Ist die MS so zufällig - wie einem der Himmel auf den Kopf fallen kann? (Allgemeines)
Und dennoch bleiben Zweifel? Es ist immer anstrengend, wenn man sich nicht von einer Unterhaltungssendung, einem schönen Lied oder einem schönen Film nicht nur berieseln lässt und sich wohlfühlt, sondern trotz aller Erwünschtheit der Gedanken seinen Denkapparat nicht ausschaltet.
Zunächst einmal erscheint es ja logisch: Die Krebsrate hängt weniger von Umweltbedingungen ab, sondern mehr davon, dass sich die Fehlerquote auf dem Genom erhöht, je häufiger sich eine Zelle teilt - dass die krebsige Entartung also im Dickdarm (wo sich die Zellen häufig teilen) häufiger ist als im Dünndarm. Aber ich bin mir gar nicht mal so sicher, ob sich hier die Zellen seltener teilen???
Und wie ist das in der Brust und in der Prostata?
Eine andere Frage, die bleibt: Aber Raucher bekommen doch häufiger Lungenkrebs! Oder stimmt das auch nicht? Und - um auf andere Krankheitsursachen zu kommen - sind es nicht gerade die Menschen mit HWG (häufig wechselndem Geschlechtsverkehr), die am häufigsten an AIDS erkranken?
Gegen die These von Vogelstein und Tomasetti wurde anscheinend ein sehr gravierender Einwand erhoben: von Song Wu. Sein Gedankenexperiment lautet: Wenn durch eine radioaktive Bombe weltweit die radiaoaktive Belastung ansteigt und die Krebsrate dadurch bedingt auf das Vierfache steigt, wie ist es dann mit Vogelsteins und Tomasettis Berechnungen?
Die Situation wäre ja nun die Folgende: Nun gehen ja nur noch höchstens ein Viertel der Krebserkrankungen auf zufällige Mutationen zurück und drei Viertel auf den durchaus nicht zufälligen Anstieg der radioaktiven Belastung.
Und was sagt die Vogelstein-Tomasetti-Statistik? Sie würde den gleichen statistischen Zusammenhang zwischen Zellteilung und Krebsrisiko finden!
Haben wir uns eines Rechenfehlers schuldig gemacht?
W.W.