Im Land der Lügen (Allgemeines)
Es wäre nun zu erwarten gewesen, dass die Entdeckung des Tuberkelbazillus bzw. die Entdeckung der Tuberkulostatika zu einem jähen Eindruch in dieser abnehmenden Kurve geführt hätten. Erstaunlicherweise war das nicht der Fall. Völlig unbeeinflusst von diesen für uns so wichtigen Ereignissen fiel die Kurve weiter ab und zeigte nicht die leichteste Delle.
McKeown (Mc Keown?) zog daraus den Schluss, dass die Entdeckung des Tuberkelbazillus und die Entwicklung der Tuberkulostatika keinen Einfluss auf die Sterberate an Tuberkulose gehabt haben.
Worauf ich hinauswill: Die Steigerung der Lebenserwartung ist nicht in erster Linie auf die Fortschritte in der Medizin zurückzuführen. Die verbesserte Hygiene und die besseren Lebensverhältnisse spielen eine mindestens ebenso große Rolle. Dennoch hält sich dieser Mythos standhaft.
Ich glaube: Die Medizin und die Pharmaindustrie ist deswegen so erfolgreich, weil die Menschen das von ihr erwarten! Alle Aufklärung bringt also nichts - bzw. nur Verärgerung der Menschen, die sich von den besserwisserischen Kritikern auf den Arm genommen fühlen, und die sich darüber lustig machen, wie sie humorlos sind und die absurdesten Behauptungen aufstellen.
Ich glaube, es ist eine Sache des gesunden Menschenverstands, der einem sagt: Die Medizin ist gut, und sie hat in den letzten 100 Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Und dann kommt das Hauptargument: 'Würdest du etwa vor 100 Jahren leben wollen?' Ich glaube, dagegen kann man nun wirklich gar nichts sagen!
Anders formuliert: 'Du redest, redest und redest, und überall findest du ein Haar in der Suppe. Aber du bist heilfroh, dass du jetzt lebst und diese medizinische Versorgung hast!'
W.W.