Hoffnung oder positive Erwartungshaltung? (Therapien)

Boggy, (vor 11 Stunden, 50 Minuten) @ naseweis


#Anmerkung:
"Es wird scho wieder wern".
Das hat auch meine fränkische Grossmutter gewusst, wenn wir mit aufgschlagenem Knie oder blutiger Nase bei ihr ankamen.
Mein Vater (auch Franke) hatte folgenden Heilspruch: "Bis du Grossvater wirst ist alles wieder vorbei"

Ja, abgesehen von der MS hat das bei allem geholfen. ;-)

Ja, bei mir ähnlich.
Es kommt eben darauf an, wann, wo, unter welchen Umständen, wer ...

Ich möchte auf die Schnelle noch ein paar Zitate einfügen,
und ein paar kurze Anmerkungen:
Es geht im Artikel im Kern um die Wirkungen eines ganz speziellen Trainings(programms).

Im Artikel wird sowohl von "positiven Erwartungen" einerseits gesprochen als auch von "Hoffnung". Das ist nicht dasselbe.
Bei einer positiven Erwartuungshaltung gehen ich schon davon aus, daß es gut werden wird (dafür gibts dann in der Regel auch eine realitstische Grundlage); bei Hoffnung hoffe ich zwar, aber ich weiß es nicht - da bleibt Ungewißheit. Das müßte genauer auseinandergehalten und differenziert diskutiert werden.

Geht es also in dem Artikel also um Hoffnung ("Hoffnung stärkt das Immunsystem") oder um eine (realistische) positive Erwartungshaltung. Ich denke, um letzteres.

Soweit mal.
Gruß
Boggy

Zitate:

"Gleichzeitig betonen die Forscher die Grenzen ihrer Studie. „Wir haben die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems auf die Stimulation des Belohnungssystems gezeigt – nicht aber die Heilung oder Linderung von Symptomen oder das Verhalten einer bestimmten Krankheit im Körper. Das muss noch untersucht werden“, so Hendler.

Bemerkenswert ist, dass nicht kurzfristige Glücksgefühle oder flüchtige Freude entscheidend waren. Ausschlaggebend war vielmehr das bewusste Aufbauen einer hoffnungsvollen, zukunftsgerichteten Erwartung und damit verbunden die notwendige Hirnaktivität.

(...)

Doch was bedeuten die Resultate für den ärztlichen Alltag? „Es ist wichtig, Ängste eines Patienten zu verstehen und sie so weit wie möglich zu lindern – ohne zu täuschen und ohne falsche Hoffnungen zu wecken, aber indem man das Potenzial für Erholung aufzeigt“, fasst Hendler zusammen. Ein Umfeld, das von realistischer Zuversicht geprägt ist, Gespräche über Heilungschancen oder Verbesserungsmöglichkeiten und die Ermutigung zu einer positiven Grundhaltung könnten leitliniengerechte Therapien unterstützen.

Trotz aller Euphorie schreiben die Autoren: Positives Denken und eine optimistische Haltung würden keine evidenzbasierte Medizin ersetzen. Ärzte sollen korrekte, präzise Informationen vermitteln – jedoch in einem Rahmen, der Hoffnung ermöglicht. „Es ist die Verantwortung des Arztes, den Patienten eine korrekte Prognose zu geben. Aber unsere Studie zeigt, dass das Klima, in dem Menschen eine Behandlung erhalten, wichtig ist. Wenn der Arzt dem Patienten einen Grund zur Hoffnung gibt, dann ist das etwas Gutes“, fasst Lubianiker zusammen."

[... falls es wirklich einen Grund zur Hoffnung gibt, was nicht immer der Fall ist. Da muß man dann vielleicht (realitische) Hoffnung nicht auf ein Endziel ausrichten, sondern auf Zwischenstationen; Boggy]

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.


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