glaube. Ich weiß nur, dass sie schwere Nebenwirkungen haben kann.

W.W.

PS: Wenn sich bestätigen sollte, dass in England nur etwa halb so viele MS-Betroffene sich mit Basistherapeutica behandeln lssen, dann ist eine öffentliche Diskussion darüber angezeigt, warum das der Fall ist. Hat es politische Gründe, weil das engliche Gesundheitssystem ärmer ist als das deutsche, oder hat es sachliche Gründe? Was sagt die DMSG dazu bzw. der Patientenbeirat?

PPS: Wichtig scheint mir auch zu sein, dass der Arzt nichts befiehlt oder verbietet, sondern dass der Betroffene es nach Abwägen mit seinen Freunden selbst entscheidet. Ein Arzt, der befiehlt oder droht, ist ein schlechter Arzt!

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