Jede Tätigkeit lindert Symptome von MS (Therapien)
Ich bin nun 61 Jahre alt.
Was ich noch alles tun möchte? Da bin ich realistisch, und werde deutlich durch die MS in meine Grenzen verwiesen. Öfter ein bißchen draußen gehen zu können, würde mich schon glücklich machen.
Versuche ich auch, realistisch zu sein? Ich bin 66 Jahre und habe 2 (und vermutlich mehr als 2) Hirnblutungen hinter mir. Ich merke, dass ich ohne Sinn nicht leben kann. Und ich kenne die Einwände, die jetzt kommen: Wie definierst du Sinn? Und: Könnte es nicht sein, dass du dir nur einbildest, wichtig zu sein?Was soll ich dazu sagen? Wobei ich nicht zum Mediativen neige? Ich würde sagen: 1. ist es mir egal, wie andere Sinn definieren, und 2. Und selbst, wenn ich es mir nur einbilde, in muss mir einen Sinn geben.
Vielleicht ist es verrückt, aber ein Sinn könnte ja sein, dass die Welt dadurch etwas besser geworden ist, dass man gelebt hat.
Worauf will ich hinaus? Sie sollten mehr an Ihrer Sinnhaftigkeit arbeiten! Wir sind nicht nur Kadaver, die irgendwann einmal von Geiern gefressen werden. Das dachte ich einmal, als ich in Mumbay war, und die Geier über der Stadt kreisten.
Meine Meinung mag ja eine Anmaßung sein, aber sie würde auch Ihnen gut anstehen!
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W.W.
Lieber Doc,
tja, manchaml habe ich den Eindruck, wir reden ein bißchen aneinander vorbei ...eigenartig ...
Ich möchte improvisiert und fragmentarisch antworten, und auch ein bißchen provokativ, weil ohne weitere Erläuterungen:
Ich kann mit der Frage nach dem Sinn des Lebens nicht viel anfangen.
Wenn überhaupt: der Sinn des Lebens ist zu leben.
Als Leitlinie kann man daraus folgern: Handle so, daß Du lebendiges Leben förderst.
Ich möchte, wenn ich in den Sarg steige, auf mein Leben und auf mich zurückblicken können, und sagen können: alles in allem war es ok, wie Du Deine Lebenszeit genutzt hast.
Was mir wichtig ist - in etwa so sagt es z.B. Zen-Meister Shunryu Suzuki:
Jeden Augenblick meines Lebens so vollständig wie in genau diesem Moment und genau an diesem Ort möglich, mit mir und meinem Handeln/Sein ausfüllen, erfüllen, mich hineingeben.
Suzuki sagt in etwa: Handelt so, daß ihr keine Asche hinterlaßt, keine Reste, verbrennt vollständig, in dem, was ihr tut; von Moment zu Moment. (Achtung: das ist ein Ideal, aber ein gutes, imho).
(Und "Handeln" umfaßt auch "Nicht-Handeln" = z.B. Ausruhen
)
Das alles ist unvollständig und sehr lückenhaft ...
Ich habe nichts gegen Unvollständigkeit.
Ich habe nichts gegen offene Fragen.
Gruß
Boggy
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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.