Radiosendung zur MS (Allgemeines)

W.W., (vor 3357 Tagen) @ RobFord

Aber es scheint doch so zu sein, dass die Pferde mit mir durchgegangen sind. Wenn es jetzt zu einem Rechtsstreit kommen sollte, so könnte er sich an der Frage Entzündungen: 'Wie kommen Sie dazu, zwei angesehen Mediziner auf diese Weise anzugreifen, indem Sie behaupten, sie hätten finanzielle Beziehungen zur Pharmaindustrie. Das stimmt doch gar nicht!'

Und tatsächlich, wenn ich genau darüber nachdenke: 'Haben die Herren Hohlfeld und König Gelder von der Pharmaindustrie erhalten? Ich bin sicher, dass es so ist, aber genau weiß ich es nicht. Ich würde Foristen sehr dankbar, wenn sie mir entsprechende Fakten zusenden könnten.

'Und falls das tatsächlich so wäre, dass die beiden Herren von den üblichen Verdächtigen (Biogen, Serono, Novartis, Teva...) finanzielle Zuwendungen erhalten haben, wie können Sie darauf, Ihnen zu unterstellen, auf diese Weise werde ihre Meinung beeinflusst? Sie haben doch eine Erklärung unterschrieben, dass ihre Meinung zu MS-Medikamenten unabhängig von finanziellen Zuwendungen (Spenden, Vortragshonorare, Beratertätigkeit, Verlaufsbeobachtungen, Teilnahem an Studien...) sei. Glaube Sie diesen unbescholtenen Ärzten nicht? Sind Sie Lügner?'

Ich glaube, diesen 2. Einwand kann ich kaum widerlegen. Ich kann nur darauf hinweisen, dass der gesunde Menschenverstand gegen diese Annahme spricht. Wenn ein Autoverkäufer einen Kunden berät, der ein Auto kaufen will. und ihm einen BMW empfiehlt, dann kann seine Beratung hervorragend und voller Expertise sein, aber er muss dazu sagen, dass er ein BMW-Autohändler ist. Tut er das nicht, ist er aus meiner Sicht ein Betrüger.

Aber 3.: Wenn ein Arzt viele gute Erfahrungen mit Fingolimod macht, und er empfiehlt dies seinen Patienten, was sollte man ihm vorwerfen? Dass er das Medikament empfiehlt, das das Beste ist? Das ist doch ganz unabhängig davon, dass ihn die Hersteller Firma dazu einlädt, in San Francisco einen Vortrag auf einem internationalen MS-Kongress zu halten.

Hony soit, qui mal y pense! Wird nicht das Misstrauen vieler Pharmakritiker davon gespeist, dass sie nicht gut genug sind, um von Pharmafirmen angeheuert zu werden?

Wenn sich allerdings herausstellen sollte, dass beide Herren Gelder von den genannten Firmen beziehen, dann würde ich in einem ersten Schritt behaupten: Sie befinden sich in einem Interessenkonflikt, und dieser kann sie veranlassen, ein Medikament zu verordnen, dass sie ein Medikament verordnen, dem sie eigentlich eher skeptisch gegenüberstehen.

Ich entschuldige mich also für meine rüde und unweihnachtliche Ausdrucksweise und nehme meine Vorwürfe zurück, wenn ich mich geirrt habe und sich beide Herren tatsächlich in keinem Interessenkonflikt befinden.

Falls doch, dürften sie nicht in leitender Position bei der DMSG sein, auch wenn sie noch so viele Erklärungen unterschrieben haben, dass sie unbestechlich sind.

W.W.

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