von der Lebenszeit... @ Marc (Allgemeines)
puh, so viele Themen in einem Posting, ich muss überlegen...
gruß agno
Hallo Agno,
danke, dass du dir die Zeit genommen hast, dir hierüber Gedanken zu machen.
Wie du schon schreibst, ist das ein beladenes Thema, welches man in alle Richtungen diskutieren könnte. Mein Kerngedanke hier war eigentlich die Trennung von Zufall und "statistisch signifikant".
Hinsichtlich der Pathogenese könnte man meines Erachtens diesen Artikel 1:1 von Krebs auf eine MS übertragen. Es bestehen aktuell mehr als ein duzend Polymophismen die in direktem Zusammenhang zu dieser Krankheit stehen. Manche Menschen haben sie, manche nicht. Hinzu kommen dann ungünstige Umweltfaktoren (welche auch immer das sein mögen) als Krankheitauslöser. Kann man nachweisen, dass diese zu 100% jeweils vorhanden waren? Natürlich nicht!
Ergo könnte jeder Wissenschaftler nun darstellen, dass x% aller Betroffenen "zufällig" einfach nur "schlechte Gene" hatten..
Im Anschluss kann man sich hinsichtlich des Verlaufes ebenfalls Gedanken machen. Ist eine erhöhte Sterblichkeit von MSlern ebenfalls Zufall? Ich glaube das nicht - zumindest abgesehen von Unfällen / Stürzen.
Meines Wissens war bis Ende des 20JH die häufigste Todesursache von MSlern eine Sepsis, der ja ein Versagen des Immunsystems zugrunde liegt. So ein Problem haben MSler nunmal häufiger als die Gesamtbevölkerung.
Das ist kein Zufall.
(Eine Betrachtung der Abweichung zwischen RRMS vs. PPMS parke ich mal für später.)
Die unvermeidliche Diskussion entsteht letzlich bei einer Interprätation der Dynamiken der vergangenen Jahrzehnte und die verlinkte Studie macht hier keine anderweitigen Beobachtungen:
- Die Lebenserwartung von MSlern hat sich ab einer Diagnosestellung Mitte der 90er Jahre stetig der Gesamtbevölkerung angenähert.
- Eine Todesursache "Sepsis" ist in den vergangenen 2 Jahrzehnten immer weiter in den Hintergrund gerückt. Andere Todesursachen, die stärker denen der Geamtbevölkerung spiegeln, werden wahrscheinlicher.
Ist das Zufall?