Das kleine MS-Handwerk: Kortison & Plasmaparese (Allgemeines)
Hallo agno,
Die nächste Frage wäre eher an die Mediziner und die medizinisch belesenen in der Runde:
In welches (kurzfristige & langfristige) Risikoprofil begibt man sich mit der Plasmaparese?
ich antworte mal auch auf diese Frage. Für eine Plasmapherese benötigt man einen großvolumigen Dialysekatheter, einen sogenannten Shaldon. Meist wird er unter örtlicher Betäubung am Hals in die Vena jugularis interna gelegt. Die Vena femoralis direkt im Übergang zum Oberschenkel geht auch und ich finde den Ort etwas angenehmer, aber damit ist man quasi bettlägerig. Was ich bei meinen Schüben eh meistens war, wobei kurze Rollizeiten schon gehen.
http://www.medicalexpo.de/prod/intra-special-catheters/product-68900-634129.html
Risiken sind natürlich Infektionen, Nervenverletzungen bei der Anlage, allergische Reaktionen auf das Betäubungsmittel, Pneumothorax und auch eine Thrombose ist möglich.
Bei der Plasmapherese muss das Blut mit Heparin verdünnt werden was natürlich das Blutungsrisiko erhöhen kann. Weiterhin wird das eigene Plasma weggeworfen und dafür muss Ersatz her. Verträgt man es, dann wird Humanalbumin genommen oder es wird Plasma verwendet. Beides wird aus Spenderblut gewonnen und beinhaltet ein geringes Risiko der Übertragung von Infektionen wie HIV oder Hepatitis A bis E.
Einige Zentren machen eine Immunadsorbtion über zwei periphere Venenkatheter und auch ohne Stoffe aus Spenderblut.
Ansonsten friert man bei der Plasmapherese ganz schrecklich, weil dabei ein Eiweiß gefiltert wird und das nur bei 36 Grad geht. Manche Kliniken benötigen zwei Stunden und andere vier. Das Plasma kann über Filter getrennt werden oder wie bei der Waschmaschine durch schleudern. Allerdings überträgt diese Maschine unangenehme Schwingungen, die meine Spastik aktivieren.
Naja, das war alles kein Vergleich zu meiner MARS beim Leberversagen. Dabei wird mein Plasma durch einen ziemlich merkwürdigen Apparat geleitet und eine Nierendialyse läuft gleichzeitig auch noch. Während dieses zweifelhaften Vergnügens muss man sechs Stunden lang eine halbwegs bequeme Position finden bei der keine Maschine Alarm schlägt.
https://www.hepanet.de/praxen/
Wenn ich dein Papa wäre, dann wäre es mir wichtig, dass Du barrierefrei wohnst. Damit die Gefahr einer Gehbehinderung nicht so als übergroßes Damoklesschwert über Dir schwebt und dich zu medizinischen Experimenten nötigt, die Du ohne Not nie eingehen würdest.
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Das würde ich auch gerne, aber leider war ich noch nicht so alt und hatte ein Studium gewagt, so dass meine Rente ziemlich niedrig ist und ich keine 1.200 € Miete bezahlen kann. Ganz im Gegenteil ich habe eigentlich nur im nicht vorhandenen sozialen Wohnungsbau eine Chance...