Ko- und Kontextabhängigkeit von Fachbegriffen (Allgemeines)

W.W., (vor 3462 Tagen) @ Karo

Lieber Karo,

ich habe Ihren Text erst jetzt gelesen, und er kommt mir sehr verständlich vor. Ganz im Gegensatz zu dem Text, den ich zuerst von Ihnen gelesen habe. Da hieß es z.B.:

>Sprache ist nicht nur Medium der kommunikativ-kognitiven Wirklichkeitsaneignung, sondern auch Medium der kommunikativ-kognitiven Wirklichkeitsgestaltung.

Statische, zuverlässige Definitionen oder monosemantische Fachtermini, die innerhalb eines Textes oder Kontextes immer genau ein und dieselbe Bedeutung haben, sind eher die Ausnahme als die Regel, eher veraltetes Ideal als wissenschaftskommunikative Realität.

Aus linguistischer Perspektive ist fachsprachliche bzw. begriffliche Exaktheit keine objektive und absolute Größe, sondern eine relative Größe. Fachwissenschaftliche Begrifflichkeiten werden je nach Ko- und Kontexten mehr oder weniger polysemantisch verwendet bzw. differenziert und variiert.<

Das hatte ich nicht verstanden!:-( Aber dieser Text, den halte ich für gut formuliert!:-)

Mit der Fachsprache, das ist ein Problem. Sie soll Sachverhalte kurz und prägnant sagen, aber oft missrät sie zu einem Fachchinesisch, das hauptsächlich dazu dient, beim Gesprächspartner Ehrfurcht auszulösen.

Dabei wollen wir uns unterhalten, also voneinander etwas lernen. Übrigens fällt mir in diesem Zusammenhang auf: Je verständlicher wir uns ausdrücken, desto klarer wird dem Gesprächspartner häufig, dass er anderer Meinung ist!

W.W.

Eintrag gesperrt
5189 Views

gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion