Fazit: MS und Zivilisationskrankheit (?), Ernährung (?), "Lebensstil" (?) (Allgemeines)
Ich möchte mein persönliches (vorläufiges), stark zusammengefaßtes, Fazit ziehen.
Zu den Themen MS und Zivilisationskrankheit (?), Ernährung (?), "Lebensstil" (?) (man könnte auch "Lebensbedingungen" sagen), und zu Stress (?) oder mögliche psychischen Faktoren (?):
Es handelt sich dabei nur um Randbedingungen der Krankheit!
Diese Randbedingungen sind NICHT URSÄCHLICH für die MS.
Das Hauptargument: Wären sie ursächlich für die MS, dann müßten so viel mehr Menschen MS haben;
denn viele Millionen von Menschen haben eine ähnliche Ernährung, leben in derselben Zivilisation, unter ähnlichen Lebensbedingungen, unterliegen ähnlichem Stress oder haben ähnliche psychische Strukturen ausgebildet.
Es kann also z.B. nicht sein, daß "falsche" Ernährung (was immer das auch sein mag) die Ursache für MS ist, wenn Millionen von Menschen sich in ähnlicher Weise ernähren, aber nur rund 200 000 an MS erkranken.
Ich sehe hier einen Hype um Ernährung und "Lebensstil" usw., aus welchen persönlichen Interessen, Glaubensüberzeugungen und Ideologien das auch immer geschieht.
Eine ungerechtfertigte Überbetonung und Übertreibung von etwas, das nach meiner Einschätzung eher Randbedingungen von Krankheit/MS sein könnten.
Es ist nach meiner Einschätzung eine bewußte oder unbewußte Irreführung, diese Themen in der Diskussion um Ursachen der MS dermaßen zu betonen.
Es gibt eine Einseitigkeit und Voreingenommenheit durch persönliche Interessen, Glaubensüberzeugungen und Ideologien, die die Forschungen prägen, ebenso wie die Diskussionen. Die Vorläufigkeit und Ungesicherheit von Ergebnissen kommt dabei nicht mehr ausreichend zum Tragen. Oft wird sie sogar noch verschleiert und verdeckt.
Das gilt ebenfalls für die Einseitigkeit der Blickrichtung. Ernährung, Lebensstil, Psyche etc. werden zu den üblichen Verdächtigen.
Das bisher Gesagte betrifft die Ursachen.
Ob wir,
und wenn ja,
wieweit wir, den Verlauf der MS, wenn wir sie einmal haben, durch unterschiedliche Maßnahmen, tatsächlich beeinflussen können - lindern, stabilisieren, usw., ist für mich eine offene Frage.
Und alles, was ich kenne, läuft unter genau demselben Thema: Vorläufigkeit und Ungesicherheit, bei gleichzeitigen Überbetonungen, Voreingenommenheiten, und Verengungen des Blickfelds.
Und manchmal auch unter dem Thema der Irreführung und der Manipulation aus persönlichen oder anderen Interessen, Glaubensüberzeugungen und Ideologien heraus.
Einen Weg mit der MS zu finden, ist nicht leicht. Und wir alle tun unser Bestes, weil wir leben wollen.
Gruß
Boggy
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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.