Literatur und Wissenschaft, abschließend (Allgemeines)
Aber der wichtigste Punkt ist dieser, und der bleibt auch so:
In jeder vernünftigen Diskussion muß man eine klare, abgrenzbare Position einnehmen, man muß notfalls deutlich sagen, was man mit diesem oder jenem Wort meint, das man benutzt,
oder man setzt sich dem Verdacht aus, verschleiern zu wollen, oder man hält sich Hintertürchen damit offen, um nicht für die eigene Postion verantwortlich gemacht werden zu können ("das hab ich ja gar nicht gesagt/ gemeint").
(Und, übrigens, mit einem "Anhängen an einer idealen Sprache" hat das überhaupt nichts zu tun.)
Man kann sich zwar in eine 'schwammige' Ausdrucksweise flüchten wie in einen dunklen Hinterhalt, aber es wäre auch denkbar, dass neue Gedanken einer neuen Sprache bedürfen.
Nur ist das ein ganz anderes Thema
(und ich würde ergänzen: vielleicht nicht unbedingt eine neue Sprache, aber neue Begriffe).
Wenn die Sprache die Welt abbildet wie ein Spiegel, warum sollte dieser Spiegel nicht in jeder Generation und von jedem Menschen neu geschliffen werden müssen?
Die Sprache bildet die Welt nicht ab wie ein Spiegel. Aber das werde ich nicht anfangen zu diskutieren.
Das Einfache ist nicht das Siegel der Wahrheit! Es ist eher ein Instrument der Werbung.
"Einfachheit" war auch nicht mein Thema, sondern Ihres (was ok ist).
Um das klar zu machen, was ich meine, muss ich etwas privat werden. Ich frage mich seit langem: 'Gibt es etwas, was jenseits des Fassbaren liegt?' Also außerhalb der sinnlichen Erfahrbarkeit?
Auch das ein anderes Thema: aber ok: Unsere Sinne sind begrenzt. Daß es etwas gibt, das außerhalb davon liegt? Könnte gut sein.
Ist Sprache begrenzt, und kann nicht alles, was wir erfahren, erleben, angemessen, oder überhaupt, wiedergeben? Mit ziemlicher Sicherheit.
Ein Problem, mit dem sich seit laaanger Zeit schon die Zen-Meister herumschlagen.
Das wars? Das wars.
Gruß
Boggy
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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.