Coping - Krankheit annehmen - kein Esoquatsch (Therapien)
Meines Erachtens macht man das "Annehmen" auch nicht rein pro forma, sondern um den Kopf frei zu haben für wichtigere Dinge.
Das ist z.B. nicht gegen die Erkrankung kämpfen (Den Kampf wird man verlieren, imho), sondern Sachen machen, die einem mental und körperlich gut tun.
Ich weiß auch, dass es kitschig klingt, habe aber Schwierigkeiten, es anders auszudrücken: Man macht es sich nicht in seiner Krankheit bequem wie in einem Nest, und man sollte sie auch nicht hassen oder verleugnen oder schönreden.Ich lebe z.B. in Bad Zwesten und fühle mich wohl. Das liegt nicht daran, dass Zwesten besonders schön ist, aber man kann vieles Schöne in ihm entdecken. Sogar in Wanne-Eickel!
Natürlich werden Sie jetzt fragen: Und was soll an meiner MS schön sein? Das ist ja gerade der Punkt, wo es droht, kitschig zu werden. Ich habe das Glück gehabt, dass meine Hirnblutungen (ich will darüber lieber sprechen als über die MS, weil ich davon mehr verstehe) mich nicht sichtbar beeinträchtigen, aber dennoch haben sie mich verändert.
Ich habe ein anderes Verhältnis zur Krankheit gewonnen, indem ich z.B. meine, körperliche Symptome können einen warnen, sie können sogar zu einem sprechen.
Aber ich merke, das geht einen Schritt zu weit und könnte als Romantisierung der Krankheit verstanden werden. Und doch, vielleicht meine ich das gerade: Was spricht eigentlich dagegen, seine Krankheit zu romantisieren? Nicht, dass man den Boden unter den Füßen verliert, sondern es sich so einrichtet, als habe einen das Schicksal über Nacht in die Fremde geschickt.
W.W.
Ihre Krankheit lässt sie -wenn auch eingeschränkt - leben, da kann man es sich gemütlich machen und in Romantik schwelgen ....,meine nicht, da kann man nur untergehen oder hochkommen.