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Bewegung nach Mass - der Patient ist gefragt ! (Therapien)

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3352 Tagen) @ Bennie

. . . Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass die Potentiale von Training und Sport zu wenig genutzt bzw. körperliche Aktivitäten aktiv vermieden werden (Waschbisch et al 2009).

Grundlage hierfür erscheint eine weit verbreitete Unwissenheit und Unsicherheit zu sein im Hinblick auf die Trainingsgestaltung sowie die Angst vor Überforderung durch Sport und Training.

Die Abkehr von diesem Vermeidungsverhalten ist allerdings nicht trivial, da einerseits Überforderung ein Problem bei MS (Uthoff Phänomen) darstellen kann und andererseits Belastungsnormativa (Wechsel aus Belastung und Pause, Trainingsintensität, Trainingsinhalte etc.) für ein MS spezifisches Training zu wenig erforscht sind.

Es existieren zwar allgemeine Trainingsempfehlungen, wie bspw. ein „leichtes bis moderates“ Kraft- und Ausdauertraining durchzuführen und das Training auf die jeweilige Tagesform abzustimmen (Tallner & Pfeiffer 2008, Dalgas et al 2009).

Ein konkretes Anpassungsprocedere der Belastungsnormativa auf krankheitsbedingte Schwankungen der Tagesform und weitere umweltbezogene Faktoren (Temperatur, Alltagsaktivität etc.) liegt allerdings nicht vor (Haas et al 2010).

Dies erscheint allerdings von zentraler Bedeutung, da das Zusammenwirken verschiedener Faktoren – in einer nichtlinearen Form (übersummativ) – zu bedeutend positiven oder auch negativen Gesamteffekten führen kann.

Um negative Wechselwirkungsmechanismen so gering wie möglich zu halten, ist es notwendig, die zur Verfügung stehenden
Beschreibungsgrößen des Systems Patient–Training möglichst umfangreich in den Prozess der Trainingsentscheidung einzubeziehen.

Ein allein fremdgesteuertes Vorgehen, d.h. der Therapeut bewertet die Informationen und entscheidet über den Fortgang der Therapie bzw. des Trainings, erscheint unzureichend, da wichtige Parameter der Krankheit nicht durch den Arzt oder Therapeuten erfasst werden können, sondern exklusiv dem Patienten zugänglich sind (Kragt et al 2011).

Vor diesem Hintergrund ist es hilfreich, den Patienten als Entscheider und Gestalter mit einzubeziehen, was allerdings entsprechende Kompetenzen auf Seiten des Patienten voraussetzt.

Der Frage nach der Möglichkeit der Entwicklung therapeutisch relevanter Kompetenzen sind wir in einem Trainingsexperiment nachgegangen. Im Mittelpunkt standen die Generierbarkeit und mögliche Hindernisse für selbstgesteuerte Trainingsmaßnahmen sowie die Übertragbarkeit auf Aktivitäten des täglichen Lebens.

aus der Arbeit von Professor Haas https://www.researchgate.net/publication/236160823_Kompetenzubertragung_als_Voraussetzu...

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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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