Ich habe in Sallys Café einen bemerkenswerten Beitrag gefunden! (Allgemeines)
Nein, warum sollten wir es nicht hier besprechen?
Max hat es hervorragend formuliert. Er meint, dass die MS eine systemische Krankheit ist, worunter er - glsube ich - nicht eine Krankheit versteht, die ein Körpersystem (wie z.B. das Immunsystem) schädigt, sondern es ist eine systemische Krankheit, weil wir in einem System leben, das uns krank macht.
Das Schöne ist, dass er damit nicht mit dem moralischen Zeigefinger droht, sondern das anspricht, was ich unter Verstrickt-sein verstehe. Besonders schön finde ich auch seine Idee vom Tretmühlen-Coach.
Ja, wenn man mich zwingen würde, MS-Betroffene in eine Schublade zu stecken, dann würde ich sagen, 'Tretmühle' trifft es gar nicht schlecht. Nur ist man nie in einer Tretmühle, weil man Tretmühlen liebt wie ein Fitness-Studio, sondern man ist in einer Tretmühle, weil man meint, sonst keine Chance zu haben.
Viele setzen diese Tretmühle mit Selbstverwirklichung gleich. Aber auch dieses Bild von einem selbst ist fragwürdig. Will ich mich so sehen, wie ich mich sehe? Oder will ich eigentlich ein ganz anderer Mensch sein?
Vielleicht noch ein bisschen auf der Erfolgsleiter höherkommen, aber dann kann man entspannt Mensch sein, die Seele baumeln lassen und jedem geben, was ihm zusteht. Vielleicht muss man noch diesen oder jene beiseiteschaffen, um letztendlich der Tugend näherzukommen. Und schließlich lebt man ja auch nicht für sich allein, sondern da hängt ja noch eine ganze Menge dran: der Partner, die Kinder...
Wir sind verstrickt, und da hilft keine Psychologie! Ich würde ja sagen, da helfen nur Werte, Ethik un Philosophie, aber das nimmt mir ja niemand ab...
W.W.