Sind agnos Schlussfolgerungen möglich? (Allgemeines)
1. Die MS eskalierte wegen dem Therapie-Abbruch von Tysabri.
2. Vor der Therapie war es eine gewöhnliche MS.
3. Eine MS-Therapie durch eine Abdichtung der Blut-Hirn-Schranke mit modernen MS-Therapien muss lebenslang laufen. Bei einem Therapieabbruch besteht die Gefahr dass sich die aufgestaute Degenerationsverhinderung nachholt.
Interessante Theorie mit der lebenslangen Nutzung aber nicht basierend auf dem was man sonstwo festgestellt hat. Eine Eskallation nach einer Tysabritherapie bedeutet im Durchschnitt im Folgejahr zwischen 1.2-1.7 Schübe die in der Regel etwa 4-7 Monate nach dem Absetzen eintreten.
Nimmt man zudem eine Kohortenstudie ausdem Vorjahr als Referenz liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung der Progredienz in den Folgejahren zwischen 30-50%, abhängig vom initialen EDSS Wert.
Es besteht also keine Kausalität. Manche hatten Schübe, andere nicht. Manchen ging's schlechter, anderen nicht.
Man erkennt also zwar häufig einen "rebound" aber eigentlich keine "eskallation" beim Absetzen von Tysabri.
Natürlich ist es von Vorteil, dieses Medikament bei aktiven Verläufen so lange wie möglich zu nutzen. Da das in der aktuellen Form aufgrund der PML Gefahr nicht machbar ist, muss man halt hoffen, dass es - sofern es Wirkung zeigt - möglichst in der hochaktiven Zeit zum Einsatz kommt. Dazu kommt natürlich immer die Erwartung, dass die Krankheit nach Absetzen etwas abgeklungen ist.
Und manchmal ist das so und manchmal nicht. Es gibt halt keine Kausalität.