Darstellungsverfahren in der Wissenschaft (Allgemeines)

W.W., (vor 3461 Tagen) @ Karo

Jede Wissensordnung bildet bestimmte sprachlich-symbolische Repräsentationsweisen und narrative Verfahren aus; jedes Objekt des Wissens ist essenziell von seiner Repräsentations- bzw. Darstellungsweise abhängig.

Daraus folgt: Jede Darstellung eines Objekts ist ein Verfahren seiner Sichtbarmachung und damit ein poietischer, das heißt ein formgebender, schöpferischer Prozess, bei dem vielfältigste Zeichen, Symbole, Modelle, Methoden, Anordnungsweisen und Begrifflichkeiten verwendet oder überhaupt erst mal narrativisch geschaffen werden.

Ich bin verwirrt! Das ist sehr kompliziert, aber doch sehr treffend ausgedrückt. Es gibt Leute, die meinen mit einer trockenen Formelsprache das Wesentliche einer Sache zu treffen, andere sehen es ähnlich wie die Gerda in Andersens 'Schneekönigin'. Man erkennt die Schönheit nicht mehr, wenn sie in einem Fachjournal abgedruckt wird.

Freud scheint eine Ausnahme gewesen zu sein. Allerdings ist er kein Vorbild. Ich glaube, seine Phantasie führte ihn in die Irre.

Und Einstein? Seine dreiseitige Arbeit 1905 in den 'Annalen der Physik' über ein elektrodynamisches Problem, die die Relativitätstheorie begründete, und die man ganz einfach lesen kann und die kein mathematisches Wissen voraussetzt, das über die Volksschulbildung hinausgeht, scheint mir ein Beispiel für wissenschaftliche Schönheit zu sein.

W.W.

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