Leserbrief TAG Trier von W.W. (Therapien)
Birgit Obermeier schreibt am Ende ihrer Dissertation:
'Diese Effektorfunktion von Antikörpern könnte womöglich das offensichtliche Paradoxon der OKB in MS näher beleuchten. OKB-Antikörper sind oligoklonal, demnach Antigenspezifisch selektiert statt zufällig als polyklonales Repertoire akkumuliert. OKB-Antikörper sind Komplement-aktivierend, werden in großen Mengen produziert und persistieren über Jahre, unabhängig davon, ob der Patient momentan an einem Schub leidet oder frei von Symptomen ist.
Wären diese Antikörper tatsächlich unmittelbar an der Demyelinisierung und Axondegeneration beteiligt, so wäre kein chronischer schubförmig-remittierender Verlauf möglich, sondern eher ein fulminanter akuter Verlauf, vermutlich mit Todesfolge. Stattdessen könnten die OKB-produzierenden B-Zellen nach der initialen Schädigung ins ZNS rekrutiert werden, um Makrophagen bei der Beseitigung der Gewebs- und Zelltrümmer zu unterstützen. Dabei würden die Antikörper in so großen Mengen produziert werden, dass alle überschüssigen Antikörper durch die Liquorzirkulation ausgeschwemmt werden und dort als OKB nachweisbar wären.
Deren Persistenz könnte darin begründet sein, dass im MS-Hirngewebe ständig, auch abseits eines akuten Schubs, Myelin- und Zelldebris anfallen, die B-Zellen demnach ständig ihrem Antigen ausgesetzt sind und dadurch zu einer anhaltenden Antikörperproduktion stimuliert werden.'
Vielleicht könnten wir sie ja mal anschreiben? Eine Kontaktaufnahme mit Frau Zipp habe ich versucht, aber sie ist mir leider nicht gelungen. Ich hatte gehofft, sie würde sich kurz in einer Mail äußern, aber das hat sie nicht getan. Es gelingt mir also immer weniger, Kontakt zu MS-Experten zu bekommen.
W.W.