Malu Dreyer: Mein Weg durch die Krise (Therapien)
Ich teile Malus Einstellung zur MS und zitiere sie heute gleich zweimal:
MS bestimmt nicht mein Leben. Der Schlüssel ist: Wenn Sie aufhören, eine Erkrankung zu bekämpfen, wird sie ein Bestandteil des Lebens, ohne dass sie ständig ein Thema ist. Sie frisst nicht mehr die ganze Energie. Man muss akzeptieren, dass man krank ist, und aufhören, ständig seine Energie darauf zu verwenden, die Krankheit zu bekämpfen. Es geht darum, mit ihr zu leben. Dann vergisst man irgendwann, dass man krank ist.
So kann man die Sache nur dann angehen, wenn die Krankheit noch "Gnädig" mit einem umgeht.
Das ist bei Frau Dreyer offensichtlich der Fall, sonst könnte Sie dieses Pensum kaum bewältigen.
- Ich gönne es Ihr von Herzen. Möge das noch ganz lange so bleiben.Sobald die Sache aber nach längerer Zeit "Fahrt" aufnimmt, so wie bei mir die letzten 3 Monate, dann haben die schönen Worte ganz schnell ihr Ende..
Dann MUSS ich meine Energie auf die Krankheit fokussieren, ob ich will oder nicht.
Aber auch das ist wohl mal wieder Ansichtssache, wie alles im Leben...
LG
Uwe
Wie kann man nur so argumentieren?
Auf der Hand liegt doch eine ganz andere Frage: Wäre es nicht denkbar, dass die MS von Malu Dreyer, obwohl sie primär chronisch ist, einen günstigen Verlauf genommen hat, weil es etwas in ihrem Leben gibt, was den Verlauf der MS günstig beeinflusst hat?!
Ihre Argumentation erinnert mich an die von Soldaten aus dem 1. und 2. Weltkrieg, die sich einbilden: 'Wir haben überlebt, weil wir irgendetwas richtig gemacht haben!' Dabei haben sie nur überlebt, weil sie überlebt haben, und nur Überlebende können ein Statement abgeben.
Ihnen fehlt die Begeisterung für das Wunderbare, was es durchaus ja auch im Leben gibt! Es gibt nicht nur Atome, die durch den leeren Raum fallen.
W.W.
PS: Ich sitze gerade an einer Überarbeitung meines Kapitels zur PPMS und Ocrevus unter besonderer Berücksichtigung von Malu Dreyer.