Selbstmord Karen Friesecke (Therapien)
Ich habe es schon häufig angesprochen (z.B. bei der Germanwings-Katastrophe) und tue es jetzt noch einmal, weil es mir Sorgen macht. Wenn die modernen Antidepressiva wie Fluoxetin, Sertralin... in 1/3 der Fälle gut wirken würden und in einem weiteren 1/3 wäre man sich unsicher, dann könnte es noch ein letztes 1/3 geben, wo man sich selbst mit dem Medikament besser fühlt, aber die Leute, die einen kennen sagen: 'Du hast dich irgendwie verändert.'
Natürlich ist man anders, wenn die Depression weg ist, aber die Antidepressiva könnten in unserem Gehirn ja auch etwas bewirken, was eigentlich gar nicht beabsichtigt war: dass man z.B. selbstsicherer oder tatkräftiger wird oder sich nicht mehr so viel gefallen lässt.
Wenn es nun in dieser 3. Gruppe vermehrt zu ungewöhnlich aggressiven Morden und Selbstmorden käme, dann wäre es doch denkbar, dass das statistisch gar nicht auffällt. Denn es ist ja bekannt, dass sich Menschen, die gerade dabei sind, aus einer Depression aufzutauchen, sich häufiger umbringen, weil oft der Schwung eher kommt, als sie die Stimmungslage aufhellt.
Wäre es nicht beunruhigend, wenn die modernen Antidepressiva zumindest in einem kleinen Prozentsatz zu Verhaltensänderungen führen könnten? Oder ist diese Befürchtung ganz von der Hand zu weisen - und sollte ich sie lieber nicht mehr äußern?
W.W.