Wegen solcher Idioten... (Therapien)
In der Beilage der FAZ, also in einem Ambiente, das auf den ersten Blick vertrauenswürdig und hochkarätig wirkt, schreibt Ralf Gold unter der Überschrift ‚Die Erfolgsgeschichte der MS-Therapie’ in der zusammenfassenden Stellungnahme:
„Die multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des Zentralnervensystems. Intensive Forschung ermöglichte es, immer effektivere Wirkstoffe zu entwickeln, die die Lebensqualität der Betroffenen stetig verbessern. Entscheidend für den Erolg sind frühe Diagnose und die gezielte Behandlung.“
Es ist alles richtig und alles falsch! Ich möchte dem entgegenhalten: 1. Ich glaube nicht, dass die MS eine Autoimmunerkrankung ist. 2. Ich glaube zwar, dass intensiv zur MS geforscht wird, aber nicht, dass immer mehr effektivere MS-Medikamente entwickelt wurden. 3. Ich glaube nicht, dass die Lebensqualität der MS-Betroffenen verbessert wurde. 4. Ich glaube nicht, dass frühe Diagnose und gezielte Behandlung viel bringen.
Ich vermute, dass das, was in der Beilage steht, nicht ganz so hockkarätig ist wie das, was sonst in der FAZ steht. Wahrscheinlich nicht ganz zufällig steht dieser Artikel über einer Werbung für die Pharmafirma Novartis. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Ich gebe es zu: Ich denke immer an die spöttischen Worte, die Faust in der Eingangsszene zu Mephistopheles sagt: „Was du im Großen nicht kannst erreichen, das fängst du nun im Kleinen an. Was bess’res such zu beginnen, des Chaos wunderlicher Sohn.“
Herr von B. meint, die Pharmaindustrie hätte viel Gutes erreicht, wobei er die Formulierung ‚viel Gutes’ sehr weit fasst. Darum sei es kein Wunder, dass die Ärzte, die sich auf ihre Seite schlügen, Erfolg hätten und ich offensichtlich nicht. Tatsächlich gibt es kaum MS-Forschung, die nicht pharmafinanziert ist. Auf die Auswirkungen habe ich wiederholt hingewiesen: 1. wird nur das erforscht, was sich für die Industrie lohnt (also z.B. nicht der Zusammenhang zwischen MS und Lebensstil). Und 2. bereichern sich Ärzte, die sich nicht unbedingt der Wahrheit verpflichtet fühlen, denn die Zusammenarbeit von Ärzten und Forschung mag sicher wichtig sein, aber nicht für Geld (oder Provison - wie das früher genannt wurde)!!!
W.W.