P.S. - Geistige Tätigkeit lindert Symptome von MS (Therapien)
Lieber Boggy,
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Meinem Eindruck nach schreibst Du sehr häufig dazu, wie viel Kraft Dich die Verfassung dieser Beiträge kostet, dass es Dich (nahezu) überfordere, Du Dich zum Schöpfen neuer Kräfte für eine Zeitlang zurückziehen wirst müssen... ungleich häufiger als jede(r) andere Forist(In).
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Aber es kam schon mehrfach auch vor, dass Du Dich für eine Weile jedenfalls sehr lebhaft an Debatten beteiligtest oder selber noch Threads aufmachtest, trotz mehrfacher zuvoriger Andeutungen bezüglich unmittelbar bevorstehenden und notwendigen Rückzuges...
Und dann macht das was mit mir, bezüglich meiner Kommunikation mit Dir - ich könnte nicht mal genau sagen, was - jedenfalls fühle ich mich gehemmt, in eine Auseinandersetzung mit Dir zu treten. Was ja zunächst einfach nur bedeuten würde, unterschiedliche Standpunkte zu vertreten...
Du scheinst Dich hier, nach Doros 'Merkwürdig... ich habe die gleiche Krankheit...' ein wenig in eine Verteidigungsposition gedrängt zu sehen.
Aber irgendwie haben wir doch in der Tat allesamt unsere körperlichgeistigen Schwächen!!
LG, jerry, 44 Jahre MS, seit 30 Jahren SPMS. 61 Jahre alt
Lieber jerry,
schon mal vorab. Da ist überhaupt keine Bitterkeit bei mir. Ich finde Deine Worte freundlich-zugewandt, mitfühlend und aufrichtig. Ich lese das alles gerne.
Ich bin da tatsächlich in einem Dilemma, einem inneren Konflikt.
Ich schreibe hier gerne, und besonders, wenn ich etwas nicht richtig finde, und meine, daß hier auch eine kritische Gegenposition hineingehört.
Wie schon erwähnt, macht mir das Freude, und es ist auch grundsätzlich gesehen gut für mein Gehirn/meinen Geist, komplexer zu denken, und mich in Themen hineinzuarbeiten.
Gleichzeitig komme ich immer öfter in Situationen, wo ich beim Schreiben merke, wie mir die Kraft weggeht. Und über die letzten Jahre habe ich zu oft trotzdem weitergeschrieben und weitergelesen, obwohl das wirklich Unfug war, und es mir danach "im Gehirn" und körperlich ziemlich schlecht ging.
Das sollte ich nicht tun. Will ich auch nicht tun.
Aber der Konflikt ist durchaus groß.
Und wenn ich das öfter ausdrücklich schreibe, dann wohl auch als Aufforderung an mich selbst, und als Mahnung: hey, Boggy - es reicht, hör auf. Aber Boggy ist nicht immer folgsam.
Es ist wohltuend anregend hier, und es ist schnell zu erschöpfend für mich hier.
Und dann eiere ich eine Weile rum, bis ich es tatsächlich schaffe, mich wieder für eine Weile ganz zurückzuziehen.
Das ist ok für mich, mein natürlicher Lauf mit den Dingen, so wie es meinem "Wesen"
entspricht.
Zu Doros Zeilen: ich war überrascht. Hätte ich nicht erwartet, daß jemand keine Probleme (nach gewisser Zeit) mit der Kognition hat. Ich hab das wohl auch wieder ein Stück für mich selbst geschrieben: Sieh an, diese Unterschiede gibts, und alles MS.
Eine Auseinandersetzung mit mir kannst Du gerne führen. Wie weit und wie oft ich da näher eintreten kann, hängt halt von meinen Kräften ab.
Liebe Grüße
Boggy
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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.