Ein aktuelles Beispiel für rabenschwarze Psychosomatik (Allgemeines)
Hallo Stefan,
ich interpretiere den Dialog zwischen Ulma und W.W. nicht als Beleg für ein "schwarzpsychosomatisches" Denken von W.W.
Ulma schreibt, in vergangenen Jahren hätte sich ihr Verlauf verschlechtert, obwohl es ihr subjektiv gefühlt sehr gut ging. Mittlerweile habe sich der Verlauf wieder stabilisiert.
Ich weiß nichts über den Gesamtverlauf bei Ulma, ich bin auch nicht informiert, ob W.W. ihn kennt (z.B. aus früheren Forenbeiträgen). Um es letztlich beurteilen zu können, müsste man den Gesamtverlauf kennen. Möglicherweise ist Ulmas Verlauf ins sogenannte progrediente Stadium gekommen, oder war schon immer progredient (PPMS). Dann treten in der Tat psychische Faktoren in den Hintergrund, denn (Zitat W.W. im posting Dienstag, 16. August 2016, 17:26):
"Bei der MS nehme ich an, dass sie, wenn sie erst einmal progredient geworden ist, sie sich verselbstständigt, weil dann der weitere Verlauf von Degenerationen der Nervenfasern abhängt, die keine eindeutige Abhängigkeit von Stress haben."
Obwohl ich mich mit der progredienten MS-Form bisher nicht beschäftigt habe und genaue Theorien über Entstehung und Verlauf nicht kenne, scheint mir das Argument von W.W. ziemlich plausibel. Psychische Faktoren wie Stress, Kummer, etc. wirken vor allem dann, wenn das Immunsystem mit im Spiel ist. Das zeigen auch die Forschungsergebnisse der Psychoneuroimmunologie. Somit würden psychische Faktoren in erster Linie beim schubförmigen Verlauf ihre Wirkung zeigen, denn degenerative Prozesse finden (anscheinend) unabhängig vom Immunsystem statt.
Außerdem scheint mir ein weiteres Argument von W.W. sehr plausibel, nämlich dass die MS sich irgendwann einmal von den auslösenden Ursachen lösen kann. Dieses Argument nennt W.W. im Folgeposting. In ähnlicher Weise kenne ich dieses Argument von verschiedenen Naturheilkundlern, nämlich dass eine Erkrankung eine Eigendynamik bekommen kann, und wenn der "Zug erst einmal in Fahrt gekommen ist", dann gelten andere Regeln als bei Krankheitsbeginn.
Ob all dies auf Ulmas Verlauf zutrifft, weiß ich halt nicht. Und ich weiß nicht, ob du Ulmas Verlauf genauer kennst. Solange all dies unbekannt ist, scheint mir Ulmas Beispiel nicht überzeugend. Und daher sehe ich an dieser Stelle keine moralische Verpflichtung für W.W., sich von seinen Hypothesen zurückzuziehen.
Sorry, Ulma, dein Fall musste nun für meine Antwort an Stefan herhalten. Selbstverständlich sind meine Anmerkungen nicht persönlich gemeint.