Ko- und Kontextabhängigkeit von Fachbegriffen (Allgemeines)
Ich wäre froh, wenn Sie in Ihre Vorstellung von mir einbeziehen würden, daß es keine Position, Standpunkt oder Lehre gibt (jedenfalls, soweit ich mir dessen bewußt bin), mit der ich mich vollständig identifiziere.
Man spielt gern damit, dass man sich für unverwechselbar hält. Ich bin kein 'Zeuge Jehovas' und ich bin - weiß Gott - auch kein Spinozist. Ich bin - wie soll ich das sagen? - so etwas wie Goethe, aber nicht ganz. Und Schopenhauer? Das ist was für Pubertierende. Und Nietzsche? So weit möchte ich nicht gehen.
Vielleicht gibt es irgendwo im Karakorum-Gebirge eine tiefe Schlucht und eine Höhle mit Urnen aus Ton, in denen seit Jahrtausenden Papyrusrollen Rollen mit Hieroglyphen aufbewahrt werden. Selbst wenn wir sie finden, was unwahrscheinlich ist, werden wir sie nicht lesen können. Wir können ihren Text nur raten: tradutore - traditore (Der Übersetzer ist immer ein Verräter?). Er wird in etwa dem entsprechen, was wir meinen.
W.W.
PS: Ich treffe mich übrigens jede Woche Mittwoch mit Herrn von B. im Café Vetter. Wir hatten mit Bertrand Russel angefangen, und es ging weiter über Kurt Flasch 'Warum ich kein Christ bin' über Schleiermacher, Goethe, Kants gestirntem Himmel und Spinoza zu Zarathustra, Konfuzius und den Buddhisten in Kambodscha )da wird Herr von B. bald hinreisen).... aber bis jetzt hat uns alles unbefriedigt gelassen.